Vor dem Start der zweiten Saison am Samstag (10.00 Uhr/Eurosport) in Peking steht es allerdings stellvertretend für die Stimmung in der Formel E - und der Mönchengladbacher Nick Heidfeld ist bei weitem nicht der einzige Pilot, der den direkten Vergleich mit der Formel 1 ziehen kann.
So sorgt der prominenteste Zugang des Sommers für ein Novum: In Jacques Villeneuve wird erstmals ein Ex-Weltmeister der Königsklasse einen der heulenden Elektroboliden über die zehn Stadtkurse dieser Welt jagen. "In der vergangenen Saison habe ich die Rennen gesehen, es sah richtig aufregend aus", sagt der Kanadier: "Und dann war ich sauer, dass ich auf meiner Couch saß, statt auch zwischen diesen Betonmauern hindurchzurasen."
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Dass er im Alter von bereits 44 Jahren mehr ist, als nur ein PR-Gag, muss Villeneuve nun beweisen. Die Formel E hat indes schon im ersten Jahr einige ihrer Stärken gezeigt. Die Kurse in Metropolen wie Buenos Aires, Miami und Berlin brachten der Serie gleich zum Start eine beachtliche Aufmerksamkeit, tausende Zuschauer aller Altersklassen säumten die engen Strecken.

Mehr Power, mehr Speed

Sportlich war es zudem spannend bis zur letzten Runde der Saison: Beim Finale in London sicherte sich Nelson Piquet jr. den Titel, der Sohn der brasilianischen Formel-1-Legende. Und insgesamt fuhren bis zuletzt drei Piloten um die WM - Spannung, von der die Königsklasse in Zeiten der Mercedes-Dominanz nur träumen kann.
Ab Samstag will die Formel E nun den nächsten Schritt gehen. Die Autos (0 auf 100 in 2,8 Sekunden) werden wie geplant aufgerüstet: Im Rennen sind sie ab sofort mit 170 Kilowatt Leistung unterwegs, zuletzt waren es 150 - in den kommenden Jahren wird die Leistung und auch die Energiemenge der Batterien weiter steigen. Dann soll auch der noch immer notwendige Fahrzeugwechsel zur Rennhalbzeit wegfallen, die derzeit technisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h steigen.

Skepsis bei Vettel

Mit dem ePrix in Paris (23. April) hat es zudem eine weitere Weltstadt in den Kalender geschafft, und auch für deutsche Fans ist wieder etwas geboten. Heidfeld startet für Mahindra, Daniel Abt (Kempten) ist für den deutschen Audi-Rennstall am Start. Das Rennen in Berlin (21. Mai) steigt erneut auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof.
Die Formel E sieht sich damit bestens gerüstet, außerhalb der Serie gibt es allerdings durchaus zahlreiche Skeptiker. Zu leise, zu unspektakulär - auch die Meinung von Sebastian Vettel änderte sich bislang nicht. "Die Autos sind sehr langsam, das macht keinen Spaß", sagt der Ferrari-Pilot: "Die Tradition des Rennfahrens ist doch: Der Schnellste setzt sich durch." Energiesparen als Leitmotiv gehe am Ziel vorbei.
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