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Formel 1 in Suzuka: Hamilton siegt erneut, Vettel kollidiert mit Verstappen

Hamilton siegt in Suzuka, Vettel crasht sich aus der WM
Von SID

07/10/2018 um 08:38Aktualisiert 07/10/2018 um 08:58

Sebastian Vettel hat seine allerletzte WM-Chance in der Formel 1 durch einen Crash mit Max Verstappen verspielt. Beim Großen Preis von Suzuka in Japan kollidierte der Ferrari-Star schon früh mit dem Red-Bull-Piloten und wurde letztlich nur Sechster. Der Sieg ging erneut an Lewis Hamilton, wodurch der Mercedes-Star seinem fünften Titel ganz nahe ist. Valtteri Bottas wurde Zweiter vor Verstappen.

Verwachst im Qualifying, übermotiviert im Rennen, alle WM-Chancen dahin: Das Fehlerfestival von Sebastian Vettel und Ferrari geht weiter, doch nicht nur deswegen fährt Lewis Hamilton unaufhaltsam seinem fünften WM-Titel entgegen.

    Der Mercedes-Star feierte beim Großen Preis von Japan einen weiteren ungefährdeten Sieg und arbeitet weiter an seinem Legendenstatus. Vettel kam nach einer selbstverschuldeten Kollision mit Max Verstappen nicht über Rang sechs hinaus - es war wohl der Sargnagel für die Titelhoffnungen des Heppenheimers.

    Vettel bedankte sich beim Team für das Auto und entschuldigte sich für den Crash mit Verstappen:

    "Aber wenn ich es in der Kurve nicht versuche, dann kann ich auch zu Hause bleiben"

    Hamilton baute seine WM-Führung gegenüber Vettel durch seinen 50. Sieg für Mercedes, den 71. seiner Formel-1-Karriere, von 50 auf 67 Punkte aus.

    Hamilton kann in den USA schon Weltmeister werden

    Der Brite kann bereits beim viertletzten Saisonrennen in Austin/USA am 21. Oktober alles klar machen - hierzu muss er auf seiner Lieblingsstrecke (vier Siege in Folge) "nur" acht Punkte mehr holen als Vettel. Hamilton würde mit dem legendären Juan Manuel Fangio gleichziehen. Mehr WM-Titel (7) hat nur Michael Schumacher auf dem Konto.

    Hamilton wollte noch nicht über den möglichen WM-Titel in Austin reden: "Man geht immer Schritt für Schritt weiter, weiß aber nie, was im nächsten Grand Prix passiert." Sollte Hamilton in Austin gewinnen und Vettel nicht mindestens Zweiter werden, ist der Brite durch.

    Platz zwei in Suzuka ging an Hamiltons Teamkollegen Valtteri Bottas, der in der Schlussphase einige Mühe hatte, den ungestüm attackierenden und letztlich drittplatzierten Max Verstappen. Red Bull auf Distanz zu halten.

    Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo kämpfte sich von Startplatz 15 nach einer fulminanten Aufholjagd noch auf Rang vier nach vorne. Nico Hülkenberg stellte seinen Renault nach 37 Runden auf dem letzten Platz liegend ab.

    Vettel gelingt Blitzstart in Suzuka

    Obwohl Mercedes das gesamte Wochenende dominierte und der fünfte Suzuka-Sieg der Silbernen in Folge nie ernsthaft in Zweifel stand, verzichtete der Weltmeister-Rennstall darauf, Bottas für seine treuen Dienste zu belohnen und ihm den Sieg zu schenken.

    Der Finne hatte Hamilton in Russland in der vergangenen Woche zähneknirschend passieren lassen. Obwohl der WM-Titel für Hamilton nun quasi sicher ist, wollte der Kommandostand der Silbernen aber offenbar keine Punkte verschenken.

    Für Vettel hatte die "Mission Impossible" in Suzuka bereits denkbar schlecht begonnen: In allen Trainingseinheiten war der 31-Jährige langsamer als Hamilton, im Qualifying verwachste Ferrari mit Mischreifen bei trockener Strecke völlig. Von Startplatz acht musste Vettel bei erstmals an diesem Wochenende warmen und trockenen Konditionen voll attackieren.

    Während Hamilton und Bottas in Startreihe eins ihre Plätze verteidigten, machte Vettel in der ersten Runde gleich vier Positionen gut. Damit lag nur noch Verstappen als Puffer zwischen den beiden Silberpfeilen und dem Ferrari-Star.

    Vettel will zu viel - und trifft Verstappen

    Es kam für Vettel noch besser: Nach einer Kollision zwischen seinem zukünftigen Teamkollegen Charles Leclerc (Sauber) und Kevin Magnussen lagen Reifen- und Karbonteile auf der Strecke. Das Safety Car rückte aus, die Zeitabstände waren mit einem Mal verschwunden.

    Vettel wollte aber nach dem Re-Start in Runde acht zu viel: Er attackierte Verstappen, obwohl dieser noch eine Fünf-Sekunden-Strafe absitzen musste und der Deutsche wohl bald ohnehin vorbei gekommen wäre, in der Spoon-Kurve mit einem zu optimistischen Manöver.

    Vettel drehte sich, er fiel auf den 19. Platz zurück und musste sich wieder nach vorne kämpfen. Dies gelang dem viermaligen Weltmeister abermals im Eiltempo, doch die Top Fünf waren unerreichbar.

    Der Hesse wird wohl 2019 einen fünften Anlauf auf seinen ersten Titel mit Ferrari nehmen müssen - auch sein Vorbild und Freund Schumacher hatte fünf Jahre gebraucht, bis er 2000 seine erste WM mit der Scuderia gewann.