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2. Bundesliga: RB Leipzig plant bereits Angriff auf Europa

Aufstieg nicht genug: RB Leipzig will nach Europa
Von SID

07/01/2016 um 15:05Aktualisiert 07/01/2016 um 18:01

Nur noch 129 Tage in der 2. Liga, dann dürfte Leipzig nach 22 Jahren ins deutsche Oberhaus zurückkehren. Außerhalb der Stadtgrenzen können sich noch nicht viele Fans mit diesem Gedanken anfreunden, das mit etlichen Red-Bull-Millionen aus dem Boden gestampfte Projekt RB Leipzig ist für viele nach wie vor ein Rotes Tuch. Doch die "Bullen" wollen noch viel höher hinaus und scheinen unaufhaltsam.

Die Mission Aufstieg, die der Zweitliga-Spitzenreiter am Donnerstag mit dem Trainingsauftakt für die Rückrunde fortsetzte, ist nur ein weiterer Schritt zum eigentlichen Ziel. Mittelfristig plant RB den Angriff auf Europa und sogar auf Bundesliga-Branchenprimus Bayern München. "Jetzt zu sagen, dass wir den Bayern Paroli bieten wollen, wäre absoluter Schwachsinn. Aber dass wir grundsätzlich den Anspruch und den Ehrgeiz haben, uns mit allen messen zu wollen, ist klar. Den sollte eigentlich jeder haben", sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff der Tageszeitung Die Welt.

Enormes Fan-Interesse in der Region

Klar scheint: Sollte dem auf Initiative des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull gegründeten Klub sieben Jahre nach dem Einstieg in der fünften Liga der Sprung in die Bundesliga gelingen, ist Fußball-Deutschland um ein sportliches Schwergewicht reicher. Genug Geld ist vorhanden, das Umfeld mit dem gigantischen Trainingszentrum und der ausgezeichneten Nachwuchsarbeit genügt schon jetzt höchsten internationalen Ansprüchen, und das Faninteresse in Leipzig und Umgebung ist enorm. Seit dem Abstieg des VfB Leipzig 1994 lechzt die Region nach Bundesliga-Fußball.

Ralf Rangnick will wieder Sportdirektor werden

Ralf Rangnick will wieder Sportdirektor werdenSID

Strukturreform für Europa

Gesucht wird derzeit auch ein "Sales Director", der neue Sponsoren an den Verein binden soll. Finanziell hätte das der Verein nicht nötig, doch will Leipzig wie geplant demnächst international spielen, muss die Vereinsstruktur weiter reformiert werden. Momentan würde der Umfang des Red-Bull-Sponsorings (rund zwei Drittel des Gesamtetats) vermutlich gegen das Financial Fairplay der UEFA verstoßen.

Schon die Zweitligalizenz hatte der Verein nur bekommen, nachdem er beim Logo sowie bei der Mitglieder- und Führungsstruktur nachgebessert hatte. Für viele Fans bleibt RasenBallsport Leipzig aber ein Retortenklub, das Synonym für die ausufernde Kommerzialisierung im Profifußball. Auch in der Bundesliga wird es Boykott- und Protestaktionen geben. Beim letzten Hinrundenspiel bei Greuther Fürth waren RB-Coach Rangnick und dessen Assistent Achim Beierlorzer sogar mit einem vollen Bierbecher beworfen worden.

Rangnick optimistisch

Rangnick kennt die Kritiken und Vorurteile aus seiner Zeit bei 1899 Hoffenheim. Der 57-Jährige glaubt, dass sich die Aufregung schon bald legen werde. "Wir werden attraktiv für die Liga sein", sagte Rangnick: "Wir werden zahlreiche Auswärtsfans stellen, zu Hause fast immer ausverkauft sein. Und mit unserer Spielweise haben wir ein echtes Markenzeichen."

Bis zur breiten Akzeptanz ist es für RB Leipzig jedoch noch ein langer Weg. Der Weg ins europäische Fußballgeschäft scheint da deutlich kürzer zu sein.

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