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Ferrari-CEO begeistert von Leclerc: "Hat uns überrascht mit seinen Fähigkeiten"

Ferrari-CEO begeistert von Leclerc: "Hat uns überrascht mit seinen Fähigkeiten"

27/12/2019 um 16:19

Charles Leclerc zählt zu den Aufsteigern in der Saison 2019. Der Ferrari-Neuling konnte bereits in seinem zweiten Rennen mit der Scuderia auf das Podium fahren, für den ersten Sieg reichte es knapp nicht. Spätestens mit seiner Triumphfahrt in Italien hat er sich aber in die Herzen der Tifosi gekämpft. Seine Leistungen haben selbst Ferrari-Geschäftsführer Louis Camilleri überrascht.

"Wir wissen alle, wie viel Talent Charles hat. Er hat sogar uns selbst überrascht mit seinen Fähigkeiten", sagte Ferrari-CEO Louis Camilleri. Charles Leclerc kam nach einer Saison bei Ferrari-Kunde Sauber in das Topteam als Nachfolger von Kimi Räikkönen. Nach anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten und Fehlern steigerte sich der 22-Jährige besonders in der zweiten Saisonhälfte.

Ferrari-Boss Camilleri lobte:

"Das ist so ermutigend zu sehen, dass er nicht nur als Fahrer sondern auch als wichtiger Teil des Teams immer stärker wurde."

Auch Teamchef Mattia Binotto stimmt dieser Einschätzung zu:

"Seine Saison war außergewöhnlich."

Leclerc mit überragenden Zahlen im Debüt-Jahr

Binotto ist begeistert davon, was der Monegasse in seiner ersten Saison in so jungen Jahren für Ferrari erreicht hat:

"Die Anzahl der Punkte, die er geholt hat, die Siege, die potenziellen Siege, die er einfahren hätte können."

Leclerc kann am Ende des Jahres auf ein erfolgreiches Debüt blicken: Er belegt den vierten WM-Rang vor Sebastian Vettel (264:240), stellt im Qualifying-Duell auf 12:9 und wird mit sieben Pole-Positionen der Quali-König der Saison. Außerdem schafft er zwei Siege (Belgien, Italien) und insgesamt zehn Podestplätze.

Doch nicht nur Leclercs Speed hat das Team überrascht, auch seine Herangehensweise abseits der Rennstrecke. "Wie er mit den Ingenieuren interagiert, seine Führungsrolle im Team", lobt Binotto. Auch Camilleri spricht von einer großartigen Beziehung zum Team.

Im intensiven Austausch: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (rechts) mit Charles Leclerc

Im intensiven Austausch: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (rechts) mit Charles LeclercGetty Images

Ferrari-Boss gibt Fehler zu

Allerdings stellte der Neuankömmling mit seiner Form das Management des Teams mehrfach auf die Probe. Vettel als viermaliger Weltmeister war noch zu Saisonbeginn als Nummer eins im Team festgelegt worden. Durch die zunehmende Machtverschiebung im Rennstall konnte am Ende der Saison davon keine Rede mehr sein.

Die Spannungen zwischen Altmeister Vettel und Jungspund Leclerc stiegen zunehmend, was in Brasilien im Crash der Teamkollegen mündete. Der Ferrari-CEO gibt im Nachhinein "Fehler" zu. Das Auto habe Probleme verursacht, dadurch fühlten sich die Fahrer nicht wohl und nahmen unnötige Risiken, schildert Camilleri:

"Natürlich hatte auch Charles Leistung einen Einfluss. Das ist unausweichlich, wenn du einen Weltmeister im Team hast und dann dieser Youngster dazukommt und eine phänomenale Saison abliefert."

Bereits zu Saisonbeginn musste das Team mit Stallorder-Anweisungen eingreifen, verschärft hat die Situation das Qualifying in Monza.

Vettel und Leclerc kommen gut miteinander aus

Auch Reibereien in Russland und Singapur verstärkten die Unruhe bei den Roten. "Vieles wurde geschrieben. Aber man sollte wissen, dass die beiden hinter verschlossenen Türen gut miteinander auskommen", betont Camilleri und fügt hinzu:

"Sie respektieren sich sehr und scherzen sogar miteinander."

Die Beziehung zwischen Vettel und Leclerc sei nach der ersten gemeinsamen Saison keineswegs getrübt, versucht die Ferrari-Führung zu bekräftigen. "Natürlich sind sie sehr konkurrenzfähig. Brasilien war ganz klar ein Albtraum. Dennoch gibt es keine dicke Luft mehr."

Zog im internen Ferrari-Duell gegen Charles Leclerc den Kürzeren: Sebastian Vettel (rechts)

Zog im internen Ferrari-Duell gegen Charles Leclerc den Kürzeren: Sebastian Vettel (rechts)Getty Images

Brasilien-Crash als Chance für Ferrari

Die Kollision der beiden sei sogar eine Chance für die Zukunft. Denn: "Manchmal braucht es eine Krise, um die Spielregeln zu ändern. Beide haben realisiert, dass Ferrari darunter gelitten hat." Für Binotto werde es nun einfacher, die beiden Piloten im Griff zu haben.

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