McLaren-CEO Zak Brown warnt davor anzunehmen, Lewis Hamilton würde sicher in die Formel 1 zurückkehren, nachdem er seinen achten WM-Titel beim Saisonfinale in Abu Dhabi unter umstrittenen Umständen verpasst hat.
Auch gut einen Monat vor dem Start des ersten Vorsaisontests in Barcelona halten sich die Rücktrittsgerüchte um den Mercedes-Piloten hartnäckig. Während sich der 37-jährige Brite weiter in Schweigen hüllt, heißt es, dass er den Ausgang der FIA-Untersuchung abwarten wolle, um eine Entscheidung zu treffen.
"Ich wäre nicht schockiert, wenn er aufhören würde", sagte Brown.
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"Ich denke also nicht, dass man es für selbstverständlich halten sollte, dass er zurückkommt. Meine persönliche Meinung ist, dass er zurückkommen wird, aber ich denke nicht, dass wir seine Frustration und seine Wut ignorieren oder nicht anerkennen sollten."

Brown: Hamilton auf "Höhepunkt seines Könnens"

"Vielleicht hat er noch keine Entscheidung getroffen. Vielleicht nimmt er sich Zeit, um diese Entscheidung zu treffen, um sicherzugehen. Denn wenn die Entscheidung einmal getroffen ist, dann ist sie getroffen. Ich denke also nicht, dass wir das ausschließen oder es auf die leichte Schulter nehmen sollten", mahnte Brown.
Er glaubt, dass Hamilton immer noch den "brennenden Wunsch" habe, Rennen zu fahren. "Das wird letztendlich seine Entscheidung beeinflussen, aber das ist nur meine Theorie."
"Aber ich denke, er wird zurückkommen. Er ist ein Rennfahrer. Er ist auf dem Höhepunkt seines Könnens. Sicher, er ist sehr wütend. Aber ich glaube, Rennfahrer wollen Rennen fahren. Und ich glaube, er ist ein Kämpfer. Er wird zurückkommen und versuchen, seinen achten Titel zu holen", meinte der McLaren-CEO.

Mercedes-Vertrag im Sommer bis 2023 verlängert

In der vergangenen Saison scheiterte Hamilton daran nur knapp, nachdem ihn Red-Bull-Rivale Max Verstappen dank eines Überholmanövers in der letzten Runde den Rennsieg und damit auch den Titel abnahm - und das, nachdem Hamilton den Grand Prix bis zu einer späten Safety-Car-Phase souverän angeführt hatte.
Seinen Vertrag mit Mercedes verlängerte er bereits im Sommer bis Ende 2023. Doch nach den Ereignissen von Abu Dhabi kamen Zweifel auf, ob er diesen auch erfüllen würde. Selbst Teamchef Toto Wolff schloss einen Rücktritt des Briten nicht aus.
Doch McLaren-Kollege Brown sagte: "Ich glaube nicht, dass er bereit ist, sich zur Ruhe zu setzen. Das ist meine ganz persönliche Meinung dazu. Denn wenn man einmal aufhört, dann hört man auf. Ich schätze, man könnte zurückkommen, wie es einige getan haben, aber ich glaube nicht, dass er bereit ist, aufzuhören."

Brown erkennt in Hamiltons Ruhe größte Stärke

"Und ich glaube nicht, dass er sich von einem solchen Vorfall zum Rücktritt treiben lässt", betonte der US-Amerikaner und ergänzt: "Ich halte Lewis für einen der intelligentesten Rennfahrer. Und er scheint sehr fokussiert zu sein, wenn er im Rennwagen sitzt. Ich habe ihn noch nie wirklich emotional fahren sehen."
"Wenn man sich das Rennen in Saudi-Arabien anschaut, was für eine unglaubliche Fahrt, und er hat die Ruhe bewahrt. Auch in Brasilien hat er die Ruhe bewahrt", sprach Brown zwei Rennen an, die Hamilton nach Duellen mit Verstappen für sich entschied.
"Es gibt einen Grund, warum er sieben Titel gewonnen hat. So verärgert er auch sein mag, ich sehe nicht, dass sich dadurch sein Fahrstil ändert, wenn er den Helm aufsetzt."
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