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Formel 1: Neuvergabe der TV-Rechte für 2018 stehen bevor

TV-Vergabe vor der Entscheidung: Wo läuft die Formel 1 ab 2018?
Von SID

15/08/2017 um 12:05Aktualisiert 15/08/2017 um 12:51

Die Vergabe der TV-Rechte zur Formel-1-Saison 2018 steht bevor. Die deutschen Fernsehzuschauer müssen sich eventuell auf Umstellungen einrichten. "Wir wollen alle Kanäle spielen. Frei verfügbares Fernsehen, Pay-TV, alle digitalen Plattformen", sagte Formel-1-Chef Chase Carey im Frühjahr dem Fachmagazin "auto motor und sport".

Von der Schumi-Mania über den Vettel-Viererpack bis zum Rosberg-Triumph - wer mit den deutschen Formel-1-Stars auf dem Weg zu ihren WM-Titeln am Fernseher mitfiebern wollte, war seit 1991 im Free-TV bei RTL und ab 1996 im Bezahl-Fernsehen bei Sky (und den Vorläufern DF1 und Premiere) an der richtigen Adresse.

Ab 2018 könnte es mit diesen Sonntagsgewohnheiten aber vorbei sein: Nach Ablauf der Verträge zum Saisonende erscheint nicht nur ein Wechsel der übertragenden Sender möglich, sogar die Rundum-Versorgung im Free-TV könnte bald Geschichte sein.

Der Boss des neuen Königsklassen-Eigners Liberty Media, Chase Carey, sprach von einem "Mix", der "von Land zu Land unterschiedlich" aussehen könne.

Formel-1-Rechte: Entscheidung in Kürze

Wie sich die Mischung in Deutschland darstellen wird, ist noch ein Rätsel. Unterschiedliche Rechtepakete wurden ausgeschrieben, die Frist ist im Juli abgelaufen, die Bekanntgabe der Entscheidung wird in Kürze erwartet.

So radikal wie im Formel-1-Kernland Großbritannien dürften die neuen TV-Verträge in Deutschland allerdings kaum aussehen: Ab 2019 wird auf der Insel nur noch der Heim-Grand-Prix im frei empfangbaren Fernsehen live übertragen. Aktuell zeigt Channel 4 zumindest zehn Rennen pro Jahr im Free-TV. Wer sämtliche Läufe verfolgen will, muss seit Jahren ein Abonnent von Sky UK sein.

Diese Entwicklung ist vielen Teams ein Dorn im Auge, immerhin wollen die Sponsoren mit ihren Brandings auf den Boliden ein möglichst großes Publikum erreichen. Ob eine Verknappung der Live-Übertragungen für RTL attraktiv genug wäre für eine Vertragsverlängerung, darf ebenfalls bezweifelt werden. Anke Schäferkordt, Geschäftsführerin der RTL-Mediengruppe, sagte dem Magazin "New Business":

"Wir setzen uns wie bei jeder anderen Investition gewisse Kriterien. Falls diese nicht erfüllt werden, würden wir auf das Recht verzichten "

ARD und ZDF, die als größte RTL-Kontrahenten um die Free-TV-Rechte gehandelt werden, wollten sich während des laufenden Ausschreibungsverfahrens nicht äußern.

Konkurrenz auf dem Pay-TV-Markt wird größer

Aufseiten der Pay-TV-Bieter stellt sich die Frage, inwiefern Sky trotz des Durchbrechens der Marke von fünf Millionen Abonnenten sein Formel-1-Rechtepaket noch exklusiver gestalten möchte - oder kann.

Immerhin hat das Unternehmen zuletzt viel Geld investiert, um trotz gestiegener Preise Rechte an der Fußball-Bundesliga und der Champions League zu behalten.

Konkurrenz droht den Unterföhringern einerseits durch den neuen Olympia-Rechteinhaber Discovery mit seinen Ablegern Eurosport (Free-TV) und Eurosport 2 (Pay-TV). Auf der anderen Seite wirbelte das Streamingportal DAZN den Markt zuletzt kräftig durcheinander. Ein Ende ist nicht abzusehen. DAZN-Chef James Rushton sagte der "Süddeutschen Zeitung".

"Alle Rechte, die uns weiterbringen, sind für uns interessant "

Dabei sprach der Brite von Länderspiel-Übertragungen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, die Formel 1 bezeichnete er als "sehr interessant".

Zuschauerzahlen aus der Ära Schumacher sind unerreicht

Was im Preiskampf gewiss eine Rolle spielt: Der enge WM-Kampf zwischen Ferrari-Star Sebastian Vettel und Mercedes-Ass Lewis Hamilton beflügelt hierzulande die Einschaltquote.

Zwar liegen die Traumwerte der Ära Michael Schumacher von teilweise mehr als zehn Millionen Zuschauern wohl für immer in unerreichbarer Ferne, doch nach Jahren des Sinkflugs verzeichnet RTL seit 2016 wieder einen konstant positiven Trend.

Im Durchschnitt sahen 4,65 Millionen Zuschauer die bisherigen elf Rennen, das waren 370.000 mehr als vor der Sommerpause 2016 (4,28 Millionen in zwölf Rennen). Sky lockt im Schnitt zwischen 0,35 und 0,5 Millionen Abonnenten zur Formel 1.

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