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Derbysieger! Heiße Paulianer erwischen HSV eiskalt

Derbysieger! Heiße Paulianer erwischen HSV eiskalt

16/09/2019 um 22:32Aktualisiert 16/09/2019 um 23:19

Der FC St. Pauli hat das Hamburger Derby für sich entschieden. Die "Kiezkicker" setzten sich zum Abschluss des 6. Spieltags gegen den Hamburger SV mit 2:0 (1:0) durch und befreiten sich damit aus der Abstiegszone. Der HSV musste hingegen die erste Niederlage der laufenden Saison hinnehmen. Dimitris Diamantakos (18.) und Rick van Drongelen per Eigentor (62.) erzielten die Treffer für St. Pauli.

So lief das Spiel:

Derby-Time im Millerntor-Stadion: FC St. Pauli gegen den Hamburger SV. Eine Partie mit enorm viel Brisanz und Prestige auf dem Rasen - und auch auf den Rängen. Der HSV ging mit einer entspannten Tabellenkonstellation ins Spiel - die Tabellenführung winkte. St. Pauli wollte im Heimspiel den Aufwärtstrend nach vier Punkten aus zwei Spielen fortführen.

Durch die gute Ausgangslage nahm der Hamburger SV die Partie offenbar zu sehr auf die leichte Schulter, ließ Intensität, Willen und Passsicherheit vermissen. Im Aufbauspiel häuften sich die Fehler, sodass der FC St. Pauli immer besser ins Spiel kam. In der 13. Minute näherten sich die Hausherren das erste Mal gefährlich an, Daniel Heuer Fernandes entschärfte einen guten Schussversuch von Marvin Knoll aus 22 Metern zentraler Position.

Fünf Minuten später fiel schließlich der umjubelte Führungstreffer für St. Pauli. Nach einer Flanke von der linken Seite, scheiterte Knoll im Zentrum zunächst am linken Torpfosten, Angreifer Dimitrios Diamantakos köpfte den Ball anschließend aus kurzer Distanz per Flugkopfball über die Linie.

Voller Einsatz: Dimitris Diamantakos erzielt per Flugkopfball das 1:0 für den FC St. Pauli

Voller Einsatz: Dimitris Diamantakos erzielt per Flugkopfball das 1:0 für den FC St. PauliGetty Images

In der Folge blieben die Gastgeber die aktivere Mannschaft - erst kurz vor der Halbzeit wurde der HSV das erste Mal so richtig gefährlich. Zunächst scheiterte Sonny Kittel mit einem herrlichen Volleyschuss aus 18 Metern halblinker Position an Pauli-Torhüter Robin Himmelmann und dem Querbalken.

Kurz vor der Pause jubelten die Gäste über den Ausgleich - jedoch nur kurzzeitig. Nach einer Flanke von Bakery Jatta, köpfte Lukas Hinterseer den Ball am ersten Pfosten in die Maschen. Doch Schiedsrichter Sven Jablonski gab den Treffer nicht, da der Ball vor der Hereingabe von Jatta bereits im Aus war. Eine sehr strittige Entscheidung.

Im zweiten Durchgang trat der Favorit anders auf, machte enorm viel Druck und drängte den FC St. Pauli tief in die eigene Hälfte. In der 57. Minute hatten die Gäste bereits den Torschrei auf den Lippen, doch Hinterseer vergab freistehend aus fünf Metern - eine Riesenchance.

Dies sollte sich fünf Minuten später rächen. Mats Møller Dæhli brachte einen Freistoß aus dem linken Halbfeld flach in den Strafraum, Knoll verlängerte und Rick van Drongelen grätschte den Ball bei einem Klärungsversuch unglücklich ins eigene Tor - das 2:0 für den FC St. Pauli.

Der Hamburger SV setzte in der restlichen Spielzeit alles auf eine Karte, wollte das Spiel mit aller Macht drehen - doch St. Pauli verteidigte kompakt mit hohem läuferischem Aufwand, verzeichnete zudem beste Konterchancen und brachte den wichtigen Derby-Sieg letztlich erfolgreich über die Zeit.

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Die Stimmen:

Jos Luhukaay (Trainer FC St. Pauli): "Mir geht es gut, das ist sensationell, die Menschen bleiben alle im Stadion und feiern die Mannschaft - und die hat es auch verdient. Auf jeden Fall haben wir drei Punkte, haben das Stadt-Derby gewonnen und das geht in die Historie ein."

Aaron Hunt (Hamburger SV): "In der ersten Halbzeit war es deutlich zu wenig von uns. War kein Derby-Spiel von unserer Seite, sind nicht so richtig ins Rollen gekommen. Wir hatten auch unsere Chancen, haben sie nicht gemacht - insgesamt haben wir eine ganz schwache erste Halbzeit gespielt und deswegen leider verdient verloren."

Das fiel auf: Rohdiamant Fein

Der Hamburger SV wilderte vor der Saison im Nachwuchs des FC Bayern München und verpflichtete mit Adrian Fein einen Leihspieler für das defensive Mittelfeld, der der Mannschaft im Zentrum die nötige Sicherheit gibt und sich bereits früh in der Saison als essentieller Stammspieler herauskristallisiert. Fein hat eine enorme Ruhe am Ball, ist zudem Zweikampfstark und verfügt über eine gute Übersicht.

Mit seinen 20 Jahren ist die Bayern-Leihe noch lernfähig - doch zeigt schon jetzt, dass er ein Profi ist, der sich hohe Ziele stecken kann. Bis zum Ende der Saison dauert die Leihe an, danach geht es planmäßig zurück zur Reserve des deutschen Rekordmeisters, der die Entwicklung des Mittelfeldmannes ganz genau beobachtet. Doch mit einer Rolle bei der Münchner Reserve wird sich Fein nicht zufrieden geben - weil er zu deutlich mehr imstande ist. Sein Vertrag in München ist bis zum Sommer 2021 datiert.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 3

Zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte konnte der FC St. Pauli ein Spiel gegen den großen Stadtrivalen gewinnen. Zuletzt gelang dies im Februar 2011 in der Bundesliga beim 1:0-Auswärtssieg. Insgesamt trafen St. Pauli und der HSV 17 Mal aufeinander, achtmal gewannen die "Rothosen", sechsmal gab es ein Unentschieden.

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