Titelverteidiger Lewis Hamilton (Großbritannien) im zweiten Mercedes musste sich mit Rang vier begnügen, völlig überraschend hatten die Silberpfeile rund eine halbe Sekunde Rückstand auf Ferrari.
"Das war ein tolles Qualifying, das Auto war großartig", sagte Vettel jubelnd: "Das war magisch." Das hervorragende Ergebnis der Scuderia rundete Kimi Räikkönen (Finnland/+0,087 Sekunden) ab, der wie am vergangenen Wochenende in Bahrain die "rote" erste Startreihe komplettierte.

Erste Ferrari-Pole in Schanghai

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Vettel, der die ersten beiden Rennen in Australien und Bahrain gewonnen hat, sorgte in Shanghai für die erste Ferrari-Pole seit der Erstaustragung des Rennens im Jahr 2004. Das gute Omen für den 30-Jährigen: Damals startete der Brasilianer Rubens Barrichello von Startplatz eins - und siegte. Für Vettel war es die 52. Pole seiner Karriere. "Das Auto war erstaunlich heute, es wurde immer besser", sagte Vettel, "ich wusste, wenn ich die Runde treffe, dann reicht es."
Enttäuschung herrschte dagegen bei den Silberpfeilen. Der Kurs in Shanghai gilt als Mercedes-Strecke, in den vergangenen vier Jahren siegten sie stets. Bei kühlen Temperaturen von nur zwölf Grad Celsius stellte nun jedoch Ferrari unerwartet das bessere Paket.
Hamilton (+0,580) verlor als Vierter auch das teaminterne Duell mit dem Finnen Valtteri Bottas (+0,530), der vom dritten Startplatz ins Rennen geht. Dahinter reihten sich die beiden Red Bulls mit Max Verstappen (Niederlande/+0,701) und Daniel Ricciardo (Australien/+0,853) ein. Nico Hülkenberg (Emmerich/+1,437) war im Renault als Siebter bester Fahrer hinter den drei Top-Teams. "Im Qualifying stehen wir immer gut da, die Sieben ist das Maximum für uns", sagte er.

Wärmere Temperaturen erwartet

Im Rennen lastet der größte Druck nun auf Mercedes, allen voran auf Hamilton. Der Brite, mit fünf Erfolgen Rekordsieger in Shanghai, darf sich nach den Rückschlägen im bisherigen Saisonverlauf einen weiteren Ausrutscher nicht erlauben. Der überraschend große Rückstand des Weltmeister-Teams von rund einer halben Sekunde auf Ferrari machte jedoch wenig Hoffnung. Allerdings soll es am Sonntag deutlich wärmer werden, die Bedingungen wären dann nicht mit denen des Qualifyings vergleichbar.
Vettel hatte schon im ereignisreichen Abschlusstraining mit der klaren Bestzeit Selbstvertrauen getankt. Er blieb erstmals am Wochenende vor Hamilton, der mit Problemen zu kämpfen hatte und bei einem Dreher glimpflich davonkam.
Ein Debakel hatte am Samstagmorgen zunächst Ricciardo gedroht, im dritten Training musste er seinen Boliden mit einem Motorschaden abstellen. Die Mechaniker verrichteten Schwerstarbeit, um das Auto für das Qualifying rechtzeitig fahrbereit zu bekommen. Als Ricciardo kurz vor Ende von Q1 dann erstmals auf die Strecke ging, klopfte man sich in der Red-Bull-Box auf die Schultern. Am Ende jubelten dann dennoch Vettel und die Scuderia Ferrari.
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