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Tödlicher Unfall in Spa: So soll die Kurve entschärft werden

Tödlicher Unfall in Spa: So soll die Kurve entschärft werden

05/09/2019 um 12:02Aktualisiert 05/09/2019 um 12:07

Nach dem schweren Unfall im Formel-2-Rennen von Spa, in dessen Folge der Renault-Pilot Anthoine Hubert verstarb, sind die Untersuchungen der FIA zu Hergang und Ursache in vollem Gange. Dabei rückt vor allem die Gestaltung der Auslaufzonen in Raidillon, der Kurve nach der Eau-Rouge-Senke, in den Fokus.

Dort war Hubert erst mit der Begrenzungsmauer kollidiert und dann wieder zurück auf die Streck geschleudert worden, wo ihn ein nachfolgendes Auto bei hoher Geschwindigkeit erfasste. Ob die Tatsache, dass es sich um eine asphaltierte Auslaufzone handelt, ursächlich zur Kettenreaktion beigetragen hat, wird untersucht.

Spa hatte bereits Pläne, Raidillon bis 2022 zu modernisieren, um die Strecke für das 24-Stunden-Rennen der Motorräder, das dann stattfinden soll, sicher zu machen. Infolge von Huberts Unfalltod am Samstag erscheinen diese Pläne nun noch einmal in einem ganz anderen Licht und bedürfen einer erneuten Prüfung.

Spa will Streckenstandards an Motorräder anpassen

Nathalie Maillet, CEO von Spa-Francorchamps, betont gegenüber der belgischen Presseagentur Belga: "Die Rennstrecke hat immer mit dem Automobil-Weltverband FIA zusammengearbeitet, um die Sicherheit zu verbessern. Wir müssen auf seinen Bericht warten und die genauen Ursachen des Unfalls analysieren."

Derzeit arbeite man auf eine FIM-Lizenz der Klasse C hin. Sie ist nötig, um Langstrecken-Rennen ausrichten zu dürfen. "Wir sind immer noch im Gespräch mit der FIA und der FIM über die Homologation der Strecke. Die Arbeiten an Raidillon für die Spa 24 Stunden für Motorräder sind bereits in Planung."

In diesem Zusammenhang sollen die Auslaufzonen erweitert und so gestaltet werden, dass Frontaleinschläge möglichst nicht passieren. Dazu ergänzt Maillet:

"Wir haben nicht vor, das tatsächliche Layout von Raidillon zu ändern. Aber gewiss werden Kiesbetten eingerichtet. Die Vorschriften für Motorräder sind strenger."

Formel-1-Rennleiter: "Sicherheit ist eine der Kernsäulen"

Das könne wiederum auch für andere Formen des Rennsports von Vorteil sein: "Die Tatsache, dass die Strecke den Motorrad-Standards entspricht, wird sich positiv auf die Autos auswirken. Es wird noch über die genaue Lage der Kiesbetten, ihre Tiefe und ihr konkretes Ausmaß in der Kurve diskutiert werden."

Unabhängig von diesen Bemühungen stehe die Zukunft der Formel 1 in Spa-Francorchamps aber nicht in Frage, wie Maillet betont. "Was passiert ist, ist ein Rennunfall. Natürlich sind wir alle traurig darüber. Wir müssen die Strecke weiter entwickeln." Dessen ist sich auch Formel-1-Rennleiter Michael Masi bewusst.

"Ich glaube, die Sicherheit entwickelt sich ständig weiter", sagt er. "In den vielen Formel-1-Rennen, die ich miterlebt habe, hat sich die Sicherheit in einer effektiv kurzen Zeit durch verschiedene neue Technologien und Materialien stetig verbessert. Sicherheit ist ein sich ständig weiterentwickelnder Prozess."

Und so betont Masi: "Es ist für mich etwas, das niemals enden wird, und ich kann nur immer wieder sagen: Sicherheit ist eine der Kernsäulen der FIA und ein Teil ihrer Existenz. Das ist etwas, das einfach nicht aufhören wird. Wir werden weiterhin forschen und die Dinge betrachten und verbessern, so gut wir können."

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