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Verstappen drängt sich gegen Leclerc zum Sieg - überraschend keine Strafe

Verstappen drängt sich gegen Leclerc zum Sieg - überraschend keine Strafe
Von Eurosport

30/06/2019 um 20:26

Max Verstappen hat einen spektakulären Großen Preis von Österreich in Spielberg gewonnen und die Mercedes-Siegesserie beendet. Der Red-Bull-Pilot quetschte sich drei Runden vor Schluss am lange Führenden Charles Leclerc (Ferrari) vorbei. Valtteri Bottas (Mercedes) wurde Dritter vor Sebastian Vettel (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes). Eine Strafe bekommt Verstappen für die Aktion nicht.

Die Attacke von Verstappen gegen Leclerc war ...

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Mercedes erstmals gestürzt, doch Sebastian Vettel und Ferrari erleben das nächste Drama.

Red-Bull-Star Max Verstappen hat die monatelange Dominanz der Silberpfeile in der Formel 1 gebrochen - und das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Vettel zu den tragischen Helden des Großen Preises von Österreich degradiert.

Max Verstappen

Max VerstappenGetty Images

Verstappen raste am Sonntag nach einem Herzschlagfinale in Spielberg zum Sieg vor Leclerc und Valtteri Bottas im Mercedes.

Verstappen musste um Sieg bangen

Allerdings musste der 21-Jährige um seinen Sieg bangen. Nach seinem umstrittenen Überholmanöver gegen den bis dahin führenden Leclerc kurz vor dem Ende des Rennens leiteten die Stewards eine Untersuchung des Vorfalls ein.

"Ich lasse jetzt die Rennkommissare entscheiden", sagte Leclerc:

"Er hat mich ein wenig rausgepusht."

Verstappens Antwort war ebenso kurz wie lapidar: "That's racing." Gegen 20 Uhr gab die Formel 1 die Entscheidung der Stewards bekannt: Verstappen behält seinen Sieg. Im offiziellen Report heißt es: "In the totality of the circumstances, we did not consider that either driver was wholly or predominantly to blame for the incident. We consider that this is a racing incident."

Zu deutsch: "In der Fülle der Umstände glauben wir nicht, dass einer der Fahrer ganz oder vorherrschend für den Vorfall verantwortlich gemacht werden kann. Wir halten das für einen Renn-Vorfall."

Ferrari patzt bei Vettel-Stopp

Sebastian Vettel dagegen haderte mit Technik-Problemen, einem Startplatz im Mittelfeld und einer schläfrigen Boxencrew - fuhr mit einer starken Aufholjagd aber immerhin auf den vierten Platz.

Mann des Tages war zweifellos Verstappen. Der Niederländer fuhr beim Heimspiel seines Red-Bull-Rennstalls trotz eines schwachen Starts wie entfesselt, Zehntausende Fans in Oranje sahen die vielleicht spannendste Schlussphase der Saison, als er im Duell der Jungstars Leclerc niederrang.

Max Verstappen gegen Sebastian Vettel

Max Verstappen gegen Sebastian VettelGetty Images

Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes, der sich zuvor alle Siege dieser Saison mit Bottas aufgeteilt hatte, wurde Fünfter. Nico Hülkenberg landete im Renault auf dem 13. Platz.

Im WM-Klassement führt Hamilton (197 Punkte) weiter souverän vor Bottas (166) und Verstappen (126). Vettel (123) fiel auf den vierten Gesamtrang zurück.

Langeweile? Formel 1 meldet sich zurück

Das Rennen am Sonntag war Abschluss eines aufreibenden Wochenendes, das die Formel 1 nach dem Langeweiler in Frankreich dringend benötigte.

Das wohl wildeste Qualifying in diesem Jahr hatte am Samstag für einen ungewohnten Mix in der Startaufstellung gesorgt. Der Ferrari konnte auf den langen Geraden des Red-Bull-Rings seine Stärken wie erwartet bestens ausspielen, und Leclerc fuhr souverän zur Pole.

Dahinter wurde Hamilton vom zweiten auf den vierten Platz zurückversetzt, weil er einen Konkurrenten behindert hatte - Verstappen und Bottas starteten also hinter Leclerc.

Charles Leclerc in der Formel 1

Charles Leclerc in der Formel 1Getty Images

Eine defekte Druckluftleitung zum Motor beendete Vettels Qualifying vorzeitig, und vielleicht war der Hesse daran nicht ganz unschuldig. Wie Teamchef Mattia Binotto mitteilte, sei der Schaden vielleicht durch einen zu harten Ritt über die Kerbs entstanden.

Vettel jedenfalls konnte damit nicht in den Kampf um die Pole eingreifen, ohne Zeit im Q3 qualifizierte er sich für den zehnten Rang. Aufgrund einer Strafe für die Konkurrenz rückte er immerhin auf Rang neun vor.

Leclerc auf Schumachers Spuren

An der Spitze des Feldes war Leclerc der erste Ferrari-Pilot seit Michael Schumacher im Jahr 2003, der von der Pole Position in einen Großen Preis von Österreich startete. Und der Monegasse machte sich gut in dieser Rolle, kam fehlerfrei weg und behauptete die Führung. Dahinter ging es ähnlich turbulent zu wie im Qualifying.

Verstappen hatte große Probleme und fiel gleich weit zurück - er fand sich nach der ersten Kurve sogar hinter Vettel wieder. Der Ferrari-Pilot kam sehr gut weg, machte gleich drei Plätze gut und reihte sich als Sechster ein. "Wir haben eine großartige Geschwindigkeit auf den Geraden, in 71 Runden kann Sebastian einiges bewegen", hatte Binotto gesagt.

Sebastian Vettel gegen Lando Norris

Sebastian Vettel gegen Lando NorrisTwitter

Und in der Tat hatte Vettel zunächst kaum Probleme, sich vorzuarbeiten. Nach sieben Runden lag er auf Rang vier, fünf Sekunden fehlten ihm auf den drittplatzierten Hamilton.

Vettel war nun schneller und verkürzte den Rückstand Stück für Stück - dann folgte der nächste Rückschlag: Als Vettel an die Box kam, lagen seine Reifen noch nicht bereit, gut drei Sekunden verlor er damit beim Wechsel, mal wieder schien sein Rennen ruiniert.

Hamilton muss Frontflügel wechseln lassen

Doch wenig später meldete Hamilton Probleme: Sein Frontflügel war beschädigt, der Engländer verlor Abtrieb und musste sich bei seinem Reifenwechsel eine neue Nase holen. Etwa acht Sekunden kostete ihn das, Hamilton kam auf Rang fünf wieder raus. Leclerc, Bottas, Vettel und Verstappen hießen nun die ersten Vier.

Und der schnellste Mann war eindeutig Verstappen. Der Niederländer ging recht locker an Vettel und Bottas vorbei und kam Leclerc immer näher. Der Showdown folgte in den letzten Runden.

Zweimal konnte der Ferrari-Youngster die Angriffe abwehren, dann ging Verstappen mit einem aggressiven Manöver vorbei. "Was zur Hölle war das!", fluchte Leclerc im Boxenfunk, wenig später fuhr Verstappen unter dem Jubel der Oranje-Fans als erster über die Linie.

(SID)

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