Die Zahl der Todesopfer steigt und steigt, Tausende sind infiziert - die schnelle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wirbelt nun wohl auch den Terminkalender der Formel 1 durcheinander. Derzeit ist es kaum vorstellbar, dass Ferrari-Star Sebastian Vettel, Weltmeister Lewis Hamilton und Co. am 19. April wie geplant in China um WM-Punkte fahren werden. Alles deutet daraufhin, dass der Grand Prix in Shanghai verschoben wird - eine knifflige Aufgabe im Formel-1-Rekordjahr mit 22 Rennen.
"Wenn es eine Wahrscheinlichkeit gibt, dass das Rennen nicht im April stattfindet, dann wird es verschoben werden", sagte Formel-1-Sportchef Ross Brawn gegenüber ausgewählten Medien: "Wir werden uns die Möglichkeit offen lassen, das Rennen später im Jahr durchzuführen." Eine Absage sei demnach kein Thema. Da China für die Königsklasse ein wichtiger und "wachsender" Markt sei, "wollen wir ein Rennen in China fahren."

Sportbehörde empfielt Absage

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Brawn geht derzeit davon aus, dass die Fahrer, Teams und Fans in den nächsten zwei Wochen Klarheit haben. "Es sieht sehr schwierig aus. Wir warten darauf, dass die chinesischen Promoter und die Behörden eine endgültige Entscheidung treffen", sagte der 65-Jährige. Die Veranstalter in Shanghai reagierten auf eine "SID"-Anfrage zunächst nicht. Auch das Debüt in Vietnam (5. April) könnte wackeln.
Die Sportbehörde in Shanghai hatte zuletzt empfohlen, alle Sportveranstaltungen in der Stadt wegen der Coronavirus-Epidemie auszusetzen. Das Virus stellt den Sport zunehmend vor Probleme, auch bei den Organisatoren der Olympischen Spiele von Tokio wächst die Sorge.
Sollte das China-Rennen verschoben werden, müsste die Formel 1 irgendwie eine Lücke in ihrem ohnehin mit 22 Rennen prall gefüllten Kalender finden. Denkbar wäre eine Kombination mit dem WM-Lauf in Japan (11. Oktober), aber: Eine Option ohne vier aufeinanderfolgende Rennen scheint fast unmöglich. Und dies würde die Teams vor eine immense Anstrengung stellen.

Entscheidug "in zwei, drei Wochen"

Letztmals wurde 2011 ein Formel-1-Rennen zunächst verschoben. Wegen der Aufstände im Zuge des Arabischen Frühlings wurde in Bahrain dann aber doch nicht mehr gefahren.
Für das Rennen in China gebe es laut Brawn nun "zwei logische Deadlines". Wenn die erste Fracht (Kraftstoff etc.) in den nächsten Tagen verschifft wird. Und die ersten Mitarbeiter der Serie nach China reisen, um das Event vorzubereiten. "Das wird in zwei oder drei Wochen passieren. Das ist der Zeitpunkt, an dem wir wirklich eine Entscheidung brauchen", sagte der Brite.
Die Zahl der Todesopfer durch das Coronavirus in China ist erneut deutlich gestiegen. Wie die Behörden am Donnerstag mitteilten, starben seit dem Vortag weitere 73 Menschen an den Folgen der Infektion. Die offizielle Gesamtzahl der Todesfälle in Festlandchina wuchs damit auf 563. Die offizielle Gesamtzahl der Ansteckungsfälle stieg auf 28.018.
(SID)
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