Sebastian Vettels Rückstand auf die Bestzeit von Max Verstappen im Red Bull lag bei 4,782 Sekunden.
Langsamer als der viermalige Weltmeister war nur der Israeli Roy Nissany, der als Testfahrer bei Williams eingekauft ist und mit dem unterlegenen FW43B die Funktionstests am ersten Tag absolvieren durfte.
Außerdem schaffte Vettel wegen einiger technischer Probleme, etwa mit dem Mercedes-Getriebe, nur 117 Runden. Auch da war kein anderer Stammfahrer im aktuellen Starterfeld schlechter. Experte Marc Surer analysierte auf dem YouTube-Kanal von "Formel1.de": "Vettel hätte einfach mehr Runden gebraucht, er hätte sich einschießen müssen. Dazu hatte er keine Gelegenheit."
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Für den Schweizer, früher selbst Formel-1-Pilot und in Deutschland bekannt als ehemaliger Co-Kommentator bei Sky, war aber nicht Vettel der große Verlierer der Wintertests, sondern "in erster Linie Aston Martin. Die haben ja keinen Motor gewechselt, wie McLaren das gemacht hat, und trotzdem hatten sie alle möglichen Probleme."

Vettel: "Sieht danach aus, dass das Mittelfeld aufgeholt hat"

"Vielleicht war das einfach Pech. Aber es ist schon komisch, denn McLaren hatte null Probleme, und bei Aston Martin ging vieles schief. Das gibt einem ein bisschen zu denken", sagte Surer. Eine Theorie lautet: Während Mercedes selbst und Aston Martin den Mercedes-Motor so eng verkleidet haben, dass sogar eine Beule aus dem Bodywork ragt, hat der Mercedes-Motor im McLaren mehr Platz.
Dort sind die Ingenieure rund um McLarens Technischen Direktor James Key bei der Motorenintegration womöglich einen Hauch konservativer vorgegangen als Mercedes und Aston Martin. Das ist aber aktuell nur ein Verdacht und keine von den Teams bestätigte Tatsache.
Vettel selbst beschäftigte sich mit solchen Details nicht. "Ist alles relativ", zog er nach drei Tagen Zwischenbilanz. "Es ist natürlich vieles neu, und die Bedingungen waren auch nicht die besten. Am letzten Tag lief es ein bisschen besser für mich, aber die ersten zwei Tage waren ziemlich brutal."
Was das Kräfteverhältnis betrifft, "sieht es für mich ziemlich eng aus", sagte er, "und es wäre gut, wenn es so wäre! Red Bull sieht sehr stark aus. Bei Mercedes würde es mich überraschen, wenn sie nicht ganz vorne dabei sein sollten - aber es sieht danach aus, dass das Mittelfeld aufgeholt hat. Dann kommt es drauf an, wie sich das Auto anfühlt."

Vettel: Aston Martin AMR21 "fühlt sich gut an"

"Unseres fühlt sich grundsätzlich gut an, aber wie gesagt, das ist alles relativ. Ein Auto kann gutmütig sein und fantastisch zu fahren, aber wenn es zu langsam ist, bringt dir das auch nichts. Wenn es sich hingegen furchtbar anfühlt, aber trotzdem schnell ist, dann lebst du damit ganz gut. Aber das werden wir erst nach ein paar Rennen herausfinden."
Ermutigend: Bei Vettels Teamkollege Lance Stroll lief es wesentlich besser. Der Kanadier wurde Zwölfter im Testklassement aller drei Tage (1,500 Sekunden Rückstand), schaffte aber 197 Runden. Surer betonte: "Vettel ist der Leidtragende, Stroll kam ja zum Fahren. Der war am Samstag gut unterwegs. Das Auto ist also nicht so schlecht. Aber für Vettel hat's einfach nicht gepasst."
Der Experte geht davon aus, dass Vettel "ein, zwei Wochenenden" brauchen wird, um mit dem Aston Martin eins zu werden, "mehr nicht". Der viermalige Weltmeister selbst hatte zuvor erklärt, dass er die fünf Rennwochenenden, die Red-Bull-Neuzugang Sergio Perez in diesem Zusammenhang erwähnt hatte, für realistisch hält.

Vettel: "Wir hätten gerne mehr Tage gehabt"

Zu erwarten, dass Vettel von Anfang an unter die Top 6 fahren und seinen Teamkollegen locker schlagen wird, wäre jedenfalls vermessen: "Es ist Strolls Team. Und wir dürfen nicht vergessen: Stroll war oft schneller als Perez, im gleichen Team. Der ist schon schnell, und inzwischen auch erfahren genug, dass er das umsetzen kann", analysierte Surer.
Speziell beim Saisonauftakt am 28. März in Bahrain werde Stroll daher "der Maßstab sein für Vettel", sagte Surer. "Aber wir wissen: Wenn Sebastian das Auto mal richtig eingestellt hat, wird er wieder über sich hinauswachsen, so wie wir das von ihm von früher kennen."
Der gab seinerseits zu, dass er schon besser vorbereitet in eine neue Formel-1-Saison gestartet ist als 2021: "Wir hätten gern mehr Tage gehabt, insbesondere mit unseren kleinen Problemchen, aber es ist, wie es ist. Das erste Rennen wird zwar kein Test in dem Sinn für uns, aber es stimmt schon, dass ich da sicher noch viel lernen werde."
"Das geht aber allen so, nicht nur uns, und es fehlen auch nicht nur die Runden von diesem Test, sondern in den ersten Rennen werden alle erstmal rausfinden müssen, wie ihre Autos mit den Reifen zusammenspielen und so weiter. Da bist du zu Saisonmitte logischerweise schon viel weiter als beim ersten Rennen", so der 33-Jährige.
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