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Vettel vor Ferrari-Heimrennen unter Druck: Läuft ihm Leclerc den Rang ab?

Vettel vor Ferrari-Heimrennen unter Druck: Läuft ihm Leclerc den Rang ab?
Von Eurosport

06/09/2019 um 01:12

Die Hoffnung auf einen Ferrari-Sieg beim Großen Preis von Italien ist nach dem Erfolg durch Charles Leclerc in Belgien groß. Der Druck auf Sebastian Vettel ist enorm, einen weiteren Rückschlag kann sich der Deutsche nicht erlauben. "Es ist ohne Frage das größte Rennen für uns. Die Zuschauer werden uns beflügeln, wir sind bereit", so Vettel vor dem Ferrari-Heimrennen in Monza.

"Es ist wichtig, dass wir zusammenarbeiten und nicht gegeneinander. Das scheint zu funktionieren", sagte Vettel und erhielt Unterstützung von seinem jungen Teamkollegen. "Wir haben ein gutes Verhältnis", sagte Leclerc, der in Spa auch dank einer Stallorder erstmals siegte und nun von einem gesunden "Kompromiss" aus Rivalität und Kollegialität sprach.

Vettel vor Monza-GP: "Das größte Rennen für uns"

Demonstrativ zeigte das Starduo der Roten Geschlossenheit. Vettel und Leclerc äußerten ihren gegenseitigen Respekt, gemeinsam verfolgen sie in Monza dasselbe große Ziel: Die Tifosi fiebern Ferrari-Festspielen entgegen, das Ende der schmerzhaften Serie der Roten ist zur Pflicht ausgerufen worden. Erstmals seit 2010 will das in der Saison 2019 arg gebeutelte Traditionsteam wieder einen Heimsieg feiern.

"Es ist ohne Frage das größte Rennen für uns. Die Zuschauer werden uns beflügeln, wir sind bereit", sagte Vettel und schob eine Warnung hinterher:

"Wir sind nicht der klare Favorit und müssen realistisch sein. Mercedes ist in der Lage, jedes Rennen zu gewinnen."

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Dass es am kommenden Wochenende klappt, ist dennoch nicht unrealistisch. Ferrari spielte schon in Spa seine Stärken auf den Geraden aus, der Vorteil gegenüber Mercedes war deutlich, der Hochgeschwindigkeitskurs in Monza sollte diesen Effekt sogar noch verstärken. Monza ist Ferrari-Land - Vettels gefährlichster Gegner kommt deshalb aus den eigenen Reihen. Der 21 Jahre alte Ferrari-Rookie Leclerc hat Vettel in den vergangenen Rennen intern den Rang abgelaufen.

Ex-Ferrari Boss Montezemolo: "Vettel keine Nummer zwei"

Der 14. Saisonlauf wird für den 32-Jährigen zum wegweisenden Rennen: Bei einer weiteren Niederlage im Teamduell mit dem Shootingstar vor den Augen Tausender Italiener dürfte Vettels Rolle als undankbare Nummer zwei der ruhmreichen Scuderia vorerst zementiert sein. Abzuschreiben ist Vettel jedoch nicht.

Der langjährige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo warnte vor Zweifeln. "Vettel ist keine Nummer zwei. Vettel ist eine Nummer eins", sagte der 72-Jährige. Leclerc sei dabei, eine Nummer eins zu werden. "Es ist gut, zwei Nummer-eins-Fahrer zu haben. Sebastian ist in meinen Augen noch immer sehr, sehr gut. Ich bin sicher, dass er zurückkommt."

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Fakt ist jedoch auch: Vettel wartet seit Spa 2018 auf einen Sieg. Den Rückhalt, den er zu Saisonbeginn hatte, spürt er nicht mehr.

Duell Ferrari gegen Mercedes in Monza

Trotz aller Vorteile muss Vettel neben Leclerc auch Mercedes fürchten. Für das Rennen am Sonntag wird Regen erwartet, was den Silberpfeilen entgegenkommen sollte. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff äußerte sich dennoch verhalten:

"Wir sind in Italien nicht die Favoriten, aber wir werden unser Bestes geben, um die Roten an diesem Wochenende zu fordern."

Kaum einen Einfluss auf den Kampf um den Sieg dürfte Red-Bull-Pilot Max Verstappen nehmen. Der Niederländer setzt einen neuen Motor ein und überschreitet damit die Zahl der erlaubten Motoreneinheiten in dieser Saison. Daher wird der 21-Jährige mit einer Startplatzstrafe belegt, die ihn ans Ende der Startaufstellung zurückwirft.

(SID)

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