Formel 1

Brawn lobt Hamilton: "In einer Kategorie mit Michael"

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Michael Schumacher (links) und Lewis Hamilton

Fotocredit: Getty Images

VonMotorsport-Total.com
10/02/2020 Am 17:00 | Update 10/02/2020 Am 17:00

Formel-1-Sportchef Ross Brawn sieht Lewis Hamilton auf Augenhöhe mit Rekordweltmeister Michael Schumacher. Hamilton könnte 2020 zahlreiche Rekorde des deutschen Superstars brechen. Darüber hinaus könnte er mit seinem siebten WM-Titel mit Schumacher gleichziehen. Brawn würdigt die Leistungen von Hamilton, stellt aber auch klar, dass beide Fahrer nicht miteinander vergleichbar sind.

Die Formel 1 könnte 2020 eine historische Saison erleben. Lewis Hamilton tritt mit Mercedes zu seiner erneuten Titelverteidigung an, um gleichzeitig den WM-Rekord von Michael Schumacher zu egalisieren. Der Brite würde den siebten Weltmeistertitel auch "verdienen", kommentierte Sportchef Ross Brawn.

Der langjährige Vertraute Schumachers muss allerdings auch offen zugeben, dass es ein wenig "frustrierend" wäre, würde Hamilton den siebten WM-Titel tatsächlich einfahren. "Er hat jede Weltmeisterschaft verdient, die er gewonnen hat. Er hat sich selbst in die richtige Lage mit dem richtigen Team zur richtigen Zeit gebracht", wollte der Brite seinem Landsmann den Erfolg nicht absprechen.

Formel 1

Mercedes: Wolff geht weiter von Hamilton-Verbleib aus

10/02/2020 AM 15:07

Bei einem Medientermin in London in dieser Woche lobte Brawn den aktuellen Weltmeister für dessen Topform über all die Jahre:

Er macht keine Fehler, er fährt fantastisch. Seine Leistungen sind außergewöhnlich, daher verdient er auch all das.

Hamilton jagt Schumacher-Bestmarken

Hamilton steht mittlerweile nur noch einen WM-Titel von Schumacher entfernt. Ihm fehlen außerdem nur noch sieben Grand-Prix-Siege und vier Podestplätze auf die Bestmarken des Deutschen. All diese Rekorde könnte er schon in der bevorstehenden Saison egalisieren oder sogar übertrumpfen.

"Wenn er so weitermacht, dann wäre das natürlich ein wenig frustrierend, denn den Rekord hat Michael aufgestellt", merkte der ehemalige Ferrari-Technikchef und Mercedes-Teamchef an. Er war als "Superhirn" bei allen Benetton- und Ferrari-Siegesfeiern mit dabei und arbeitete später mit Schumacher bei den Silberpfeilen erneut zusammen.

Lewis Hamilton feierte 2019 in Austin seinen sechsten WM-Titel

Fotocredit: Getty Images

Dennoch muss Brawn anerkennen, dass Hamilton den siebten WM-Titel nicht nur mit "viel Glück" gewinnen würde, sondern aufgrund seiner "fantastischen Arbeit". Dafür müsse man dem Briten Respekt zollen:

Wenn er es schafft, hat er es auch verdient.

Hamilton kämpft seit 2007 um WM-Titel

Generell findet der Formel-1-Sportchef Vergleiche zwischen Schumacher und Hamilton schwierig. Während der Deutsche insgesamt 19 Jahre aktiv in der Formel 1 gefahren ist - mit Unterbrechungen - wird der Brite 2020 seine 14. Saison bestreiten.

Stieg "Schumi" 1991 mit Jordan in die Königsklasse ein, konnte Hamilton 2007 mit McLaren bereits in seiner ersten Saison um den WM-Titel kämpfen. "Das sind verschiedene Perioden und verschiedene Wettkämpfe, verschiedene Autos und ziemlich verschiedene Persönlichkeiten", zählte Brawn auf.

