Wenn Lewis Hamilton ins Spiel kommt, kann Nico Rosberg das Sticheln einfach nicht bleiben lassen. Hamilton setze sich "auch gegen den Klimawandel ein, im Grunde begibt er sich ein bisschen in meine Fußstapfen auf diesem Weg in die Nachhaltigkeit", sagte Rosberg süffisant der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Rivalität der Formel-1-Weltmeister lodert in der Extreme E also wieder auf.
Teamchefs sind die einstigen Mercedes-Widersacher in der neuen Rennserie, in der elektrische SUVs an Orten fahren, an denen bereits heute die Folgen des Klimawandels in drastischer Weise sichtbar sind.
Die Serie will wachrütteln, einem größeren Publikum die Vergänglichkeit der Natur aufzeigen - und natürlich auch die Werbetrommel für Elektromobilität rühren.
Extreme E
So funktioniert die Extreme E: Fahrer, Regeln, TV-Übertragung, Livestream
01/04/2021 AM 12:52
Die erste von fünf geplanten Stationen ist am Osterwochenende Al-Ula in der saudi-arabischen Wüste. Auch in Grönland, Patagonien, an der Küste des Senegal und im gerodeten Amazonas-Gebiet wird gefahren.

Extreme E: Loeb und Kristoffersson als Aushängeschilder

"Team X44" ist einer von neun Rennställen, die verpflichtend auf einen Piloten und eine Pilotin setzen. Hamilton hat Rallye-Rekordweltmeister Sebastien Loeb (Frankreich) und die Spanierin Cristina Gutierrez für sich gewonnen. Das Aushängeschild von "Rosberg Xtreme Racing" ist der dreimalige Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson aus Schweden.
Streckenberater und offizielle Ersatzfahrer sind die Kölnerin Jutta Kleinschmidt, 2001 erste Gewinnerin der Rallye Dakar, und der zweimalige DTM-Champion Timo Scheider. Zum deutschen Stammpersonal gehört Claudia Hürtgen, die für das Abt-Team aus Kempten im Allgäu fährt. In dem Briten Jenson Button sitzt ein weiterer Formel-1-Champion selbst am Steuer eines der 544 PS starken, vollelektrischen SUVs.
Aber warum das alles? "Wir glauben, dass der Motorsport tatsächlich etwas für die Umwelt tun kann. Deutlich mehr Menschen sehen sich Motorsport im Fernsehen an als eine Umwelt-Dokumentation", sagt Seriengründer Alejandro Agag. Man müsse "CO2 erzeugen, um das CO2 für immer loszuwerden", rechnet der ehemalige Politiker und Geschäftsführer der artverwandten Formel E vor: "Die Menschen werden nichts bewirken, wenn sie im Bett liegen bleiben und sagen: 'Im Bett erzeuge ich keine Emissionen.'"

Extreme E: Treibstoff aus Wasser und Solarenergie

Und so setzt die Extreme E, gemessen am Motorsport-Kosmos, auf bemerkenswerte Innovationen. Die RMS St. Helena etwa dient als schwimmendes Fahrerlager. Das ausrangierte britische Postschiff bringt die gesamte Ausrüstung zu den Rennorten oder zum nächstgelegenen Hafen. So werden Emissionen gegenüber der Verfrachtung per Flugzeug reduziert, zumal die auch als Forschungsschiff genutzte St. Helena umgerüstet wurde und mit schwefelreduziertem Diesel angetrieben wird.
Beim "Auftanken" der Rennwagen setzt die Extreme E auf die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie. Wasser und Solarenergie erzeugen den Wasserstofftreibstoff, welcher zum Aufladen des Elektroantriebs eingesetzt wird.
Die Rennen der Extreme E, die sogenannten XPrix, sind Sprints über zwei Runden inklusive Fahrerwechsel, die Renndistanz beträgt maximal 16 km. Am Karsamstag werden in Al-Ula die fünf Teilnehmer am Finale am Ostersonntag (12:00 Uhr) ermittelt.
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(SID)

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