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Max Verstappen steht nach dem Zusammenstoß mit Sebastian Vettel in Schanghai in der Kritik

"Immer wieder Chaos!" Herbe Kritik an Verstappen nach Vettel-Abschuss

15/04/2018 um 19:09

Nach der von ihm verschuldeten Kollision mit Sebastian Vettel beim GP von China in Schanghai nimmt die Kritik an Max Verstappen weiter zu. Vor allem Ex-Weltmeister Nico Rosberg fand bei "RTL" deutliche Worte: "Das war ein Schritt zu weit und das zum dritten Mal in Folge. Bei Max ist immer Chaos, immer wieder Chaos. Das ist extrem. Es geht gar nicht, dass du so die WM so beeinflusst", so Rosberg.

Red-Bull-Pilot Verstappen fuhr bei einem Überholmanöver in der Kurve direkt in den Ferrari von Vettel hinein.

Beide drehten sich, konnten das Rennen aber mit Zeitverlust fortsetzen. Vettels Bolide wurde bei der Aktion in der 43. von 56 Runden zudem beschädigt.

Verstappen bekam eine verhältnismäßig milde Zeitstrafe von zehn Sekunden aufgebrummt und belegte am Ende Rang fünf. Vettel beendete den GP von China als Achter. Ein herber Dämpfer.

Der viermalige Weltmeister blieb in der Analyse der Kollisionsszene dennoch erstaunlich cool:

"Man hat gesehen, dass es auf seine Kappe geht. Es hat unser beider Rennen zerstört, wobei wir Glück hatten, weiterfahren zu können. Dumm gelaufen, aber es geht weiter."

Der Heppenheimer nahm seinen Konkurrenten sogar in Schutz: "Das kann einem auch passieren, wenn man 300 Rennen gefahren ist. Man darf nicht außer Acht lassen, dass sich Dinge aus dem Auto heraus sehr schwierig einschätzen lassen, wenn man keinen Unfall bauen will."

Verstappen sieht Fehler ein

Verstappen zeigte sich einsichtig und nahm die Schuld auf sich. "Ich sah, wie Sebastian mit seinen Reifen kämpfte. Ich versuchte, spät zu bremsen - und traf ihn. Das war mein Fehler. Klar: Im Nachhinein hätte ich besser gewartet. Aber das habe ich eben nicht getan", erklärte der Niederländer.

Generelle Kritik an seiner Fahrweise wollte der 20-Jährige aber nicht hinnehmen:

"Im Augenblick läuft es einfach nicht so, wie ich es gern hätte. Ich muss deshalb aber nicht ruhiger werden."

Aus dem Umfeld des Youngster kam derweil unterschwellig Kritik auf. "Max hat es beim Überholversuch übertrieben. Es war sein Fehler", betonte Red-Bull-Boss Helmut Marko. "Max ist jung, er fährt aggressiv. Heute hat er den Preis dafür bezahlt …", befand Teamchef Christian Horner.

Nicht die erste umstrittene Verstappen-Aktion

Verstappen war in der Vergangenheit häufiger durch waghalsige Manöver aufgefallen. Zuletzt schlitzte er sich bei einer Kollision mit Mercedes-Pilot Lewis Hamilton in Bahrain den Vorderreifen auf.

Weltmeister Hamilton bezeichnete den Red-Bull-Star während der Siegerehrung als "Schwachkopf", relativierte die Aussage aber anschließend etwas. "Er ist ein junger Fahrer und hat eine fantastische Pace, aber als Youngster triffst du nicht immer die richtige Entscheidung", sagte Hamilton auf der Pressekonferenz nach dem Rennen in Bahrain.

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