Pechstein war am vergangenen Dienstag vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zum achten mal für Olympische Winterspiele nominiert worden. Durch einen Start in Peking wird die fünfmalige Goldmedaillengewinnerin voraussichtlich mit dem japanischen Skispringer Noriaki Kasai, der momentan mit schon acht Olympia-Teilnahmen alleiniger Winter-Rekordhalter ist, gleichziehen. Zudem würde Pechstein zur ältesten Frau bei Winterspielen avancieren.
30 Jahre nach ihrem Winterspiele-Debüt in der ersten gesamtdeutschen Olympia-Mannschaft nach der Wiedervereinigung 1992 im französischen Albertville sieht sich die fünfmalige Goldmedaillengewinnerin als eine legitime Kandidatin als Fahnenträgerin für das Team Deutschland bei der Eröffnungsfeier in Chinas Hauptstadt: "Das wäre natürlich eine riesige Ehre, und ich würde das sehr gerne machen. Als Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin und als einzige Frau mit acht Teilnahmen an den Winterspielen würde das vielleicht ganz gut passen. Es gibt also Gründe, die dafür sprechen könnten, aber die Entscheidung liegt nicht bei mir."
Mit generationenübergreifender Erfahrung und nach der wiederholten Vergabe von Olympischen Spielen an Länder mit autokratischen Regierungssystemen plädierte Pechstein ausdrücklich als "das Erste" für eine künftige Beteiligung der Aktiven an der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über Olympia-Schauplätze. "Die Athleten haben einfach die bessere Erfahrung und wissen, was den Wintersport letztendlich auszeichnet. Peking ist kein echter Wintersportort. Wir wissen um diese Themen, die immer wieder aufkommen, wie den Bau der Sportstätten und die fehlende Nachhaltigkeit. Ich würde mir wirklich wünschen, sie würden uns Sportler da mitreden lassen", sagte die Bundespolizistin.
Olympia - Eisschnelllauf
Pechstein als Fahnenträgerin in Peking? "Wäre eine große Ehre"
06/01/2022 AM 10:17
Pechsteins Einschätzung passt auch zu ihrer Haltung bei der Positionierung des Sports und seiner Aktiven in politischen Fragen. "Sport und Politik", meinte die Rekordlerin im Kontrast zum deutschen IOC-Boss Thomas Bach, "kann man nicht trennen. Die Aussage von Herrn Bach, dass das IOC mit Politik nichts zu tun hat, war mir ein bisschen fremd. Jeder Sportler kann seinen Standpunkt vertreten, das muss jeder für sich entscheiden."
Das könnte Dich auch interessieren: Kasai-Rekord winkt: Pechstein zum achten Mal im Olympia-Aufgebot
(SID)

Erin Jackson: Vom Inline-Skating zur Gold-Favoritin im Eisschnelllauf

Olympia - Eisschnelllauf
Olympiasieger Nuis verpasst Peking-Ticket über 1000 m
29/12/2021 AM 19:48
Olympia - Eisschnelllauf
Olympiasiegerin ter Mors verpasst Peking-Qualifikation
26/12/2021 AM 17:08