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Ferrari-Boss erhöht Druck auf Vettel: "Hätte besser abschneiden können"

Ferrari-Boss erhöht Druck auf Vettel: "Hätte besser abschneiden können"

13/07/2019 um 19:05Aktualisiert 14/07/2019 um 10:27

Sebastian Vettel startet beim Grand Prix von Großbritannien zum dritten Mal in Serie nicht aus den Top 5. Der Deutsche schafft im Ferrari SF90 nur Platz sechs im Qualifying in Silverstone, fast sieben Zehntelsekunden beträgt sein Rückstand auf die Mercedes-Pole. Eine Erklärung für das dürftige Abschneiden hat Vettel nicht - dafür erhöht Ferrari-Teamchef Mattia Binotto langsam den Druck.

"Es ist normalerweise recht eindeutig, dass man vom ersten bis zum dritten Qualifying-Abschnitt schneller wird - ohne wirklich etwas dafür zu tun. Das ist heute aber einfach nicht passiert."

In Q1 schaffte er eine Rundenzeit von 1:25.898 Minuten, im zweiten Abschnitt war er sogar um zwei Zehntelsekunden langsamer und musste um den Q3-Einzug zittern. Auf dem weichen Reifen verbesserte er sich von Platz elf in letzter Sekunde noch auf Rang fünf.

Vettel hatte "kein gutes Gefühl im Auto"

Dennoch war er mit dem schnelleren Reifen um eine halbe Sekunde langsamer als die Q2-Bestzeit. Pirelli hat errechnet, dass der Soft rund sieben Zehntelsekunden schneller sein sollte als der Medium, das brachte der Ferrari nicht auf die Piste.

Im entscheidenden Abschnitt setzte Vettel schließlich eine Zeit von 1:25.787 Minuten. Zum Vergleich: Teamkollege Charles Leclerc schaffte eine Steigerung von knapp vier Zehntelsekunden von Q1 bis Q3.

Der Monegasse war auf dem entscheidenden letzten Versuch um satte sechs Zehntelsekunden schneller als Vettel. "In Q1 war ich so schnell wie auch in Q3. Das ist ein wenig eigenartig. Ich hatte kein gutes Gefühl im Auto. Es wollte einfach nicht sein."

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto

Ferrari-Teamchef Mattia BinottoSID

Aber warum konnte ihn der Teamkollege so deutlich schlagen? "Es ist jetzt nicht eine Kurve, die raussticht. Ich verliere ein bisschen überall. Ich kam heute Nachmittag nicht ganz so zurecht." Am liebsten würde Vettel das Qualifying noch einmal wiederholen: "Jetzt habe ich viele Dinge im Kopf, die man hätte probieren können."

Grob zusammengefasst: Das Auto macht nicht das, was Vettel will. Mattia Binotto erklärt:

"Sebastian fühlte sich mit seinem Set-up etwas weniger wohl. Da müssen wir jetzt die Daten analysieren. Er war natürlich nicht so gut wie Charles. Ich bin mir sehr sicher, er hätte heute besser abschneiden können."

Indirekt bestätigt der viermalige Weltmeister diese Aussage, denn schon das gesamte Wochenende würden die Aussagen von Leclerc nicht mit seinen übereinstimmen - "obwohl die Autos eigentlich gleich sind. Im Qualifying selber habe ich natürlich alles probiert, aber ich kam einfach nicht zurecht."

Vettel: Mercedes ist Favorit, Kampf mit Red Bull

Ferrari hat im Qualifying erneut auf die weichste Reifenmischung in Q2 gesetzt, damit werden Vettel und Leclerc als einzige Toppiloten am Sonntag auf dem Soft starten. "Wir hatten auch in Q1 einen Run auf dem weichen Reifen, daher war Q2 ein wenig beeinträchtigt. Generell glaube ich aber nicht, dass es einen großen Unterschied zwischen den Reifen gibt."

Er kämpfte außerdem mit einem Problem am DRS, das allerdings noch während des Zeittrainings behoben werden konnte und den entscheidenden Versuch nicht beeinträchtigte. Die meiste Zeit ließ Vettel laut eigener Aussage schließlich im zweiten Sektor liegen.

Ein Blick auf die besten Sektorzeiten zeigt: Leclerc konnte im ersten Abschnitt die schnellste Zeit aufstellen, Vettel war um 0,180 Sekunden langsamer. In Sektor 2 ließ er gar 0,340 Sekunden liegen und in Sektor 3 0,320 Sekunden.

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"Ich glaube, es hat einfach der Speed gefehlt. Ich habe mich nicht so wohlgefühlt im Auto. Ich habe einfach nicht in den Rhythmus gefunden heute. Ich denke, morgen wird es auf jeden Fall besser mit mehreren Runden." Denn in die Rennpace setzt er mehr Hoffnung:

"Im Rennen bügelt sich das normalerweise glatt. Die Rennpace ist in der Regel sehr gut, aber es ist natürlich schwerer, von weiter hinten loszufahren."

Daher tippt er auf Mercedes als Favoriten im Rennen. "Ich schätze, das wird ein harter Kampf zwischen den Red Bulls und uns."

Darauf angesprochen, dass er sich nun nicht nur gegen Max Verstappen, sondern auch gegen Pierre Gasly durchsetzen muss, kontert er mit einem Lächeln: "Einer allein wäre doch langweilig!" Nachsatz: "Ich bin natürlich nicht glücklich mit dem heutigen Tag. Daher freue ich mich umso mehr auf morgen."

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