Getty Images

2. Bundesliga: Hamburger SV gewinnt Auswärtsspiel beim SV Sandhausen

Es geht doch: HSV gelingt erster Zweitliga-Sieg in Sandhausen
Von SID

12/08/2018 um 17:40Aktualisiert 12/08/2018 um 23:00

Der Hamburger SV kann also doch 2. Liga. Nach der herben Pleite zum Saisonauftakt gegen Holstein Kiel (0:3) hat der Bundesliga-Absteiger im ersten Zweitliga-Auswärtsspiel seiner Historie einen ungefährdeten Premierensieg gefeiert. Der HSV gewann 3:0 (2:0) beim SV Sandhausen. Khaled Narey (7. und 59.) sowie Rick van Drongelen (30.) erzielten die ersten Hamburger Zweitligatore.

Begünstigt wurde der HSV-Sieg von SVS-Torwart Marcel Schuhen, der einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Bei beiden Narey-Treffern leistete der Keeper unfreiwillig die Vorarbeit.

Schon vor dem Anpfiff wurde den Hamburgern deutlich gemacht, dass sie endgültig im Unterhaus angekommen sind. "Gestrandet in 2. Liga - Ahoi HSV", stand auf einem Plakat, das über der Zufahrtsstraße zum Stadion am Hardtwald hing. Zahlreiche mitgereiste Fans machten Erinnerungsfotos mit dem Ortsschild im Hintergrund und freuten sich über die 5000 Liter Freibier, die ein SVS-Sponsor locker machte.

HSV-Trainer Christian Titz, der sich als gebürtiger Kurpfälzer bestens in der Region auskennt und als C-Jugendlicher sogar das SVS-Trikot trug, baute seine Startelf im Vergleich zum Kiel-Spiel nur auf zwei Positionen um. Pierre-Michel Lasogga und Neuzugang Orel Mangala vom VfB Stuttgart durften von Beginn an ran. Der zweite Neue, Leo Lacroix von AS St. Etienne, saß zunächst auf der Ersatzbank.

Dem HSV fehlten Kapitän Aaron Hunt, Stephan Ambrosius, Gideon Jung, Kyriakos Papadopoulos und Matti Steinmann. Zudem verzichtete Titz auf Albin Ekdal und Filip Kostic (beide kurz vor dem Absprung) sowie Talent Jann-Fiete Arp.

Video - Wildes Gerücht: Kroatischer WM-Star als Thiago-Ersatz zu Bayern?

01:22

Ersatzgeschwächte Sandhäuser starten stark

Vor 14.508 Zuschauern in der ausverkauften Arena war Sandhausen zunächst gut in der Partie. Nach dem ersten Patzer von Schuhen gingen dennoch die Gäste in Führung. Narey erzielte das erste Zweitligator des HSV.

Die Gastgeber, die ohne Tim Knipping, Nejmeddin Daghfous, Korbinian Vollmann, Karim Guede und Andrew Wooten auskommen mussten, waren nur kurz geschockt. Der Isländer Rurik Gislason, der bei der WM-Endrunde als Frauenschwarm von sich Reden gemacht hatte, vergab eine gute Möglichkeit für die Kurpfälzer (14.), die im ersten Spiel bei der SpVgg Greuther Fürth verloren hatten (1:3). Auch im Anschluss blieb des SVS dran, Felix Müller konnte die nächste Chance nicht nutzen (17.).

Auf der Gegenseite war es Lasogga, der das zweite HSV-Tor auf dem Fuß hatte (24.). Danach übernahmen die Hamburger das Kommando. Nach einem Freistoß von Douglas Santos war van Drongelen mit dem Kopf zu Stelle. Kevin Behrens vergab kurz vor der Pause die Möglichkeit zum Anschlusstreffer (39.).

Nach dem Seitenwechsel passierte erst einmal nicht viel. Dann leistete sich Schuhen einen weiteren Aussetzer. Die Slapstick-Einlage des Keepers nutzte erneut Narey, der nur noch einschieben musste. Danach ließ der HSV kaum noch etwas anbrennen.

Video - Sammer warnt Lewandowski: "Dann wirst du nie mehr das Niveau erreichen"

03:15

Remis im Ostduell Aue-Magdeburg

Erzgebirge Aue und Aufsteiger 1. FC Magdeburg kommen in der 2. Fußball-Bundesliga nicht auf Touren. Die beiden Ost-Traditionsklubs trennten sich nach einem Spiel ohne große Höhepunkte 0:0. Nach ihren jeweiligen Auftaktniederlagen in der Vorwoche feierten die Mannschaften immerhin ihren ersten Punktgewinn der noch jungen Spielzeit.

Vor 13.300 Zuschauern im Erzgebirgsstadion ließen beide Teams zunächst Spielkultur vermissen. Nickelige Zweikämpfe waren an der Tagesordnung, die Torchancen rar gesät. Einziger Aufreger im ersten Durchgang war ein nicht gegebener Treffer von Aue-Stürmer Sören Bertram (16.), den Schiedsrichter Robert Hartmann fälschlicherweise im Abseits gesehen hatte.

Viel ansehnlicher wurde es auch im zweiten Abschnitt nicht. An allen Ecken und Enden fehlte es an Ideen und Geschwindigkeit. Kopfbälle von Magdeburgs Christian Beck (53.) und Aues Dennis Kempe (70.), der an Gäste- Torwart Jasmin Fejzic scheiterte, waren die größten Torgelegenheiten in einem insgesamt schwachen Zweitliga-Spiel.

Video - Neuer im Interview der Woche: Nationalspieler zu sein, ist "keine Pflicht, sondern Ehre"

02:37

Kiel patzt in Heidenheim

Holstein Kiel hat nach dem Raketenstart in die 2. Fußball-Bundesliga den ersten Dämpfer kassiert. Gegen den 1. FC Heidenheim reichte es für die teils wackeligen Störche am Sonntag nur zu einem 1:1 (1:1). Zum Saisonauftakt hatte Kiel den Hamburger SV in der Vorwoche überraschend deutlich mit 3:0 geschlagen.

Für Holstein erzielte der erneut gute Neuzugang Jae-sung Lee (20.) gegen Heidenheim den Ausgleich, nachdem Robert Glatzel (15.) die Gäste in Führung gebracht hatte. Im zweiten Durchgang sah Kiels Außenverteidiger Johannes van den Bergh (47.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Heidenheim kam derweil nach einem 1:1 gegen Arminia Bielefeld auch im zweiten Spiel nur zu einem Remis.

In der ersten Halbzeit hatte Kiel vor 9040 Zuschauern gegen Heidenheim zunächst Probleme, sich auf den Konterfußball der Gäste einzustellen. Nikola Dovedan nutzte das verunglückte Zuspiel von Schmidt, Glatzel veredelte dessen Pass in den Lauf zur Führung. In der Folge steckte Holstein jedoch nicht auf und spielte umgehend auf den Ausgleich, den Lee, der gegen die Hamburger zwei Tore vorgelegt hatte, verdientermaßen besorgte. Danach verflachte das Spiel.

Nach der Pause und dem Platzverweis kurz nach Wiederanpfiff wankte Kiel gehörig, während Heidenheim Morgenluft schnupperte und über ein aggressives Pressing auf Möglichkeiten lauerte. Viel zu selten schaffte der Drittplatzierte der vergangenen Saison in dieser Phase Entlastung und leistete sich selbst unnötige Fehler im Aufbau.

Video - 5 Transfergerüchte des Tages: Bastelt Schalke an Sensations-Rückkehr von Draxler?

01:02
0
0