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Ferrari kritisiert Entscheidung pro Verstappen, verzichtet aber auf Protest

Ferrari kritisiert Entscheidung pro Verstappen, verzichtet aber auf Protest

30/06/2019 um 23:17Aktualisiert 30/06/2019 um 23:26

Das Ferrari-Team hat die Entscheidung der FIA-Kommissare, Max Verstappen für seine rennentscheidende Kollision mit Charles Leclerc nicht zu bestrafen, zur Kenntnis genommen: "Ich möchte betonen, dass wir die Entscheidung der Kommissare vollumfänglich akzeptieren", sagt Teamchef Mattia Binotto. "Sie sind die Schiedsrichter, und das müssen wir akzeptieren."

Die Beteiligten hatten zuvor mehr als drei Stunden auf ein Urteil gewartet. Leclerc hatte den Paddock zunächst bereits in Richtung Parkplatz verlassen, saß bereits im Auto, kam dann aber doch nochmal zurück.

Ein paar Minuten stellte sich Binotto der Presse. Das offizielle FIA-Urteil war da noch nicht veröffentlicht. Es war Binotto, der die Meldung als Erster verbreitete. "Wir glauben, dass diese Entscheidung falsch ist. Das ist unsere Meinung", sagt er:

"Wir finden, dass Charles genug Platz gelassen und keinen Fehler gemacht hat. Die Kollision ist dadurch passiert, dass er von der Strecke geschoben wurde. Wir glauben, dass es dafür klare Regeln gibt, die man einhalten kann oder auch nicht."

Vettel wurde für ähnliche Szene bestraft

Was Ferrari besonders stört: Beim Grand Prix von Kanada hat Sebastian Vettel noch eine Strafe dafür kassiert, dass er Lewis Hamilton von der Strecke gedrängt hat. "Es sind die gleichen Regeln, die in früheren Rennen angewendet wurden", kann sich Binotto einen Seitenhieb nicht verkneifen:

"Darüber hinaus finde ich als glühender Ferrari-Fan, dass es für die Formel 1 an der Zeit ist, etwas zu ändern und nach vorne zu schauen, was zukünftige Rennunfälle betrifft. Wir haben schon oft gesagt, dass wir die Fahrer kämpfen lassen sollten."

"Insofern sind wir zwar unglücklich über diese Entscheidung und unterstützen diese nicht, verstehen aber, dass wir nach vorne schauen müssen. Das ist das Richtige für den Sport und die Formel 1."

Ferrari legt keinen Protest ein

Was er mit "nach vorne schauen" meint, verrät Binotto auch: Im Gegensatz zu Kanada wird Ferrari diesmal keinen Protest einlegen. Das steht bereits fest:

"Wir haben entschieden, das nicht zu tun. Weil wir glauben, dass es das Richtige für den Sport ist, das Kapitel zuzuschlagen und nach vorne zu schauen."

Binotto zeigt sich trotz aller Enttäuschung letztendlich als fairer Verlierer: "Bravo an Verstappen zum Sieg. Er hat heute ein fantastisches Rennen gezeigt. Genau wie Charles. Charles ist sehr gut gefahren. Aber es werden neue Gelegenheiten kommen."

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