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"Das ist doch verrückt": Button über Vettel-Aus bei Ferrari schockiert

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Sebastian Vettel (l.) gemeinsam mit Jenson Button

Fotocredit: Imago

VonMotorsport-Total.com
19/05/2020 Am 18:44 | Update 19/05/2020 Am 19:03

"Das ist doch verrückt", sagt Jenson Button. Der Formel-1-Weltmeister von 2009 reagiert noch immer ungläubig auf die Meldung, dass Ferrari nach 2020 nicht mehr mit Sebastian Vettel plant. Bei "Sky" betont Button, er könne diese Entscheidung nicht nachvollziehen: "Er ist ein Fahrer, den man definitiv ins Auto setzt, wenn man ein Formel-1-Team hat."

Deshalb glaube er, "an der Sache muss mehr dran sein", so Button weiter. "In meinen Augen ist es eine wirklich seltsame Entscheidung, aber keine Ahnung, ob Ferrari jetzt keine zwei Nummer-eins-Fahrer mehr will."

Es gäbe keinen Zweifel an der Leistungsfähigkeit Vettels, sagt Button. "Er ist ein viermaliger Weltmeister und ich denke, er hat seinen Speed im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt. Er hatte es schwer, als Charles richtig gut unterwegs war. Das hat ihn mental ein bisschen getroffen. Doch er hat wirklich stark zurückgeschlagen."

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Die Entscheidung gegen Vettel sei für Button überraschend gekommen. Er könne sie nach wie vor nicht verstehen. "Ich bin noch immer schockiert, dass Sebastian nicht in einem roten Auto sitzen wird", meint er.

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Brundle: Vettel-Aus bei Ferrari bizarr

Buttons britischer Landsmann Martin Brundle, ehemaliger Formel-1-Fahrer und nun TV-Experte für "Sky", lässt die Situation um Vettel indes kalt. Er sagt nur: "Die Liebe ist verflogen. Sebastian hat das Vertrauen verloren, dass Ferrari in der Zukunft Titel gewinnen kann, und Ferrari hat ein bisschen das Vertrauen in ihn verloren."

Vettel habe sich in der jüngeren Vergangenheit "zu viele Berührungen" und "zu viele dumme Zwischenfälle" geleistet. Doch auch Brundle meint, das Aus des Deutschen beim italienischen Traditionsteam wirke "etwas bizarr".

"Die blöden Fehler einmal außen vorgelassen, dann verfügt er noch immer über herausragenden Speed. Er hat alles, was es braucht, um zumindest auf Augenhöhe mit Leclerc zu kämpfen", erklärt Brundle.

So aber glaube er, Vettel werde die Formel 1 nach der Saison 2020 verlassen. "Ich wäre sehr enttäuscht [darüber]", sagt Brundle, "aber wenn ich mein Geld setzen müsste, dann würde ich vermutlich darauf wetten, dass es Sebastians Abschied ist."

Ferrari will wohl keine zwei Nummer eins Fahrer

Deshalb rechnet Brundle auch mit einem "sehr mutigen und schnellen Sebastian Vettel" in diesem Jahr und meint: "Ich würde ihn keinesfalls unterschätzen. Er wird jetzt nur noch für Seb fahren."

"Ich denke nicht, dass es ihn besonders interessieren wird, was um ihn herum passiert. Und auch die Ambitionen von Charles Leclerc werden ihn ganz sicher nicht sonderlich interessieren."

Ob Ferrari gerade deshalb einen Wechsel vollzogen hat, um ab 2021 weniger Spannungen im eigenen Team zu haben? Brundle jedenfalls hält Vettel-Nachfolger Carlos Sainz für perfekt in der "Rolle der Nummer 1,5", wie er sagt.

"Vielleicht ist er aber sogar besser als das. Man setzt aber offensichtlich voll auf Leclerc und will keine zwei Bullen auf dem gleichen Feld."

