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Fast-Charging: Formel E will wieder Boxenstopps einführen

Fast-Charging: Formel E will wieder Boxenstopps einführen
Von Motorsport.com

09/07/2019 um 08:05Aktualisiert 09/07/2019 um 08:59

Formel-E-Vize-Boss Alberto Longo gibt einen Einblick in die Zukunft der Serie: Gen-3-Auto soll leichter und schneller werden - Boxenstopps mit Aufladen geplant Seit der aktuellen Saison verzichtet die Formel E auf Boxenstopps, weil der obligatorische Fahrzeugwechsel mit dem neuen Gen-2-Auto nicht mehr notwendig ist. In der zehnten Saison soll es allerdings wieder einen Boxenstopp in der Elektroren

Formel-E-Vize-Boss Alberto Longo gibt einen Einblick in die Zukunft der Serie: Gen-3-Auto soll leichter und schneller werden - Boxenstopps mit Aufladen geplant

Seit der aktuellen Saison verzichtet die Formel E auf Boxenstopps, weil der obligatorische Fahrzeugwechsel mit dem neuen Gen-2-Auto nicht mehr notwendig ist. In der zehnten Saison soll es allerdings wieder einen Boxenstopp in der Elektrorennserie geben, wie Mitgründer und Vize-Boss Alberto Longo verrät.

Dass ein Fahrer mitten im Rennen das Auto wechselt, wird es dann aber nicht geben. "Die Boxenstopps werden nur dazu da sein, um die Batterien zu laden", sagt Longo. Das Stichwort lautet: Fast-Charging - Schnellladen.

Innerhalb von 30 Sekunden sollen die Formel-E-Boliden zehn Kilowatt an Leistung aufladen. Laut Longo bringt das rund vier oder fünf Extrarunden, die die Fahrzeuge im Rennen zurücklegen können.

Was die Formel E in Gen 3 sonst sportlich erwartet, könne der Spanier aber noch nicht verraten. Aktuell ist der Attack-Mode das Mittel für Spannung, doch Longo betont, dass die Formel E etwas Innovatives bringen werde. "Wir müssen es vermeiden, so viele erwartbare Rennen zu haben. Wir haben hart daran gearbeitet, dass wir den Gewinner nicht schon vor dem Rennstart kennen", sagt er.

Gen-3-Auto: Mehr als 300 km/h?

Technisch soll das Gen-3-Auto noch einmal einen großen Sprung zum aktuellen Modell darstellen. "Es wird richtig groß werden", verspricht der Stellvertreter von Formel-E-Boss Alejandro Agag. Derzeit gibt es schon diverse Arbeitsgruppen, die sich damit beschäftigen. Die Rahmenbedingungen: Das Auto soll leichter, schneller und etwas kleiner werden.

Damit sollten sich auch Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h erreichen lassen - aktuell steht die Marke bei rund 230 km/h. Allerdings fährt die Formel E in Stadtzentren mit wenig Auslauf, vielen 90-Grad-Kurven und langsamen Passagen. "Das macht unseren Speed fast nutzlos", so Longo. Ob es daran Anpassungen geben wird, ist offen, doch auf langen Geraden sollte der Topspeed die 300-km/h-Grenze knacken.

Abgesehen davon ist die Serie aber weiterhin bemüht, die Kosten für die Teams gering zu halten und den Wettbewerb gleichzeitig offen zu gestalten. Neuerungen wie Allrad-Antrieb, wofür sich zwei Hersteller ausgesprochen hatten, wird es aus diesen Gründen nicht geben. Das soll die Serie nachhaltig und lohnenswert machen - anders als in anderen Meisterschaften.

Formel E will keine teure Entwicklung

Auch von einer teuren Batterieentwicklung sieht die Serie ab. "Für uns ist wichtig, dass wir den Wettbewerb für alle Teams offen halten. Wenn wir anfangen würden, den Teams zu erlauben, große Investitionen in die Entwicklung der Batterie zu stecken, dann wird der Unterschied zwischen den reichen und den armen Teams größer", sagt Longo. "Und dann leidet die Konkurrenzfähigkeit."

Aktuell brüstet sich die Serie damit, dass jedes Team gewinnen kann. Derzeit liegt mit Virgin ein Kundenteam (von Audi) auf Rang drei der Meisterschaft und konnte schon zweimal gewinnen. In der Vorsaison holte mit Jean-Eric Vergne gar ein Fahrer den Titel, der für das einzige Kundenteam fuhr.

Mit Bildmaterial von LAT.

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