Wie geht es Sophie Flörsch einen Monat nach dem Unfall, der die Fans und Zuschauer schockte?
"Ich fühle mich gut", versicherte eine strahlende Flörsch, die am 1. Dezember ihren 18. Geburtstag feiern konnte. "Es sind jetzt vier Wochen seit dem Unfall vergangen und ich kann fast alles wieder machen. Der Schmerz wird von Tag zu Tag weniger. Vor zwei Wochen habe ich mit der Reha angefangen, damit mein Körper nicht noch mehr Muskeln verliert und damit er wieder anfängt zu arbeiten."
Nur ein Pflaster am Hals erinnert auf den ersten Blick noch an die dramatischen Stunden in Macau und die Verletzungen durch den Aufprall:
Formel 3
Nach Horror-Crash: Flörsch startet in Formula European Masters
13/12/2018 AM 14:26
Ich hatte zwei gebrochene Knochen in meiner Wirbelsäule. T3, der immer noch gebrochen ist und C7, der an drei Stellen gebrochen war. Das war der gefährlichere und auch der Grund für die Operation.
Nun geht sie mit voller Energie auf den Weg zu einem Comeback. "Es geht für mich darum meine Stärke in den Armen und Beinen wieder aufzubauen. Ich kann alles tun, nur mein Rücken und mein Nacken machen noch Probleme." Eine Rückkehr hinter das Lenkrad ist das klare Ziel:
Mein Ziel ist es, Ende Februar wieder im Auto zu sitzen. Es hängt natürlich davon ab, wie die Knochen zusammenwachsen, aber das ist der Plan und ich werde versuchen dann wieder fit zu sein.

Flörsch über den Crash

Wie hat sie den Unfall selbst in Erinnerung? "Alles passierte so schnell, der Top-Speed war 275 km/h. Ich kann mich an alles erinnern. Es fühlte sich einfach so anders an, weil es für mich so schnell ablief."

Mit über 250 km/h durch den Fangzaun: Flörschs Horror-Crash im Video

Über den genauen Moment, in dem sie die Kontrolle über das Auto verlor, sagte sie:
Ich hatte keine Kontrolle mehr, weil ich meine zwei Seitenränder wegen des anderen Fahrers verlor. Dann denkst du nur ok, es wird gleich einen Crash geben.
"Doch selbst als ich im Krankenhaus lag, war der Unfall nicht so schlimm für mich. Als ich das Video zum ersten Mal sah, dachte ich mir, ok das sieht tatsächlich übel aus."
"Ich erinnere mich an den Moment, als ich durch die Luft flog, aber es fühlte sich anders an. Es war, als ob ich am Boden gerutscht wäre. Ich weiß nicht, ob es sich so anfühlte, weil alles so schnell ablief. Natürlich war es seltsam, auf den Barrieren zu landen. Aber ich habe das gar nicht so gemerkt, deshalb dachte ich auch nicht darüber nach, was passiert war."
"Sehr viele Leute haben das Video des Crashes gesehen. Und viele haben mir eine Nachricht geschickt. Vor allem Formel-1-Fahrer wie Fernando Alonso, Nico Rosberg oder Nico Hülkenberg aber auch Formel-1-Teams. Es ist unglaublich zu sehen, wie eng die Formel-1-Familie zusammenhält und dass einen all' diese Fans auf der ganzen Welt unterstützen."

Flörsch über die Familie

"Mein Vater war bei mir, meine Schwester und Mutter waren zu Hause. Ich denke es war sehr schlimm für sie, da das Video so übel aussieht. Meine ersten Gedanken nach dem Crash waren, dem Team über das Radio zu sagen, dass ich ok bin und dass sie es meiner Familie sagen sollten, doch es funktionierte nicht."
Das Erste, was ich und mein Vater getan haben, als wir im Krankenhaus waren, war ein Selfie zu machen und es meiner Mutter und Schwester zu schicken, und ihnen mitzuteilen, dass es mir gut geht.

Sophia Flörsch

Fotocredit: Imago

Auch über die Entscheidung, wieder ins Auto zu steigen und die Reaktionen der Familie sprach sie:
"Als ich allen erklärte, warum ich wieder Rennen fahren will, haben es glaube ich alle verstanden. Ich denke alle, die mir nahe stehen, wussten meine Antwort bereits bevor es überhaupt zur Frage wurde. Sie wussten, dass es mein Leben ist und das ich so weitermachen würde, obwohl der Crash passiert ist."

Flörsch über die Zukunft

"Der Plan ist, wieder in die gleiche Serie wie dieses Jahr zurückzukehren, die F3 Europameisterschaft, die Euromasters. Ich hoffe es wird wieder beim Team Van Amersfoort sein, weil es super ist."
"Ich werde schauen wie es geht, aber mein Ziel ist die Formel 1 und vielleicht einmal Weltmeisterin zu werden. Es ist ein großes Ziel, aber ich komme ihm jedes Jahr näher und ich glaube, dass es möglich ist. Ich will einfach der beste Fahrer sein."

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