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"Science Fiction" in den Startlöchern: Die alte Formel E sagt leise Servus

Formel E vor der nächsten Revolution: "Science Fiction" in den Startlöchern
Von SID

13/07/2018 um 16:43

In der Formel E geht mit dem Meisterschaftsfinale in Brooklyn / New York eine kleine Ära zu Ende. Zur nächsten Saison kommen neue Boliden mit stärkeren Batterien - und weitere große Hersteller. Mercedes wird 2019 als elftes Team offiziell als Werksteam einsteigen. Dann stößt auch Porsche dazu und komplettiert das Quartett der deutschen Premium-Hersteller.

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Daniel Abt kann es kaum erwarten. "Auf der Rennstrecke sieht der Audi e-tron FE05 noch spektakulärer aus als auf Bildern. Wenn man zwischen anderen Autos unterwegs ist, fühlt man sich fast wie in einem Science-Fiction-Film", sagte der mit zwei Siegen erfolgreichste deutsche Formel-E-Pilot nach seiner ersten Testfahrt mit seinem künftigen Dienstwagen.

Der 25-Jährige vom Team Audi Sport ABT Schaeffler weiß, wovon er spricht. Seit der Premiere der Elektroserie am 13. September 2014 in Peking war der Allgäuer bei jedem Rennen dabei. Wenn die Formel E am Samstag und Sonntag in New York ihre vierte Saison beendet und Jean-Eric Vergne (Frankreich) oder der 23 Punkte zurückliegende Brite Sam Bird zum neuen Meister gekürt wird, endet auch für Abt eine kleine Ära.

Die Erneuerungen für die Bolliden

Zum letzten Mal kommen entlang des Hafenbeckens von Brooklyn die Fahrzeuge der ersten Generation zum Einsatz. Belächelt wurden die Boliden von hartgesottenen Motorsportfans wegen der niedrigen Geschwindigkeiten, verhöhnt als "Staubsauger" wegen des charakteristischen Surrens.

Selbst so mancher Fahrer lieferte den zahlreichen Kritikern Futter. So vergaß der Duisburger Andre Lotterer nach seinem Formel-E-Debüt im vergangenen Dezember in Hongkong, den Elektromotor seines Techeetah abzustellen. "Bisher habe ich in meiner Karriere den Motor immer hören können", erklärte der dreimalige Sieger der 24 Stunden von Le Mans lapidar.

Leise werden auch die Boliden der zweiten Generation sein, die beim Start in die neue Saison am 15. Dezember in Riad/Saudi-Arabien zum Einsatz kommen - immerhin ist der geringe Geräuschpegel eine integrale Komponente der "sauberen" Elektromobilität. Allerdings wird der Look deutlich aggressiver, einige Fahrer verglichen das Einheitschassis spontan mit einem "Batmobil".

Auch die Energiespeicherkapazität wird dramatisch zunehmen, der Fahrzeugwechsel bei Rennhalbzeit soll dann der Vergangenheit angehören. Bei der Power legt die Wagengeneration mit dem kryptischen Namen Spark SRT_05e ebenfalls zu. Statt bislang rund 270 PS stehen die Fahrern bald 340 Pferdestärken zur Verfügung, in der Spitze sollen 280 km/h erreicht werden.

Die Elektromobilität wird immer attraktiver

Zahlen, die immer noch Welten von der ewigen Referenz Formel 1 entfernt sind. Doch mit der Königsklasse des (traditionellen) Motorsports wollen sich die Macher der Formel E auch nicht vergleichen. Im Gegenteil. Nicht weniger als die langfristige Verdrängung der Formel 1 ist das Ziel.

Hierzu sucht die Formel E die Nähe zur jungen, weltoffenen und gebildeten Großstadtklientel. Markenkern ist es, auf den Straßen von Metropolen die Leistungsfähigkeit der Elektromobilität zu demonstrieren.

Dieses Umfeld verfehlt auch seine Wirkung auf die großen Automobilkonzerne nicht. Audi ist bereits seit dieser Saison werksseitig dabei. Zur kommenden Saison steigt BMW zu 100 Prozent ein. "Wir sind zuversichtlich, gut vorbereitet an den Start zu gehen", erklärte BMW-Motorsportchef Jens Marquardt dem kicker. Der Münchner Autobauer war 2017/18 bereits Technologiepartner des Andretti-Teams.

Auch an der Fahrerfront kommt ab Herbst Prominenz hinzu in Person von Felipe Massa. Der ehemalige Formel-1-Vizeweltmeister aus Brasilien startet ab kommenden Herbst für das Venturi-Team. An der Spitze des Rennstalls steht seit Ende Juni die Britin Susie Wolff, Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Es gibt durchaus Bewegung in der Formel E.

Video - Bird jagt Vergne: Der spannende Zweikampf um die Formel-E-Krone

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