Beide Mannschaften standen mit dem Rücken zur Wand. Der VfL Osnabrück war zum Siegen verdammt, um den Abstieg abzuwenden. VfL-Trainer Markus Feldhoff musste dabei auf Ken Reichel (Knieprobleme) verzichten. Kevin Wolze begann dafür auf der linken Abwehrseite.
Auch bei den Rothosen gab es unter Interimstrainer Horst Hrubesch einen verletzungsbedingten Wechsel: Josha Vagnoman zerrte sich beim 5:2-Sieg gegen Nürnberg den Oberschenkel. Jan Gyamerah kam zum Einsatz.
Der Abstiegskandidat begann sehr mutig und frech, was den HSV durchaus beeindruckte. Sebastian Kerk gab früh einen ersten Warnschuss ab (3.). Die Hamburger hatten im Anschluss mehr Ballbesitz, jedoch nur in den ungefährlichen Bereichen. Der VfL machte vor allem über die linke Seite mit Wolze und Etienne Amenyido viel Betrieb und zeigte sich spielfreudig.
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Der HSV tat sich lange Zeit sehr schwer, kam jedoch durch Simon Terodde zur bis dato besten Chance (23.). Osnabrück zeigte sich im weiteren Verlauf unbeeindruckt und kam nach 34 Minuten zum nicht unverdienten 1:0 durch Christian Santos. Die Antwort des HSV ließ nicht lange auf sich warten, Robin Meißner erzielte mit seinem ersten Profitor das 1:1 mit einem schönen Schuss (37.). Auch die nächste Aktion soll dem 21-Jährigen gehören, der nach starker Einzelaktion nur den rechten Pfosten traf (40.).
Im zweiten Durchgang lieferten sich beide Teams eine intensive Begegnung mit Feldvorteilen für die Gäste aus Hamburg. In der Folgezeit tat sich der HSV allerdings schwer, den Rothosen fehlte es an Tempo, Variabilität und Anspielstationen. Ohne den verletzt ausgewechselten Amadou Onana fehlt es zudem an Stabilität im Zentrum. So ließ sich der HSV klassisch auskontern, Maurice Multhaup schloss zum 2:1 ab (61.).
Der HSV erhöhte im weiteren Verlauf den Druck, doch Tim Leibold, Meißner sowie Gideon Jung vergaben eine Dreifachchance (68.). So wäre in der Schlussphase der erneute Ausgleich verdient, doch Osnabrück verteidigte mit Mann und Maus und schaffte immer wieder Entlastungsangriffe. Da die Violetten diese Umschaltaktionen aber nicht zu Ende bringen konnten, blieb es ein Spiel auf Messers Schneide.
So war es Leibold, der per Kopf das 2:2 machte und dem HSV neues Leben einhauchte (82.). Doch der Wahnsinn an der Bremer Brücke war noch nicht zu Ende, denn quasi im Gegenzug erzielte Joker Marc Heider die erneute Führung – 3:2 (84.). Die Gäste rannten unermüdlich an, doch gegen leidenschaftliche Niedersachsen schaffte es der große Favorit nicht mehr. So bleibt der HSV ein weiteres Jahr in der 2. Liga, während es Osnabrück nun in der eigenen Hand hat, in der Liga zu bleiben - notfalls über die Relegation.
Für den HSV geht es nächsten Sonntag gegen Eintracht Braunschweig, er könnte dem VfL dabei indirekt Schützenhilfe geben. Osnabrück muss zeitgleich nach Aue.

Stimmen zum Spiel:

Markus Feldhoff (Trainer VfL Osnabrück): "Ich freue mich, dass die Jungs, bei dem, was sie investiert haben, auch gewonnen haben. Selbst ein 2:2 wäre bei diesem Spiel eine Enttäuschung gewesen. Ein Riesenkompliment an die ganze Mannschaft, endlich mal wieder ein Heimsieg – gegen diesen Gegner. Wir haben jetzt leider immer noch nichts erreicht."
Jonas Boldt (Sportvorstand HSV): "Die Enttäuschung ist groß. Wir haben uns viel vorgenommen, haben bis zum Schluss dran geglaubt. Aber wir haben zu leicht die Gegentore bekommen, das war auch sinnbildlich irgendwie für die ganze Saison. Wir haben uns über weite Strecke der Saison auf einem guten Weg befunden, doch haben uns auch wieder ein Stückweit verloren. Die Gegner hauen gegen den HSV immer alles rein und wir haben gegen die Mannschaften von unten zu viel Punkte liegen lassen und uns nicht gewehrt, wenn man die Spiele in Sandhausen, Würzburg oder auch heute sieht. Das müssen wir analysieren und schauen, was wir machen. Wir werden Luft holen und einen neuen Anlauf nehmen."

Das fiel auf: Hrubesch-Effekt nur von kurzer Dauer

Nach dem überzeugenden Debüt von Horst Hrubesch mit dem 5:2-Sieg gegen Nürnberg hatten die Rothosen wieder die Hoffnung auf den Aufstieg. Der eigene Glaube war zurück, dazu das schwere Restprogramm der Konkurrenz aus Fürth. Doch der HSV schaffte es gegen freche Osnabrücker nicht und blieb den Nachweis einer Spitzenmannschaft schuldig. Auch Horst Hrubesch konnte aus dieser qualitativ starkbesetzten Zweitligamannschaft nur für kurze Zeit das Maximum herausholen. Knallhart gesagt: Wer gegen einen Abstiegskandidaten verliert, der 13 Heimspiele in Serie zuvor verlor, der hat es auch nicht verdient.

Tweet des Spiels:

Eine ganze Stadt steht hinter ihrer Mannschaft. Zahlreiche Fans waren an die Bremer Brücke gekommen, um den VfL zu unterstützen. Auf der Tribüne machten die Mitarbeiter der Geschäftsstelle ordentlich Lärm und feuerten die Violetten lautstark an. Die Unterstützung von außen half, Osnabrück zeigte eine starke Leistung und gewann verdient gegen den großen HSV.

Die Statistik: 14

13 Heimspiele musste der VfL auf einen Punktgewinn an der Bremer Brücke warten. Im 14. Anlauf gab es sogar drei Zähler – ausgerechnet gegen den großen HSV. Der letzte Heimerfolg datiert vom 31. Oktober 2020 gegen den SV Sandhausen. Danach setzt es 13(!) Niederlagen am Stück. Ohne diese eklatante Heimschwäche wäre der VfL wohl schon längst gesichert.
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