SID

Mercedes zurückhaltend, Ferrari unsicher: Top-Teams stapeln tief

Mercedes zurückhaltend, Ferrari unsicher: Top-Teams stapeln tief
Von SID

28/03/2019 um 11:25Aktualisiert 28/03/2019 um 11:26

Mercedes wehrt sich trotz des perfekten Saisonstarts, Ferrari traut sich angesichts der Pleite von Australien nicht: Vor dem zweiten Saisonrennen in Bahrain will keines der Top-Teams die Favoritenrolle annehmen. Fest steht: Nach dem Aufgalopp im Albert Park in Melbourne wird das Aufeinandertreffen auf der Wüsten-Rennstrecke in Sakhir zum ersten verlässlichen Gradmesser der Saison.

Merceses wiegt sich trotz des makellosen Abschneidens mit 44 Punkten beim Auftakt in Down Under vor dem Großen Preis von Bahrain (Sonntag ab 17:10 Uhr im Liveticker) keineswegs in Sicherheit. "Ein Rennen allein bestimmt nicht das Kräfteverhältnis für den Rest der Saison", sagte Motorsportchef Toto Wolff, der sich mit dem Weltmeisterteam zuvor als Herausforderer gesehen hatte. Dabei, so Wolff, bleibt es vorerst:

" Egal wie man das Ergebnis aus Melbourne deutet, unsere Einstellung hat sich dadurch nicht verändert."

Der Doppelsieg durch Valtteri Bottas und Titelverteidiger Lewis Hamilton war für Mercedes erfreulich, in seiner Entstehung dennoch überraschend gewesen. Nicht, weil Wolff und Co. nicht vom eigenen Paket überzeugt sind. Vielmehr war die Schwäche der Ferraris von Sebastian Vettel (4.) und Charles Leclerc (5.) so nicht erwartet worden.

Ferrari-Enttäuschung in Australien

Die Scuderia hatte die Testfahrten vor dem Saisonstart bestimmt, als es jedoch ernst wurde, agierte der als Wunderauto gehandelte SF90 mürrisch - besonders in den langsamen und mittelschnellen Kurven. In Maranello wurde intensiv nach der Fehlerquelle gesucht, die vollzogenen Anpassungen sollen nun das Potenzial des Wagens auf die Strecke bringen.

"Wir gehen davon aus, dass die Verbesserungen, die wir vorgenommen haben, Wirkung zeigen", sagte Teamchef Mattia Binotto:

"In Bahrain müssen wir sicherstellen, dass wir unsere Schwachstellen in Australien verstanden und beseitigt haben."

Das wünscht sich auch Vettel. Der viermalige Weltmeister war nach dem Australien-Rennen merklich gefrustet. Einen weiteren Ausrutscher will sich Vettel in jedem Fall ersparen - die Jagd nach dem ersten Titel mit Ferrari soll nicht schon früh unnötig erschwert werden.

Hoffen auf Bahrain

Nach Bahrain konnte Vettel nicht nur wegen der Anpassungen an seinem Wagen zuversichtlich reisen. Die Wüstenstrecke ist für ihn traditionell ein gutes Pflaster, mit vier Erfolgen ist er Rekordsieger, auch im Vorjahr siegte er. "Es ist nicht einfach, den Rhythmus auf der Strecke zu finden, vor allem wegen des Sandes und des Windes, der auf den Kurs bläst", sagte Vettel:

" Jede Runde ist anders. Jede kleinste Abweichung von der Ideallinie kann deine Runde ruinieren."

Wegen der kleinen Sand- und Staubpartikel ist die Strecke abseits der Ideallinie rutschig. Auch für Getriebe, Motor, die Kühleinlässe oder die Bremsbeläge können sie zum Problem werden.

"Das Wochenende stellt uns vor einzigartige Herausforderungen", sagte Wolff, der nicht nur Ferrari im Blick hat: "Melbourne hat gezeigt, dass Red Bull ebenfalls ein Wörtchen mitreden wird."

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