Am geringsten dürfte bei Mercedes noch das Problem mit der Geschwindigkeit sein. Zwar belegte Weltmeister Lewis Hamilton mit mehr als einer Sekunde Rückstand auf Verstappen nur den fünften Platz , doch dass man etwa hinter Kimi Räikkönen im Alfa Romeo liegt, glaubt natürlich im Paddock niemand.
Selbst bei Red Bull betonte man, dass Mercedes weiterhin Favorit ist. Und auch Ralf Schumacher ist "der festen Überzeugung", dass der Branchenprimus den Sprit nicht vollkommen aus dem Auto gelassen hat.
Dramatischer sind da schon die Probleme, die man mit der Fahrbarkeit des Autos zu haben scheint. Hamilton drehte sich mit dem W12 gleich mehrfach und schmiss seinen Boliden einmal sogar ins Kiesbett. "Mercedes kämpft definitiv mit einem aerodynamischen Problem", sagte Schumacher gegenüber "Sky".
Formel 1
Hamilton warnt vor Red Bull: "Ist 2021 ein ganz anderes Kaliber"
15/03/2021 AM 15:55
Vor allem das Heck des W12 macht noch Probleme - mutmaßlich aufgrund der Regeländerungen am Unterboden und am Diffusor. Dort scheint man aufgrund des Autokonzepts stärker getroffen worden zu sein als Red Bull. "Man sieht an den Abflügen und an den Problemen, die auch Lewis Hamilton hatte, dass das Auto nicht so reagiert, wie man es gewohnt war und wie man es erwartet hat", so Schumacher.
"Wenn es eine Konzeptfrage ist, ist die Frage: Wo fängt das an? Vielleicht ist es auch die neue Konstruktion der Reifen, die dem Mercedes nicht gerade hilft", übte sich der Ex-Pilot in Rätselraten und ist sich sicher, dass bei Mercedes gerade "die Drähte heiß" laufen.
Denn solche Schwierigkeiten können zwar auftreten, sollten es aber am besten nicht - vor allem bei nur drei Testtagen vor der neuen Saison. "So kurz vor dem Saisonstart ist das ein absoluter Horror", sagte Schumacher und rechnet mit einer bösen Überraschung für Mercedes, sollte man das Problem nicht erkennen.

Schumacher sieht Red Bull vor Mercedes

Am Dienstag hatte der Rennstall aber noch einmal die Chance, etwas zu korrigieren. Denn Mercedes absolvierte einen Filmtag in Bahrain und durfte somit noch einmal auf die Strecke gehen. Allerdings blieben dem Team nur 100 Kilometer, die sie auf speziellen Pirelli-Reifen fahren müssen.
Und erste Anzeichen deuten darauf hin, dass Mercedes den Tag wirklich für Filmaufnahmen nutzte und etwa langsame Runden mit dem Safety-Car zu Promotionzwecken drehte.
Daher sind die Lerneffekte auch ziemlich limitiert. Dass Mercedes daher in der kommenden Woche allen davonfahren wird, glaubt Schumacher nicht: "So weit würde ich mich da raustrauen, dass es Mercedes nicht einfach haben wird in Bahrain", urteilte er.
Der Deutsche könnte sich vorstellen, dass Red Bull die Nase derzeit leicht vorne hat. Der RB16B ist deutlich gutmütiger mit den Fahrern und scheint perfekt auf der Straße zu liegen. "Man hat das Gefühl, dass Max Verstappen im Mercedes von letztem Jahr sitzt. Überall, wo er einlenkt, fährt das Auto hin, ohne dass er korrigieren muss", so Schumacher.
In der kommenden Woche gibt es die erste Antwort darauf, ob Mercedes wieder das Feld anführt oder ob man sich doch auf ein hartes Jahr einstellen muss.
Das könnte Dich auch interessieren: Trotz starken Testfahrten: Verstappen weist Favoritenrolle von sich
(Motorsport-Total.com)

Hamilton und Bottas stellen den neuen Silberpfeil vor

Formel 1
"100 Runden" Rückstand: Vettel zieht ernüchterndes Testfazit
15/03/2021 AM 08:45
Formel 1
"Emotionale Bindung": Mick Schumacher mit Hommage an Vater Michael
14/03/2021 AM 16:13