Wenn Lewis Hamilton an sein anstehendes Heimspiel denkt, wird der Superstar richtig wehmütig. "Das wird super seltsam", sagt Hamilton vor seinem Auftritt daheim in Silverstone (Sonntag, 15:10 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de). Normalerweise sind Rennen in dem PS-Mekka ja regelrechte Hamilton-Festspiele, Tausende Fans pilgern an die Strecke und der Weltmeister lässt sich von ihnen auch schon mal wie ein Rockstar auf Händen tragen.

Doch diesmal ist alles anders. Die Strecke, nur rund 80 Kilometer von Hamiltons Geburtsort Stevenage entfernt gelegen, wird wegen Corona am Wochenende zur Sperrzone. Es werde sich in seinem Formel-1-Wohnzimmer wohl ein bisschen "leer" anfühlen, befürchtet Hamilton.

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Vettel: Hamilton "in einer eigenen Liga"

Aber natürlich will sich Hamilton auch von dieser ungewohnten Atmosphäre nicht von seinem Weg abbringen lassen. Der 35-Jährige und Mercedes fahren ja schon länger "in einer eigenen Liga", sagte Sebastian Vettel zuletzt. Alles andere als Hamiltons insgesamt siebter Triumph in Silverstone wäre eine kleine Sensation - und eine Woche später rasen die Fahrer erneut über die Traditionsstrecke.

Die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton (vorne) und Valtteri Bottas (hinten) dominieren bisher die Formel-1-Saison

Fotocredit: Getty Images

Doch Mercedes-Teamchef Toto Wolff will im Vorfeld nicht allzu siegessicher klingen und zitiert Baseball-Legende Babe Ruth: "Mit dem Home Run von gestern können wir nicht auch noch das heutige Spiel gewinnen." Nur wegen einer "starken Leistung in der Vergangenheit sind weitere gute Ergebnisse nicht selbstverständlich", sagte Wolff, "im Gegenteil".

Doch dieser Hamilton lässt all die Siege eben wie selbstverständlich aussehen, der Serienweltmeister wirkt erneut unantastbar. Dies ist umso erstaunlicher, weil sich Hamilton selbst ja längst nicht mehr nur als Rennfahrer sieht. Der Brite ist ein Aktivist, der ein Vermächtnis hinterlassen will und hat sich neben dem Streben nach sportlichen Erfolg ganz dem Kampf gegen Rassismus verschrieben. Aber trotz all seines Engagements abseits der Strecke wird er in seinem Rennwagen einfach nicht langsamer. Ganz im Gegenteil.

Hamilton jagt Schumachers Rekorde

Es ist alles andere als unwahrscheinlich, dass Hamilton nach Titeln und Rennsiegen in diesem Jahr mit dem großen Michael Schumacher gleichzieht. "Es ist so verrückt für mich, weil ich noch weiß, wie ich vor dem Fernseher saß, als Michael Rekorde brach, und jetzt habe ich die Perspektive gewechselt und bin selbst mittendrin, komme sogar seinen Rekorden näher", sagte Hamilton der "Sport Bild".

Auf dem nächsten Schritt dahin muss Hamilton aber in Silverstone auf seine Fans verzichten. "Es wird eine Sperrzone um die Strecke geben. Formel-1-Fans dürfen dort nicht hin", teilte die Polizei mit: "Sie sollten stattdessen die Rennen vor dem Fernseher verfolgen, wie viele Millionen weitere Fans auch." Es wird wohl eine seltsame Atmosphäre werden bei Hamiltons sonst so stimmungsvollem Heimspiel.

(SID)

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