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Formel 1: Vettel zeigt sich trotz Streckenrekord verhalten

Skeptischer Blick: Vettel nach Testfahrten wenig optimistisch
Von SID

09/03/2018 um 16:27Aktualisiert 09/03/2018 um 16:52

Trotz Strecken- und Kilometerrekord: Vettel versprühte nach dem Ende seiner Testfahrten alles andere als Zuversicht. Die Sorge ist groß, dass Mercedes deutlich stärker ist als Ferrari. Die erste Runde im Psycho-Duell der Formel-1-Giganten ging eindeutig an Hamilton. Da hatte sein Dauerrivale Vettel gerade den Streckenrekord in Barcelona pulverisiert, da stellte er einen neuen Kilometerrekord auf.

Der Weltmeister reagierte darauf aber mit einem Höchstmaß an Gleichgültigkeit:

"Keine Ahnung, ob das schnell ist. Es ist auch völlig egal. Es zählt das Qualifying in Melbourne, wenn alle mit leeren Tanks fahren."

Nun mag man einwenden, dass das Selbstbewusstsein des britischen Mercedes-Stars in jeder Lebenslage so groß ist, dass er sich wenig um das Treiben des ebenfalls viermaligen Weltmeisters Vettel schert. Bemerkenswert war am Donnerstag in Barcelona jedoch, dass Vettel selbst nur wenig Zuversicht versprühte - trotz der mit Abstand schnellsten Rundenzeit der Testfahrten von 1:17,182 Minuten:

"Es fühlt sich wie ein Schritt nach vorne an. Aber was soll ich jetzt groß euphorisch sein. Es ist nur ein Test. Es kommt immer darauf an, was man macht. Und ich glaube, wir haben heute etwas anderes gemacht als viele andere."

Tatsächlich war Ferrari am Donnerstagmittag auf Zeitenjagd gegangen. Die Scuderia zog die weichste Reifenmischung auf, den neuen Hypersoft, und ließ Vettel an dessen letztem Einsatztag in Barcelona ein paar Runden mit dem SF71H am Limit fahren. Der Heppenheimer war dabei fast eine Sekunde schneller als Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, dessen Streckenrekord von 1:18,047 Minuten nicht einmal 24 Stunden Bestand hatte.

Doch das war offenbar nicht genug für Vettel, um mit einem guten Gefühl zum Saisonauftakt nach Melbourne zu reisen - ebenso wenig wie die Tatsache, dass er mit dem Ferrari an viereinhalb Einsatztagen fast zehn Renndistanzen ohne sichtbare Macken zurückgelegt hat.

Starke Testtage für Mercedes

Zu Vettels Missmut dürfte beigetragen haben, dass die Rennsimulationen von Mercedes beeindruckend gut waren. Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas drehte am Donnerstag Runde um Runde auf Top-Niveau, der Champion selbst war am Freitag an der Reihe. Als Vettel nach seiner Zeitenjagd ebenfalls auf Long-Runs wechselte, war er pro Runde im Schnitt knapp eine Sekunde langsamer. Im Rennen wäre das eine Welt.

Doch eine Demonstration der Mercedes-Stärke auf eine schnelle Runde war gar nicht nötig, um die Leistungsstärke von Ferrari infragezustellen. Dazu genügte am Donnerstag die Vorstellung eines Hinterbänklers: Der Däne Kevin Magnussen vom Ferrari-Kundenteam Haas kam auf einer zwei Grad härteren und damit deutlich langsameren Reifenmischung bis auf 1,172 Sekunden an Vettel heran.

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