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Lewis Hamilton holt Pole Position beim GP von Brasilien

Hamilton holt Pole in Brasilien - Vettel bestraft
Von Eurosport

10/11/2018 um 19:06Aktualisiert 10/11/2018 um 22:45

Lewis Hamilton geht beim Großen Preis von Brasilien von der Pole Position ins Rennen. Der Mercedes-Pilot holte sich mit Streckenrekord von 1:07,281 Minuten seine 82. Pole der Karriere. Neben dem bereits als Weltmeister feststehenden Briten startet Sebastian Vettel im Ferrari (+0,093 Sekunden) in der ersten Startreihe. Reihe zwei bilden Valtteri Bottas (Mercedes) und Kimi Räikkönen (Ferrari).

Hamilton schuf damit exzellente Voraussetzungen, um am Sonntag mit seinen Silberpfeilen auch die Konstrukteurs-WM zu gewinnen.

"Ich habe es in Kurve acht verloren!", rief ein wütender Vettel in den Boxenfunk, ohne diesen Fehler hätte er wohl den ersten Startplatz erobert: "Danke Jungs, das Auto war gut, aber ich hatte diesen winzigen Verbremser." Hamilton sprach von einem harten Qualifying, "Ferrari ist unglaublich schnell an diesem Wochenende. Bei mir hat nicht alles perfekt geklappt, am Ende bin ich sehr glücklich über die Pole."

Am Samstagnachmittag war das aber noch weit weg, es galt, das Qualifying aufzuarbeiten. Denn Hamilton und Vettel hatten auf unterschiedliche Weise für Ungewissheit gesorgt. Der Brite behinderte eine Runde des Williams-Piloten Sergej Sirotkin, beinahe kam es zur Kollision, die Rennleitung hatte damit Anlass, genauer hinzuschauen. Eine Ermittlung wurde zunächst aber nicht angekündigt.

Hamilton sah die Schuld ohnehin bei Sirotkin. "Unter uns Fahrern ist klar: Wir geben uns in einer solchen Situation gegenseitig Raum, damit war das hier ein ziemlich respektloses Manöver", sagte er.

Fehlverhalten beim Wiegen

Vettels Vergehen war geradezu bizarr: Nach dem zweiten Qualifying-Abschnitt weigerte er sich, beim Wiegen wie gewöhnlich den Motor seines Ferrari abzustellen. Dadurch wurde zunächst das Wiegen erschwert, bei der Abfahrt zerstörte Vettel dann nach Aussage des Technischen Delegierten Jo Bauer auch noch die Waage. 45 Minuten nach dem Qualifying musste Vettel sich vor den Stewards erklären.

"Es ist besser, wenn ich dazu nichts sage", meinte Vettel zunächst, erklärte dann aber doch, was geschehen war: "Sie sollten uns in einer solchen Situation nicht rufen, wenn die Bedingungen sich ändern", sagte er mit Blick auf die durchaus hohe Wahrscheinlichkeit eines Regenschauers und die damit verbundene Betriebsamkeit in der Garage: "Wir hatten zu tun. Ich wollte, dass sie sich beeilen."

Saftige Geldstrafe für Vettel

Die Stewards fällten schlussendlich ein mildes Urteil: Vettel kam mit einer Verwarnung und einer Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro davon. Auswirkungen auf das morgige Rennen hat die Strafe keine.

Red Bull ließ im Qualifying Federn: nur die Ränge fünf und sechs für Max Verstappen (+0,497) und Daniel Ricciardo (+0,479), der fünf Plätze Rückversetzung aufgebrummt bekommt und am Sonntag von Position elf startet. Die Top 10 komplettierten Marcus Ericsson (Sauber/7.), Charles Leclerc (Sauber/8.), Romain Grosjean (Haas/9.) und Pierre Gasly (Toro Rosso/10.).

Aus in Q2 für Hülkenberg

Den Einzug in den dritten Abschnitt verpassten Kevin Magnussen (Haas/11.), Sergio Perez (Force India/12.), Esteban Ocon (Force India/13.), Nico Hülkenberg (Renault/14.) sowie Sergei Sirotkin (Williams/15.). Die Entscheidung fiel sieben Minuten vor dem Ablaufen der Uhr, weil zu diesem Zeitpunkt der Regen einsetzte und es an vielen Stellen der Strecke zu rutschig wurde - allerdings nicht für Leclerc, der eine Wunderrunde in den Asphalt brannte, als es niemand für möglich hielt.

Die Ferrari-Piloten sowie Ricciardo schafften es, sich mit der härteren Soft-Mischung für den finalen Abschnitt zu qualifizieren und sich die Reifen für den Rennstart zu sichern. Die Mercedes-Fahrer und Verstappen, die angesichts der dunklen Wolken zunächst eine Zeit mit Supersoft gesetzt hatten, versuchten nachzuziehen, toppten ihre eigenen Zeiten mit der weicheren Mischung aber nicht.

Bereits nach dem ersten Qualifying-Abschnitt war für Carlos Sainz (Renault/16.), Brendon Hartley (Toro Rosso/17.), Fernando Alonso (McLaren/18.), Lance Stroll (Williams/19.) und für Stoffel Vandoorne (McLaren/20.) Schluss. Insbesondere für Sainz, der schneller hätte fahre können als bei seinem ersten und einzigen Versuch, war eine Portion Pech dabei, weil es auch schon vor dem Ende dieses Segments zu regnen begonnen hatte und keine Zeitenverbesserungen mehr möglich waren.

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