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"Zu alter Stärke gefunden": HSV erkämpft Remis im Kracher beim 1. FC Köln

"Zu alter Stärke gefunden": HSV erkämpft Remis im Kracher beim 1. FC Köln

15/04/2019 um 23:26

Der 1. FC Köln musste sich im Spitzenspiel der 2. Bundesliga gegen den Hamburger SV mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Dominick Drexler sorgte vor 50.000 Zuschauenr im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion in der 26. Minute für die Führung der “Geißböcke“. Der HSV schlug in der zweiten Halbzeit durch Manuel Wintzheimer (85.) zurück. Damit bleibt es für Tabellenführer Köln bei sieben Punkten Vorsprung.

So lief das Spiel:

Das Spitzenspiel der 2. Liga begann mit einer Verzögerung: Bengalos brannten im HSV-Block, Gegenstände flogen aufs Spielfeld. Glücklicherweise kam niemand zu Schaden, mit fünf Minuten Verzögerung konnte es losgehen.

Die Hausherren begannen stark, Simon Terodde (1.) und Jonas Hector (5.) hatten früh gute Chancen für den FC. Nur kurze Zeit später machte sich auch der HSV in der Vorwärtsbewegung bemerkbar - das Spiel versprach Spektakel.

Die Gäste konnten zwar einige Aktionen in der Offensive starten, beschränkten sich aber meist auf Flanken und Eckstöße, die allesamt zu ungenau kamen. Hamburg fehlte die Effizienz, das Spiel der Kölner wirkte griffiger.

In der 26. Minute kam der FC zu einer seiner vielen Ecken. Marco Höger köpfte die Kugel auf den Kasten, Drexler stand in der Mitte goldrichtig und spitzelte den Ball über die Linie. Es stand 1:0 für die aktiveren und präziseren Gastgeber.

Auch nach der Führung machte Köln Druck, der HSV konnte nicht entscheidend dagegenhalten. Mit 1:0 ging die Partie in die Kabine.

Auch nach der Pause konnten die Gäste den Spielverlauf nicht umkehren: Zwar hatte Bakery Jatta nach starker Vorarbeit von Khaled Narey die erste wirklich gute Möglichkeit für den HSV (55.), unter Druck setzen konnten die Hamburger den Gegner dennoch nicht.

In der 65. Minute versuchte HSV-Coach Hannes Wolf mit der Einwechslung von Josha Vagnoman mehr Offensivkraft auf den Platz zu bringen - und diese Maßnahme belebte das Hamburger Spiel merklich. Der starke Jatta hatte in der 70. Minute die Riesenchance aus spitzem Winkel, lupfte den Ball aber vorbei. Timo Horn war bereits geschlagen.

Zum ersten Mal in der Partie konnte sich der HSV jetzt am gegnerischen Sechzehner festsetzen. Und tatsächlich: Der in der 81. Minute eingewechselte Manuel Wintzheimer sorgte per Abstauber vier Minuten später für den Ausgleich (1:1, 85.).

Durch eine ganz starke Schlussphase erkämpfte sich der ersatzgeschwächte HSV ein ganz wichtiges Unentschieden in Köln und kann den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf drei Punkte erhöhen.

Die Stimmen:

Markus Anfang (Trainer 1. FC Köln.): "Der Ball flippert von der einen Ecke zur anderen und die machen das Tor. Gegen Gideon Jung hätte es eine klare Gelb-Rote Karte geben müssen. Der HSV hätte zum Zeitpunkt des Ausgleichs nicht mehr mit elf Mann auf dem Platz stehen dürfen. Trotzdem muss man so ein 1:0 auch mal über die Zeit bringen."

Anthony Modeste (1. FC Köln): "In der Szene kurz vor Schluss kann man auch Elfmeter für uns geben. Leider gibt's noch keinen Videobeweis in der 2. Liga. Wir müssen unseren Weg weiter gehen und Dresden schlagen."

Hannes Wolff (Trainer HSV): "Es war kein leichter Weg zu diesem Spiel. Wir haben zuletzt zwei Mal spät verloren und ein paar Spieler, die nicht spielen konnten. Dafür haben wir es heute insgesamt sehr gut gemacht."

Gotoku Sakai (HSV): "Mit der ersten Halbzeit konnten wir nicht zufrieden sein. Umso besser haben wir es dann in der Zweiten gemacht. Wir haben mehr Druck ausgeübt und besser Fußball gespielt. Wir haben zu alter Stärke gefunden und wollen daran gegen Aue anknüpfen."

Manuel Wintzheimer (HSV): "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert und uns den Ausgleich verdient. Ich freue mich, heute meine Chance bekommen zu haben. Der erste Treffer bei den Profis ist immer etwas Besonderes."

Der Tweet zum Spiel:

Das 1:0 von Dominick Drexler in der 26. Minute war das 75. Tor des FC in dieser Zweitligasaison.

Das fiel auf: Bankdrücker

Für den FC stürmten am Montagabend Jhon Córdoba und Simon Terodde, Königstransfer und Starrückkehrer Anthony Modeste blieb nur die Bank.

Die Statistik zum Spiel: 18

Die unerklärliche Schwäche des HSV bei ruhenden Bällen setzte sich fort. Das 1:0 für Köln war das 18. Gegentor für die Hamburger nach einer Standardsituation.

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