Sollte Mercedes in Baku wie angekündigt gegen den flexiblen Heckflügel am Red Bull RB16B protestieren, dann wird auch Red Bull gegen den flexiblen Frontflügel am Mercedes F1 W12 E Performance Protest einlegen. Das verrät Helmut Marko in einem Interview bei "Formel1.de".
Auf Nachfrage von Chefredakteur Christian Nimmervoll bestätigte Marko explizit, dass man im Falle eines Mercedes-Protests ebenfalls protestieren würde. Bei Red Bull, sagte er, finde man die jüngste Drohung von Mercedes "etwas eigenartig. Die FIA hat beschlossen, dass die Regeln für den Test und vor allem für die Verwindungsfestigkeit geändert werden. Das gilt ab Paul Ricard."
Das sei "eine ganz klare Aussage und Regelung", und "wenn der Herr Wolff meint, das ist ihm zu spät", müsse man das Thema wohl auf der rechtlichen statt auf der sportlichen Ebene klären. Marko fühlte sich jedenfalls im Recht, denn: "Unser Auto - wie auch viele andere Autos - wurde von der FIA abgenommen und als regelkonform eingestuft."
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"Meines Erachtens bestimmt immer noch die FIA die Vorgangsweise", wunderte sich Marko. Sollte Wolff seine Drohung wahrmachen, "steht ihm das frei. Aber ich glaube, er sollte auch auf seine Vorderflügel schauen. Denn bei "ServusTV" und auch bei "Sky" gab's eine Einspielung, wo man gesehen hat, wie drastisch sich dieser Vorderflügel dem Boden annähert."
Übrigens ist auch Ross Brawn der Meinung, dass ein Protest gegen die "Flexiwings" beim Grand Prix von Aserbaidschan keine Erfolgsaussichten hat: "Ich finde, die FIA hat hier immer eine klare Linie vertreten. Es würde mich überraschen, sollten die Kommissare gegen die Meinung der FIA entscheiden", wurde der Formel-1-Sportchef von "ESPN" zitiert.
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"Flexiwings"-Protest mit wenig Erfolgsaussichten

Brawn (der selbst übrigens keine Entscheidungsgewalt in dieser Angelegenheit hat) ist der Meinung, dass die FIA mit ihrer Entscheidung, die Belastungstests für die Flügel ab 15. Juni zu verschärfen, richtig handelt: "Ich sehe ehrlich gesagt keinen anderen Weg, dieses Problem zu lösen. Ich wüsste nicht, wie man das sonst quantifizieren sollte."
Die Grauzone entsteht dadurch, dass "Flexiwings" per Artikel 3.8 des Technischen Reglements eigentlich klipp und klar verboten sind. Doch jeder Flügel bewegt sich unter Last, sodass rein theoretisch jedes Auto illegal sein müsste. Dafür gibt es Artikel 3.9, in dem die Belastungstests definiert sind. Eigentlich "ein krasser Widerspruch", fand Marko.
Für Brawn ist klar: Wenn ein Team Artikel 3.8 vorsätzlich aushebelt, unter Zuhilfenahme eines extra dafür designten Mechanismus, "dann stimme ich zu, dass das nicht korrekt wäre. Aber innerhalb der normalen Verwindung der Struktur sehe ich da kein Problem", verteidigte er das Vorgehen der FIA mit der kürzlich erfolgten Verschärfung der Belastungstests samt gesetzter Frist.
Und er erinnerte sich, dass es das Thema "Flexiwings" in der Formel 1 schon immer gegeben hat: "Ich weiß noch, dass Patrick Head im Parc fermé einmal auf unseren Frontflügel gestiegen ist, weil er fand, dass er nicht steif genug war. Das wollte er Charlie (Whiting; Anm. d. Red.) demonstrieren. Also ist er da draufgestiegen und hat auf und ab gewippt, um zu zeigen, wie flexibel er war."
"Es gibt eine ganze Reihe von FIA-Tests, und das ist die einzige Art und Weise, wie wir dazu in der Lage waren, die Regeln des Erlaubten zu definieren", unterstrich der ehemalige Ferrari-Technikchef. "Wenn du die Tests bestehst und anderen Teams das nicht gefällt, dann kann die FIA ja die Tests verschärfen und jederzeit neue Tests einführen."

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(Motorsport-Total.com)
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