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"Ein Meister der Formel 1": Ex-Mercedes-Geschäftsführer lobt Schumacher

"Ein Meister der Formel 1": Ex-Mercedes-Geschäftsführer lobt Schumacher

23/01/2020 um 21:42

Ex-Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry glaubt nicht an Psychospielchen zwischen Michael Schumacher und Nico Rosberg: "Schumi" war ein "toller Teamplayer", sagte der Engländer. Das Verhältnis der beiden deutschen Weltmeister beschrieb Fry als intakt. Zudem verglich der 63-Jährige den siebenfachen Champion menschlich mit Jacques Villeneuve. Der Kanadier kam dabei nicht so gut weg.

Ist Michael Schumacher in der Formel 1 der "heimtückische Deutsche" gewesen, von dem besonders in Großbritannien gesprochen wurde? Durch zahlreiche Aktionen wie den Rammstoß von Jerez gegen Jacques Villeneuve oder Rascasse-Gate in Monaco hatte sich "Schumi" einen zweifelhaften Ruf erarbeitet, der sich auch im Umgang mit den Teamkollegen gezeigt haben soll.

Nico Rosberg verriet einmal, dass sich Schumacher einmal im Klo verbarrikadiert haben soll, als er vor einer wichtigen Qualifying-Session dringend noch einmal auf Toilette musste. "Ich sollte mit voller Blase ins Qualifying gehen", erinnerte sich der Deutsche, der jedoch schnell einen Eimer neben dem Klo zum Erleichtern nutzte. Nur eines der zahlreichen Schumacher nachgesagten Psychospielchen.

Schumacher kümmerte sich um Rosberg

Doch der ehemalige Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry hat an der Geschichte seine Zweifel: "Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich wäre überrascht, wenn es so wäre", sagte er im Podcast "Flat Chat" und ergänzte:

"Ich sehe keine Psychospielchen zwischen den beiden Fahrern. Es war sogar umgekehrt: Es war ein väterlicher Ansatz von Michael."

Eine heimtückische Seite habe er bei Schumacher nie gesehen. "Er war ein toller Teamplayer", betont der Brite.

Drei Jahre gemeinsam bei Mercedes aktiv: Michael Schumacher (rechts) und Nico Rosberg

Drei Jahre gemeinsam bei Mercedes aktiv: Michael Schumacher (rechts) und Nico RosbergGetty Images

Villeneuve nicht so offen wie Schumacher

Wie es anders geht, hatte er zuvor auch gesehen, als er einst bei BAR in die Königsklasse einstieg: "Meine Einführung in der Formel 1 war, mit Jacques Villeneuve zusammenzuarbeiten, dem es zu der Zeit großen Spaß zu machen schien, mit dem Helm zum Auto zu laufen, damit er mit niemandem reden muss", erinnerte sich Fry. "Zu vielen Mechanikern schien er keine große Beziehung zu haben." Ganz anders war laut Fry Schumacher:

"Er hat erkannt, dass er nur seine beste Leistung zeigen kann, wenn er alle anderen dazu bekommt, ihre beste Leistung zu zeigen. Darum war er so lange so erfolgreich."

Gleiches gelte auch für Lewis Hamilton. Fry ist überzeugt, dass der Brite nicht aus PR-taktischen Gründen handelt, wenn er nach einem Sieg seinen Jungs am Funk dankt. "Er weiß, dass er nicht gewinnt, wenn nicht alle Leute in Brackley eine perfekte Arbeit abliefern", sagt er. "Michael hat das auch verstanden." Sein Fazit daher:

"Michael war ein Meister der Formel 1."

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