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Mercedes wortbrüchig: Valtteri Bottas hatte Erlaubnis zu gewinnen

"Harte Realität": Mercedes gesteht Wortbruch

02/10/2018 um 21:18

Für Mercedes-Sportchef Toto Wolff fühlt sich die Entscheidung, Lewis Hamilton seinen Sieg beim Russland-Grand-Prix mit einer Teamorder zugeschustert zu haben, "nicht richtig" an. Schließlich wurde er mit der Aktion gegenüber seinem zweiten Piloten Valtteri Bottas wortbrüchig. Wolff räumte das nach dem Rennen ein. Hamilton konnte seinen Vorsprung in der WM gegenüber Sebastian Vettel ausbauen.

"Wir hatten es in der Früh diskutiert und gesagt: 'Wenn du vorne in Führung liegst, fahren wir so zu Ende'", sagte er. Entsprechend agierte Mercedes zu Anfang, als man Bottas als ersten seiner beiden Piloten an die Box holte, um seinen Sieg gegen den Undercut eines Konkurrenten - auch Hamiltons - abzusichern. Es wäre einfach gewesen, hier dezent einzugreifen.

Wolff: Ging um die Meisterschaft

Wolff lässt durchblicken, dass Mercedes einen ungefährdeten Doppelsieg in der Reihenfolge Bottas-Hamilton tatsächlich hätte laufen lassen. Nicht aber ein Szenario, bei dem der Finne auf Kosten von Hamiltons zweitem Platz - und von WM-Punkten im Duell mit Vettel - gewinnt. "Es ging darum, auf die Meisterschaft zu schauen und unpopulär zu entscheiden", erläutert Wolff. Gesagt, getan.

" Es fühlt sich nicht richtig an, aber vielleicht muss man in diesen Situationen langfristig denken."

Nach der "Wing-Man"-Affäre scheint das Verhältnis erneut belastet.

Hinzu kommt, dass Bottas nach dem Platztausch weiter davon ausging, gewinnen zu dürfen. Absprache war ja Absprache. Er wartete nur darauf, dass Hamilton zurückgepfiffen würde, zumal er aus dem Cockpit erkannt hatte, dass die Bläschenbildung auf den Reifen des Schwesterautos "nicht mehr so schlimm" war. Der Brite selbst dachte nicht daran, aus freien Stücken - wie noch 2017 in Ungarn - Platz zu machen. "Ich wollte mein Auto einfach nur nach Hause bringen", sagt er.

Bottas: "Habe die Situation verstanden"

Die Hiobsbotschaft überbrachte schließlich Renningenieur Tony Ross - kurz vor Ende, als Bottas bereits dämmerte, welches Spiel Mercedes spielt. "Ehrlich gesagt habe ich die Situation schon verstanden", räumt er ein. Klar, vor ihm war der WM-Kandidat, hinter ihm dessen schärfster Rivale.

Und Hamilton? Er tut sich mit der Stallregie schwer, zumal er selbst von ihr überrascht wurde. Als Mercedes ihm den Platztausch im Funk ankündigte, bat er darum, dass Bottas das Tempo erhöhen sollte, damit er sich selbst Luft auf Vettel verschaffen kann. "Ich wollte das nicht", betont Hamilton. "Ihn zu überholen, fühlte sich nicht gut an. Ich wusste aber nicht, wie der Plan am Ende aussieht." Bottas sei ein echter Gentleman, lobt er. "Normalerweise wäre ich glücklich, aber ich kann verstehen, wie schwierig es für Valtteri war. Er hätte den Sieg verdient gehabt."

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