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Kimi Räikkönen schlägt Sebastian Vettel im Qualifying zum Ungarn-Rennen

Ferrari verzockt "lockere" Pole - und Vettel unterliegt Räikkönen

28/07/2018 um 19:46Aktualisiert 28/07/2018 um 19:47

Sebastian Vettel hat die sicher geglaubte Pole Position beim Qualifying in Ungarn verpasst. Der Ferrari-Star konnte zwar in zwei von drei Qualifying-Abschnitten auftrumpfen, in Q3 reichte es nur für die viertschnellste Zeit. Auch Teamkollege Kimi Räikkönen war schneller und ergatterte Startplatz drei. Es ist erst das zweite Mal in dieser Saison, dass der Finne nach dem Qualifying vor Vettel liegt.

"Das Ergebnis ist enttäuschend", sagt Räikkönen hinterher jedoch. "Nicht Erster zu sein, wenn man bedenkt, dass wir heute das Tempo dafür hatten... Ich war aber überrascht, wie gut das Auto auch im Nassen war", erklärt er. Dennoch übt der Finne auch Kritik:

"Die Pole wäre drin gewesen, hätte ich nicht Pech mit dem Verkehr gehabt, als ich neue Reifen aufgezogen habe. Sie hatten viel mehr Grip, aber ich war hinter einem Haas, der stark abgebremst hat."

Der Regen hatte schon kurz vor dem Qualifying eingesetzt und trieb die Verantwortlichen an der Boxenmauer beinahe in den Wahnsinn, weil er in seiner Intensität über die Session hinweg nicht abzuschätzen war. Auch bei Ferrari mussten einige knifflige Entscheidungen getroffen werden - schon in Q1.

Vettel wechselt spät auf Slick-Reifen

Vettel gehörte dabei zu den wenigen, die auf zunächst abtrocknender Strecke erst spät von Intermediates zurück auf Slick-Reifen wechselten. Denn sein Team war davon ausgegangen, dass es noch vor Ablaufen der Zeit wieder stärker regnen würde. Vettel konnte sich noch retten, während sich bei Räikkönen kleine Dramen abspielten. Weil sein Wagenheber fehlschlug, verlor er wertvolle Zeit in der Box. Er schaffte es schließlich nur als Fünfter in Q2.

Zu Beginn des zweiten Qualifying-Abschnitts sah es zunächst wieder nach einem strategischen Fehler von Ferrari aus, da Vettel als einziger der verbleibenden Fahrer auf Intermediates-Reifen rausfuhr. Doch es sollte der richtige Riecher sein: Der Regen kam und alle anderen mussten wieder rein - auch Räikkönen, der in Q2 sogar nur Achter wurde.

Seine Stunde schlug erst im Top-10-Shootout auf Regenreifen. Dennoch fehlten ihm 0,268 Sekunden auf Valtteri Bottas und über eine halbe Sekunde auf Lewis Hamilton. Hinter dem Haas sei es "unmöglich, etwas zu sehen und sich zu verbessern. Bei diesen Bedingungen hätte sonst die Chance bestanden, locker auf Pole zu kommen." Räikkönen hatte die Chance auf eine Pole Position in diesem Jahr schon oft wegen eigener Fehler, wie zum Beispiel in Baku, weggeworfen.

Ferrari im Regen im Nachteil

Vettel gibt derweil offen zu, im Nassen im Nachteil gewesen zu sein. "Ich glaube nicht, dass viel gefehlt hat, aber wir waren einfach nicht schnell genug", erklärt er.

"Bei den nassen Bedingungen war es schwierig, alles es dem Auto herauszuholen. Meine Runden waren eigentlich in Ordnung, aber nicht schnell genug. Bei den nassen Bedingungen können wir nicht ganz so selbstbewusst an die Sache gehen wie sonst. Daran müssen wir noch arbeiten. In dieser schwierigen Session hätte aber alles passieren können. Ich denke, wir haben es noch gut hinbekommen. Nur am Ende hat ein bisschen was gefehlt."

Doch auch aus der zweiten Startreihe soll die Flinte noch nicht ins Korn geworfen werden. "Bei trockenen Bedingungen sehen wir ziemlich gut aus", so Vettel. "Aber da sollte heute Nachmittag nicht sein. Das Rennen ist lang. Mal schauen, was wir da schaffen können. Einfach wird es nicht. Es ist besser, wenn man von Platz eins startet. Aber wir starten von Platz vier, also konzentrieren wir uns darauf, von da aus zu gewinnen."