Die zusätzliche Zeit gilt es auch deshalb zu nutzen, weil die Spanne zwischen den Veranstaltungen 2021 und 2022, wenn Australien voraussichtlich wieder den Saisonauftakt markiert, nicht ausreicht, um alle geplanten Änderungen durchzuführen.
Dabei arbeiten die Organisatoren in Melbourne eng mit der Formel 1 zusammen, um die Strecke für die nächste Autogeneration fit zu machen. "Wir haben einen guten Dialog darüber, wo die Spezifikationen und die Autos für 2022 sein werden", sagte Andrew Westacott von der Australian Grand Prix Corporation gegenüber "Speedcafe".
"Eines der Dinge, die ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen, ist es, sich eine Strecke tatsächlich anzuschauen und bei deren Design die prognostizierte Performance der Autos zu berücksichtigen." Ziel sei es, "mutiges Fahren zu belohnen" und "schlampiges Fahren zu bestrafen", erklärte der Grand-Prix-Verantwortliche weiter.
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Eine der Hauptumbauten wird die Neuasphaltierung der 5,3 Kilometer langen Strecke sein. Es wird das erste Mal seit der Rennpremiere im Jahr 1996 sein, dass der Belag komplett erneuert wird. Damit gehen auch Anpassungen am Streckendesign einher.

Veranstalter wollen Fahrern mehr Kurvenlinien ermöglichen

"Die Strecke muss neu asphaltiert werden, daher gibt es einige Bereiche, in denen wir die Neigung anpassen und alternative Linien in bestimmte Kurven der Strecke anbieten können. Ein Beispiel dafür ist Kurve 13, wo es nur eine einzige Linie gibt und man eigentlich nicht außen überholen kann, weil die Kurve abfällt", weiß Westacott.
"Wenn man das umkehrt und den Bereich leicht verbreitert, sodass man mehrere Optionen für den Scheitelpunkt hat, dann hätte man plötzlich ohne großen Aufwand mehrere Möglichkeiten, mehr als einen Weg, bestimmte Kurven anzufahren."
Als Schwerpunkte, die sich für eine Überarbeitung anbieten, nennt er die Kurven 13, 3 und "vielleicht sogar Kurve 6 sind, wenn man nur den Scheitelpunkt ein wenig verändert". So sollen auch mehr Überholmöglichkeiten geschaffen werden. Allerdings müsse man sich freilich immer den örtlichen Gegebenheiten anpassen.
"Die Realität ist, dass wir beim Streckendesign einige physische Hindernisse berücksichtigen müssen", betonte der AGPC-Vorsitzende. "Deshalb muss man im Großen und Ganzen mit der Geometrie arbeiten, die man hat." Es gehe also vielmehr um "subtile Entwicklungen und Veränderungen" der vorhandenen Struktur.

Kompromiss zwischen FIA-Richtlinien und Fahrerfeedback

Darüber hinaus wurde bereits daran gearbeitet, die Boxengasse zu verbreitern, was eine Erhöhung des Tempolimits zur Folge haben könnte. "Von jetzt 60 km/h auf 80 km/h", erklärte Westacott, "was einen geringeren Zeitverlust in der Box bewirken würde."
Angesprochen auf die Hoffnung einiger Fahrer, dass der Charakter der Strecke trotz der geplanten Änderungen erhalten bleibt, betonte der Geschäftsführer, dass dieses Feedback zwar aufgenommen werde. Allerdings stehe es oft im Widerspruch zu den Anforderungen des Automobil-Weltverbands FIA, der die Strecken homologiert.
"Ich denke also, dass unsere erste Verpflichtung darin besteht, eine Strecke zu bauen, die den FIA-Richtlinien und -Spezifikationen entspricht. Aber ich hoffe, dass, wenn wir die diversen Änderungen und Verbesserungen erfolgreich umsetzen, der Rest dann immer noch eine sehr, sehr aufregende Strecke für die Fahrer sein wird."
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