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Nürnberg zieht die Reißleine: Keller muss gehen - Club-Idole übernehmen

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Trainer Jens Keller vom 1. FC Nürnberg

Fotocredit: Imago

VonEurosport
29/06/2020 Am 14:41 | Update 29/06/2020 Am 15:59

Der 1. FC Nürnberg greift vor der Relegation um den Klassenerhalt nach dem letzten Strohhalm und trennt sich von Trainer Jens Keller. Fan-Idol Marek Mintal und Michael Wiesinger, bisher Chef des Nachwuchsleistungszentrums, sollen den zweiten Absturz des Clubs in die Drittklassigkeit nach 1996 verhindern. Nürnberg trifft im Kampf um den Ligaverbleib am 7. und 11. Juli auf den Drittliga-Dritten.

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Der 1. FC Nürnberg steht mal wieder am Abgrund - und greift in einer hilflosen Verzweiflungstat zum letzten Strohhalm: Der glücklose Trainer Jens Keller ist nach nur 229 Tagen beim fränkischen Altmeister schon wieder Geschichte, Michael Wiesinger und Marek Mintal sollen in der Relegation zum Retter-Duo werden.

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"Diese Entscheidung haben wir uns alles andere als leicht gemacht", sagte der selbst massiv in die Kritik geratene Sportvorstand Robert Palikuca. "Nach reiflichen Überlegungen, zahlreichen Gesprächen und einer intensive Analyse" seien die Verantwortlichen aber zu dem Schluss gekommen, dass es für die Relegation gegen den Drittliga-Dritten am 7. und 11. Juli "einen neuen Impuls" brauche.

Nachwuchschef Wiesinger und U21-Coach Mintal seien "die einzige sinnvolle Lösung" gewesen, obwohl nach SID-Informationen lange auch ein externer Kandidat vorstellbar schien. "Beide kennen die Mannschaft, das Umfeld und können ohne Eingewöhnung direkt loslegen", betonte Palikuca, der am Montagnachmittag bei Wiesingers Vorstellung hinzufügte: "Michael hat schon Relegationsspiele bestritten, in der 3. Liga gearbeitet und weiß, wie Drittligafußball funktioniert."

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Keller-Nachfolger Wiesinger: "Haben zusammen einen Auftrag"

Das Duo wird nur für die beiden Spiele um Alles oder Nichts einspringen und soll den zweiten Abstieg in die 3. Liga nach 1996 mit aller Macht abwenden. "Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit", sagte Wiesinger, der bereits die beiden notwendigen negativen Corona-Tests vorweisen kann, um direkt mit der Mannschaft zu arbeiten: "Diese beiden Spiele sind die wichtigsten in der jüngeren Vereinsgeschichte. Wir haben zusammen einen Auftrag: den Club in der Liga zu halten."

Sein Plan stehe, führte der 47-Jährige aus: "Wir haben viel Zeit im Vergleich zu unserem Gegner. Ich habe die Chance, die Mannschaft noch besser kennenzulernen. Und der Gegner hat mehr Spiele in den Knochen, das kann man nutzen."

Wiesinger und Mintal standen bereits in der Bundesliga-Saison 2013/14 gemeinsam in der Verantwortung, damals stiegen die Franken nach Wiesingers Entlassung ab. Mintal blieb und bekleidete seither verschiedene Positionen im Verein, Wiesinger kehrte im September 2019 zurück - und hegt keinerlei Ambitionen auf einen Verbleib als Cheftrainer über die beiden Schicksalsspiele hinaus: "Ich will nach der Relegation gerne in meine Position zurück, da sehe ich mich."

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Palikuca hadert: : "Es fehlt uns einfach die Kontinuität"

Am Sonntag nach dem 1:1 bei Holstein Kiel und dem Absturz des Bundesliga-Absteigers auf Platz 16 war Keller noch davon ausgegangen, "dass ich Trainer in der Relegation bin". Gerne hätten er und die Mannschaft "den Sack zugemacht", meinte der 49-Jährige und ergänzte lapidar: "Jetzt müssen wir eine Ehrenrunde drehen." Allerdings ohne ihn, seine kurze Ära endet nach nur fünf Siegen in 21 Spielen (acht Niederlagen).

Palikuca, der nie zu einem funktionierende Krisenmanagement fand, klagte in Kiel: "Es fehlt uns einfach die Kontinuität." Wie diese jetzt plötzlich einkehren soll, ist offen. Auch die Frage, warum Nürnberg schon wieder so abstürzte. "Wenn es so einfach wäre, hätten wir es schon abgestellt", sagte Palikuca.

Die lokalen Medien flüchteten sich in Sarkasmus. "Der Club is a Depp, der Club ist ein Depp, eben doch, leider immer wieder", schrieben die "Nürnberger Nachrichten", die "Nürnberger Zeitung" titelte: "Ein Verein zum Verzweifeln". Zwei Spiele bleiben noch, um das Leid zu lindern.

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(SID)

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