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Stroll stinksauer auf Vettel, verteidigt ihn aber trotzdem

Stroll stinksauer auf Vettel, verteidigt ihn aber trotzdem

09/09/2019 um 10:57Aktualisiert 09/09/2019 um 11:08

Lance Stroll ist nach dem Wendemanöver von Sebastian Vettel angefressen. Dennoch findet er die Strafe gegen den Ferrari-Piloten zu hart. "Ehrlich gesagt bin ich ziemlich sauer über das, was passiert ist", sagte der 20-Jährige, fügte aber an: "Ich habe eine Durchfahrtsstrafe bekommen, deshalb ist das nicht wirklich fair. Es war genau dasselbe." Vettel erhielt eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe.

Der Kanadier reagiert mit Unverständnis auf diese Aktion. Allerdings machte er kurz darauf genau denselben Fehler und räumte beinahe Pierre Gasly ab. "Ehrlich gesagt bin ich ziemlich sauer über das, was passiert ist", sagt der 20-Jährige:

"Aus seiner Position heraus hätte er niemals so aggressiv zurück auf die Strecke wenden dürfen. Er hat die gesamte Breite der Strecke blockiert und mich umgedreht. Ich habe die gelbe Flagge gesehen und verlangsamt. Ich habe mich genau an die Regeln gehalten. Aber er ist mitten in der Ascari-Schikane auf die Strecke zurückgewendet und ich konnte überhaupt nichts machen - selbst mit dem langsamen Tempo, das ich zu diesem Zeitpunkt gefahren bin."

Die Formel 1 ist nach den tragischen Ereignissen in der Formel 2 in Spa derzeit sehr sensibilisiert für solche Unfälle. Dort wurde ein quer auf der Strecke stehendes Fahrzeug im 90-Grad-Winkel getroffen.

Gleiche Strafe für alle

Überraschenderweise hält Stroll jedoch die 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe gegen Vettel für nicht gerechtfertigt, zumindest nicht in Relation zu seiner eigenen. Denn der Racing-Point-Pilot machte genau dasselbe wenige Sekunden später mit Pierre Gasly. Stroll dazu:

"Ich habe eine Durchfahrtsstrafe bekommen, deshalb ist das nicht wirklich fair. Es war genau dasselbe, was ich getan habe. Da hätten wir beide dieselbe Strafe bekommen müssen, beide Male Durchfahrtsstrafen."

Klar ist natürlich auch, dass ohne Vettels Aktion Stroll gar nicht in diese Lage geraten wäre: "Er hat mich erwischt und umgedreht. Dadurch habe ich in die falsche Richtung geblickt. Ich konnte nicht sehen, wer von rechts kam. Deshalb musste ich ein gefährliches Manöver fahren, um wieder auf die Strecke zu kommen und wurde dann für dieselbe Sache bestraft. Das war ein Desaster."

Gasly, der als Elfter die Punkteränge um 1,819 Sekunden verfehlte, konnte ins Kiesbett ausweichen und so einen Unfall verhindern. "Das war ziemlich knapp", sagt der Toro-Rosso-Pilot. "Das hätte auch deutlich schlimmer ausgehen können." Gasly fügte an:

"Ich habe gesehen, wie er da stand. Aber ich dachte, er würde dort stehen bleiben, weil es eine wirklich schnelle Stelle ist. Ich hatte schon geplant, außen um ihn herum zu fahren. Dann musste ich ins Kiesbett und kam der Mauer sehr nahe. Ich kam wieder raus, aber habe Positionen und Zeit verloren."

Dreimal Punkte weg

Schlussendlich bleiben mehrere ruinierte Rennen. Stroll lag zum Zeitpunkt des Unfalls auf Rang sieben und auf gutem Weg zu Punkten. "Der Abstand zu Platz acht war bereits groß. Ich bin von den McLaren weggekommen und lag im DRS-Fenster zu den Renaults."

Stroll wurde letztlich 12,8 Sekunden hinter Gasly Zwölfter. 20 Sekunden dahinter beendete Vettel sein desaströses Rennen im Autodromo Nazionale Monza.

Gasly wiederum ist sich sicher, dass ihn das Ausweichmanöver den Einzug in die Punkteränge gekostet hat: "Das hat uns am Ende viel gekostet; wir lagen nur drei Sekunden hinter Platz neun. Das war nicht ideal, vor allem weil sich in der Runde nach dem Vorfall Romain [Grosjean] gedreht hat. Da haben wir noch mehr Zeit verloren. Aber das ist halt Racing."

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