Carlos Sainz beerbt Sebastian Vettel 2021 bei Ferrari

Fotocredit: Imago

Button: Sainz ist ein Siegfahrer

Das wiederum sieht Button anders. Er hätte sich im Zweifel "vielleicht" für Daniel Ricciardo entschieden, so sagt er. Doch auch Sainz werde bei Ferrari nicht einfach nur den Flügelmann geben: "Wenn Binotto glaubt, Carlos wird Charles nicht unter Druck setzen, dann macht er einen Fehler."

"Ich halte Carlos für einen Siegfahrer, genau wie sein Vater. Er will einen Titel. Wenn es Binotto also nur um eine gute Atmosphäre im Team geht, dann hat er den Falschen geholt", meint Button.

Überhaupt sei die gesamte Situation zu hinterfragen, zumal der Zeitpunkt der Entscheidung "seltsam" sei, sagt Button. "Seit Monaten gibt es keine Formel 1." Die Fahrer nun festzulegen, das falle in einen für die Rennserie ungewöhnlichen "Leerlauf".

"Normalerweise passiert das zur Saisonmitte und du siehst, wie sich die Jungs schlagen. Vettel könnte dann schon vier, fünf Siege auf dem Konto haben", erklärt Button. "Und dann, da bin ich mir sicher, würde die Entscheidung ganz anders ausfallen."

Button zweifelt an einem Alonso-Comeback bei Renault

Auch zu seinem ehemaligen McLaren-Teamkollegen Fernando Alonso, der mit einem F1-Comeback bei Renault in Verbindung gebracht wird, äußerte sich der Weltmeister von 2009: "Ich denke, wenn Renault nahe an der Spitze wäre und er sehen könnte, dass es 2021 oder 2022 Chancen auf Podiumsplätze und Siege gibt, würde er diese Chance wohl ergreifen", sagt der Brite.

Doch im Gespräch mit "Sky Sports F1" erklärt er, dass es ein längerer Prozess sein werde, bis Renault es wieder bis ganz nach vorne schafft. "Es wird wahrscheinlich mehr als vier Jahre dauern. Diese Zeit hat er nicht, und er ist nicht bereit, diese Zeit zu investieren. Das glaube ich nicht", orakelt Button über Alonsos Zukunft.

"Ich bin mir einfach nicht sicher, ob dies die richtige Gelegenheit für ihn ist. Ich denke, wenn er in eine der ersten drei Mannschaften einsteigen könnte, würde er natürlich die Chance ergreifen, weil er seine Schnelligkeit zeigen kann. Mit 38 Jahren hat er sie nicht verloren. Aber drei oder vier Jahre lang wieder eine Mannschaft aufbauen?"

2005 und 2006 wurde Fernando Alonso (links) mit Renault Formel-1-Weltmeister

Fotocredit: Imago

Alonso und Renault feierten gemeinsam zwei WM-Titel

Genau diese Aufbauarbeit wolle Alonso vermutlich nicht mehr leisten. Ähnlich äußerte sich in dieser Woche auch schon McLaren-CEO Zak Brown: "Die Frage ist, ob Fernando mit einem Auto, das noch nicht siegfähig zu sein scheint, für 22 Rennen zurückkehren will", äußerte er Zweifel an einer Renault-Rückkehr von Alonso.

Es wäre der dritte Einsatz des Spaniers für den französischen Hersteller. 2005 und 2006 gewann er mit der Marke seine beiden WM-Titel. Seit der Wiederbelebung seines Werkskampagne im Jahr 2016 hat Renault jedoch keinen einzigen Podestplatz erreicht. In der vergangenen Saison belegte man bei den Herstellern Platz fünf.

Alonso hatte sich 2018 aus der Formel 1 zurückgezogen, um anderen Rennsportaktivitäten nachzugehen. Für eine Rückkehr in die Königsklasse blieb der 38-Jährige offen, verbunden mit der Hoffnung, dass das Feld unter dem neuen Reglement - wegen der Corona-Krise auf 2022 verschoben - wieder wettbewerbsfähiger wird.

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