Fußball
2. Bundesliga

VfB schlägt KSC im hitzigen Derby - aber Kempf sieht Rot

Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen

VfB Stuttgart | Philipp Förster

Fotocredit: Imago

VonDaniel Brickwedde
24/11/2019 Am 14:24 | Update 24/11/2019 Am 16:46

Der VfB Stuttgart hat am 14. Spieltag in der 2. Bundesliga einen prestigeträchtigen 3:0 (0:0)-Heimsieg gegen den Karlsruher SC eingefahren. Das Derby verlief turbulent. Auch, weil VfB-Kapitän Marc-Oliver Kempf in der Schlussphase nach einer üblen Grätsche Rot sah. Die Tore für die überlegenen Schwaben erzielten Philipp Förster (60.), Orel Mangala (70.) und Hamadi Al Ghaddioui (90.+3).

So lief das Spiel:

Stuttgart begann aktiver, war um viel Variabilität im Offensivspiel bemüht und bestimmte die Anfangsphase. Große Torgefahr erzeugte das Team von Tim Walter aber zunächst nicht, ein Kopfball von Santiago Ascacibar knapp über das Tor blieb die gefährlichste Szene (13.) in der ersten halben Stunde. Stuttgart wirkte dennoch deutlich präsenter, Karlsruhe war hingegen vor allem defensiv gefordert – das Offensivspiel der Gäste kam gegen die intensive Spielweise des Gegners lange kaum zur Entfaltung.

Bundesliga

Badstuber zurück ins DFB-Team? "Träumen darf man ja immer"

09/07/2020 AM 12:54

Trotz der Überlegenheit erspielte sich der VfB jedoch nur selten klare Torchancen, die beste Möglichkeit gab es für Nicolás Gonzales nach Rücklage von Ascacibar – sein Versuch per Seitenfallzieher ging an den Außenpfosten (36.). Erst vor der Pause entwickelte sich die Partie ausgeglichener, Karlsruhe erspielte sich zunehmend mehr Spielanteile.

Direkt nach dem Seitenwechsel bot sich Karlsruhe dann die Riesenmöglichkeit zur Führung: Marc-Oliver Kempf leitete mit einem leichtsinnigen Fehlpass die Chance für Manuel Stiefler ein, der die Kugel ablief und alleine aufs Tor zumarschierte, am Ende aber nur den Innenpfosten traf (48.). Die Gäste kamen deutlich entschlossener aus der Kabine, die Partie gestaltete sich daraufhin offener.

Für Stuttgart hatte Mario Gomez nach Vorarbeit von Gonzales die Führung auf dem Fuß (56.). Diese gelang dann Philipp Förster in der 60. Minute: Nach einer Ecke kam der Stuttgarter gleich zweimal zum Abschluss, der zweite fand den Weg ins Netz – 1:0. Die Gastgeber blieben in der Folge am Drücker, Karlsruhe entwickelte fiel offensiv zu wenig ein. Für die Entscheidung sorgte Orel Mangala, der nach klugen Querpass von Gonzalo Castro aus 14 Metern den Ball zum 2:0 versenkte (75.).

Stuttgart kontrollierte die Angelegenheit bis zum Schluss, musste die Partie jedoch in Unterzahl zu Ende bringen: Kempf ging in der 87. Minute völlig übermotiviert in einen Zweikampf mit Christoph Kobald und bekam von Schiedsrichter Tobias Stieler die rote Karte gezeigt (87.). Für den Schlusspunkt sorgte Hamadi Al Ghaddioui mit dem Treffer zum 3:0 in der Nachspielzeit (90.+3).

Wirbel gab es auch neben dem Spielfeld: Eine Gruppe von Anhängern des KSC war vor dem Derby von der Polizei mit einem Platzverweis sanktioniert worden. Damit konnten die Anhänger das Spiel nicht in der Arena verfolgen. Nach Darstellung der Polizei auf "Twitter" seien die Einsatzkräfte beim Fanmarsch der KSC-Fans mit Absperrmaterial, Warnbaken und pyrotechnischen Gegenständen beworfen worden. Weitere KSC-Anhänger, die sich bereits im Stadion befanden, erklärten sich anschließend mit den ausgesperrten Anhängern der Karlsruher solidarisch und verließen das Stadion im Laufe der ersten Halbzeit wieder.

Das fiel auf: Walter setzt auf Endo und behält recht

Nur eines der vergangenen fünf Zweitligaspiele hatte der VfB Stuttgart im Vorfeld gewonnen – zum einen, da beste Chancen ungenutzt blieben, zum anderen, da man sich defensiv zu anfällig zeigte. Entsprechend mutig wirkte die Aussage von Trainer Tim Walter, sein Team werde gegen den KSC Tore erzielen und keine bekommen. Am Ende sollte er sich jedoch bestätigt fühlen. Vor allem das Startelfdebüt von Wataru Endo vor der Viererkette stellte sich als wirkungsvoller Schachzug des Trainers heraus. Der Japaner überzeugte mit Ruhe und gutem Stellungsspiel und sorgte als Absicherung hinter den offensiveren Santiago Ascacibar und Orel Mangala für deutlich mehr Stabilität im Spiel der Schwaben. Bis auf die eine Chance von Manuel Stiefler ließ Stuttgart kaum etwas zu und blieb erstmals seit fünf Partien ohne Gegentor.

Die Stimmen:

Tim Walter (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben sehr gut verteidigt und wussten, was auf uns zukommt. Vorne hatten wir heute das Glück, das wir sonst vielleicht nicht hatten. Gegen den Ball haben wir heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Vorne waren wir effizienter als in den letzten Wochen."

Alois Schwartz (Trainer Karlsruher SC): "Das 1:0 war ein glückliches Tor. Danach mussten wir aufmachen. Als wir erneut umstellen wollten, kriegen wir das zweite Tor. Dann war das Spiel gelaufen. Heute ist es uns nicht gelungen, wieder zurückzukommen. Unterm Strich ist es eine verdiente Niederlage."

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 22

Seit 22 Heimspielen ist der VfB Stuttgart inzwischen im Derby gegen den Karlsruher SC ungeschlagen (20 Siege, zwei Remis). Den letzten Sieg in Stuttgart feierte Karlsruhe im Jahr 1965.

Das könnte Dich auch interessieren: Big Point im Abstiegskampf: Augsburg schießt die Hertha ab

Flamengo-Fans rasten aus: "Jesus hat ein Wunder vollbracht!"

00:01:07

2. Bundesliga

"Wo sehe ich mich?" Gomez will über seine Zukunft mit Abstand entscheiden

29/06/2020 AM 07:59
2. Bundesliga

Hitzlsperger über Wiederaufstieg: "Jetzt ist die Erleichterung da"

29/06/2020 AM 07:01
Ähnliche Themen
Fußball2. BundesligaVfB StuttgartKarlsruher SC
Teilen mit
Kopieren
Diesen Artikel teilen