Timo Glock wundert sich in der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Podcasts "Starting Grid": "Die Frage ist, wieso man auf Mercedes-Seite so lange braucht, um die zwei Fahrer vertraglich zu verlängern. Früher ging das etwas schneller, wenn ich mich richtig erinnere. Es ist sehr ruhig geworden um die Verhandlungen."

Während sich Ferrari bis Ende 2024 auf Charles Leclerc als mutmaßliche Nummer 1 festgelegt hat und Red Bull bis Ende 2023 auf Max Verstappen, könnte Hamilton möglicherweise ein Problem bekommen, falls Daimler den Stecker zieht. Das könne "vielleicht ein Thema" werden, meint Glock - relativiert aber: "Das ist so ein bisschen die Glaskugel, die wir da gerade in der Hand halten."

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"Kann auch sein, dass die morgen ein Statement rausgeben und sie haben beide Fahrer unterschrieben. Da stecken wir nicht drin", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot. "Es sind zu viele offene Fragen. Mercedes committet sich nicht, weil sie so ein bisschen abwarten und schauen, wie sich die Lage gerade entwickelt, glaube ich."

Webber: Vettel wird von Ecclestone beraten

Indes hat Mark Webber angesichts der Domino-Reaktion auf dem Transfermarkt in der vergangenen Woche getwittert, dass große Deals zwischen Fahrern und Teams am ehesten gemacht werden, "wenn alle gelangweilt sind". Und man solle nicht unterschätzen, von wem Vettel beraten werde: "Bernie."

Ecclestone kann sich Vettel im Mercedes gut vorstellen: "Mercedes sollte sich gerade in der momentanen Situation überlegen, mit Sebastian einen deutschen Helden zu verpflichten. Das könnte einen emotionalen Schub für die Mitarbeiter bewirken und auch für die Außenwelt positive Zeichen setzen", sagt er gegenüber "F1-Insider.com".

Aber vieles deutet darauf hin, dass Vettel 2021 nicht Formel 1 fahren wird. An anderer Stelle wurde bereits analysiert, dass er vermutlich nur für ein Mercedes-Cockpit noch von einer Auszeit mit Frau und Kindern abzubringen wäre. Die Variante Toto Wolff wäre naheliegend: Man kennt sich, man schätzt sich, man lebt in der Schweiz in unmittelbarer Nähe zueinander.

Holt Toto Wolff (l.) Sebastian Vettel zu Mercedes?

Fotocredit: Imago

"Ich kenne ihn als Mensch, und da ist er sehr gradlinig und vertritt ähnliche Werte, wie auch ich sie habe", sagt Wolff im Interview mit "RTL". Und "als Sportler ist er ein viermaliger Weltmeister. Da muss man über Leistung nicht mehr diskutieren."

Wolff: Performance ist wichtiger als großer Name

"Natürlich ist ein deutscher Fahrer in einem deutschen Fahrzeug vielleicht eine gute Marketingstory", räumt Wolff in einem anderen TV-Interview, mit dem "ORF" in Österreich, ein. "Aber wir sind in allererster Linie - ausschließlich - auf Performance gepolt. Und Sebastian ist jemand, der wirklich gut ist."

"Aber es geht auch darum, hier eine langfristige Strategie weiterzuverfolgen, an die wir uns in den letzten Jahren auch immer wieder gehalten haben. Und da sind wir einigermaßen an der langen Leine von Mercedes. Die lassen uns unsere Entscheidungen treffen."

Auch gegenüber "RTL" klingt Wolff nicht so, als hätte das Thema Vettel für ihn oberste Priorität: "Wir stehen loyal zu unseren jetzigen Fahrern und wollen nicht in Verhandlungen treten zu einem Zeitpunkt, in dem die Saison noch nicht mal losgegangen ist. Erst dann wird man über den Tellerrand schauen und bewerten: Was gibt es noch für Möglichkeiten?"

Bleibt Daimler überhaupt in der Formel 1?

Tatsache ist: Während sich die Fans Gedanken darüber machen, ob Mercedes den Vertrag mit Hamilton verlängert und womöglich Vettel als zweiten Superstar dazu holt, muss hinter den Kulissen erstmal geklärt werden, ob es mit dem Mercedes-Werksteam in der Formel 1 überhaupt weitergeht. Die neue Concorde-Vereinbarung, geplant bis 2025, hat Daimler noch nicht abgesegnet.

Daneben gibt es auch andere Gründe, die dagegen sprechen, jetzt schon Fahrerverträge zu unterschreiben. Wolff im "ORF": "Es ist doch einigermaßen schwierig zu managen, wenn du weißt, dass du eine ganze Saison, wie auch immer die aussehen wird, mit einem Fahrer unterwegs bist, der im nächsten Jahr bei einem Konkurrenzteam fährt."

"Was machst du mit all den Innovationen und all dem Lernen, das du mit dem Fahrzeug das ganze Jahr hast, wenn dieser Fahrer das im nächsten Jahr möglicherweise gegen dich verwenden kann? Und deswegen sind all die Teams, die diese Wechsel so schnell bekanntgegeben haben, in einer schwierigen Situation, in die wir uns nicht bringen wollen."

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