Lewis Hamilton begann seine Formel-1-Karriere 2007 mit McLaren in Melbourne

Fotocredit: Getty Images

Hamilton bescheinigt er eine "unglaubliche" Professionalität und "totales" Commitment:

Michael hatte aber noch mehr Auge für Details am Auto, das braucht Lewis nicht. Er hat wohl auch kein Interesse daran. Michael wurde in einer Ära groß, in der es all die Technologie von heute nicht gab.

Brawn vergleicht Formel 1 heute und früher

Datenanalyse sei in den 1990er-Jahren noch "primitiv" gewesen, daher habe der Fahrer noch einen viel größeren Einfluss auf das Fahrzeug gehabt. Heutzutage sei das Feedback des Piloten nicht mehr so entscheidend. "Wenn der Fahrer aus dem Auto aussteigt, hat der Ingenieur bereits eine erste Analyse vom Verhalten des Autos in jeder Kurve."

Nachsatz: "Der Fahrer muss gar nicht mehr viel sagen. Er muss die Daten nur bestätigten." Als Brawn 1994 und 1995 mit Schumacher die ersten WM-Titel mit Benetton gewann, fand die Analyse noch auf einem Blatt Papier statt:

Damals hatten wir einen Zettel mit allen Kurven drauf und dann haben wir besprochen, wo er Über- und wo Untersteuern hatte.

Daher kommt er zu dem Fazit: "Die Ansprüche an einen Fahrer waren damals anders. Dennoch sind beide extrem talentiert. Wenn sie im Auto sitzen, gibt es gewisse Momente, in denen sie einfach eine Fabelleistung aus dem Hut zaubern."

Michael Schumacher (links) und Ross Brawn holten zusammen zwei WM-Titel mit Benetton

Fotocredit: Getty Images

Schumacher und Hamilton für Brawn in einer Kategorie

Als Beispiel für das außergewöhnliche Talent nennt Brawn manche Qualifying-Runden von Hamilton: "Die haben selbst das Team sprachlos gemacht, weil sie nicht wussten, woher die Zeit kam. Bei Michael war das ähnlich. Das sind solche Fahrer, die in der Lage sind, so etwas zu tun. Beide sind in dieser Kategorie."

Ein Vergleich sei aber aufgrund diverser Umstände schwierig. "In ihrer Herangehensweise sind sie unterschiedlich, aber eher aufgrund der Notwendigkeit als aufgrund ihrer Qualität", ergänzte Brawn. 2020 könnte sich Hamilton demnach auf eine Stufe mit dem Rekordweltmeister stellen.

Doch wer könnte ihm bei seiner Rekordjagd gefährlich werden? Brawn tippt auf Red Bull.

Honda hat den Motor beeindruckend entwickelt in den vergangenen zwölf bis 18 Monaten. Wenn das weiterhin so läuft, dann muss man wohl damit rechnen, dass Red Bull sehr stark sein wird.

Und wie schätzt er die Scuderia ein? "Ferrari hatte mit Höhen und Tiefen zu kämpfen. Aber sie hatten ein paar tolle Rennen im Vorjahr, jetzt müssen sie das über eine gesamte Saison schaffen. Dennoch werden die drei Topteams ganz vorn sein."

  • Zum Artikel von Motorsport-Total.com

Das könnte Dich auch interessieren: Verstappen rüttelt an Hamiltons Thron: "Um Meisterschaft kämpfen"

Hamilton emotional: "Vermisse Nikis freches Lachen"

00:00:28

Formel 1

Große Bühne: Ferrari und Vettel stellen ihren Mercedes-Jäger vor

10/02/2020 AM 11:49
GP von China

Angst vor Coronavirus: Wäre eine Verschiebung des China-GP überhaupt möglich?

07/02/2020 AM 10:09
Ähnliche Themen
Formel 1FerrariRed BullMercedesMehr
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

Letzte News

GP von Großbritannien

Formel-1-Rennkalender: Silverstone wohl im August - Hockenheim bleibt Ersatz

VOR 14 STUNDEN

Letzte Videos

Formel 1

Ferrari bläst zur Jagd auf Mercedes: So sieht die neue "Rote Göttin" aus

00:01:00

Meistgelesen

Bundesliga

Flick schwärmt von Sancho: "Großes Talent, hat enorme Eigenschaften"

GESTERN AM 22:52
Mehr anzeigen