Fernando Alonso musste nach dem Test mit dem R.S.20 einräumen: "Das Auto zeigt mir im Moment, wo es langgeht. Noch kann ich nicht das Maximum aus ihm herausholen, denn sich wieder an das Tempo der Formel 1 zu gewöhnen ist nicht so leicht. Aber ich konnte mich von Runde zu Runde steigern und habe ich versucht, den Ingenieuren Feedback zu geben."

Der Testtag war für den Spanier auch deshalb so besonders, weil er Erinnerungen an seine Anfänge in der Königsklasse weckte. Denn vor 20 Jahren hatte Alonso seinen ersten richtigen Formel-1-Einsatz, und das am gleichen Ort.

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"Ich erinnere mich an meinen ersten Test mit Benetton im Jahr 2000 in Barcelona. Jetzt kehre ich 20 Jahre nach diesem ersten Test auf die gleiche Rennstrecke zurück." Im Dezember 2000 fuhr er für zwei Tage einen Benetton-Playlife B200 in Barcelona, damals an der Seite des Stammfahrers Giancarlo Fisichella.

Es waren jedoch nicht Alonsos erste Kilometer in einem Formel-1-Auto, da er genau ein Jahr zuvor, im Dezember 1999, mit Minardi einen kurzen Lauf in Jerez absolviert hatte. Seine jüngste Formel-1-Erfahrung machte der Spanier, als er im April 2019 in Bahrain zwei Tage lang einen McLaren mit Renault-Antrieb fuhr.

Alonso nach Test zuversichtlich: "Das Auto hat Potenzial"

Am Dienstag saß er zum ersten Mal im aktuellen R.S.20. Auch eine der letzten Gelegenheit, "bei der der Name des Autos die Marke Renault trägt, denn nächstes Jahr wird sich das ändern", merkte Alonso an. Dann wird der Rennstall nämlich unter dem Namen Alpine in der Formel 1 antreten.

"Ich denke, das Auto hat Potenzial. Das sehen wir jedes Wochenende. Aber es gibt noch Raum für Verbesserungen", hielt der Spanier fest. Er ist auch sonst in jeden Grand Prix involviert, wenn auch aus der Ferne: "Ich kann sowohl Esteban als auch Daniels Onboard und ich habe Zugang zur Funkkommunikation, den Debriefs und Strategiemeetings. Ich weiß also genau, was jedes Wochenende passiert."

Angesprochen auf den Unterschied zu den Autos, die er zuletzt bei der Dakar und beim Indy 500 fuhr, gestand der Formel-1-Rückkehrer, dass dieser nicht größer sein könnte. "Aber mit der Formel 1 ist es etwas einfacher, denn ich habe 18 Jahre Erfahrung."

"Es stimmt natürlich, dass die Bremspunkte noch nicht so sitzen. Man muss sich erst wieder an die Geschwindigkeit, den Bremsdruck, den Kurvenspeed gewöhnen. Aber es wird weniger Zeit in Anspruch nehmen, als wenn man sich an etwas komplett Neues gewöhnen müsste, wie die Dakar oder Indy", erklärte der 39-Jährige.

Alonso bremst Erwartungen: "Müssen realistisch bleiben"

Um wieder komplett Fuß zu fassen, will er in den nächsten Wochen und Monaten weiter an sich und mit dem Team arbeiten. Neben Dingen wie der Anpassung von Sitz, Lenkrad und Pedalen sowie der Arbeit mit den Ingenieuren steht die Fitness im Vordergrund.

"Insbesondere der Nacken, der obere Teil des Körpers muss gestärkt werden", meinte Alonso. "Jetzt fühlt sich der Nacken nach 100 Kilometern gut an, aber morgen werde ich mehr wissen. Vielleicht werde ich ein wenig Schmerzen haben." Auch was seine Erwartungen für die Comeback-Saison angeht, bleibt er zurückhaltend.

"Wir haben alle hohen Erwartungen, auch angesichts der Fortschritte in diesem Jahr. Aber wir müssen realistisch bleiben. Wir wissen, dass das Defizit der Mittelfeld-Teams aufgrund der Regeln auch im nächsten Jahr bestehen wird. Aber wir haben jede Menge positive Energie und sind optimistisch. Wir haben ein tolles Team mit talentierten Leuten. Die Zutaten stimmen also."

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