Die erste Offensiv-Aktion des Spiels konnten die Hausherren für sich verbuchen: Düsseldorfs Thomas Pledl tauchte in der sechsten Spielminute in aussichtsreicher Abschlussposition im Hamburger Strafraum auf, doch Stephan Ambrosius war zur Stelle und blockte den Schussversuch in höchster Not mit einer Grätsche ab (6.).
Jene Aktion sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Tabellenführer von Beginn an das Spiel dominierte. Düsseldorf versuchte den HSV vermehrt im Spielaufbau unter Druck zu setzen, doch die Hanseaten konnten mit dem frühen Anlaufen offenkundig besser umgehen, als die Fortuna selbst.
Trotz der hohen Ballbesitzanteile der Gäste blieben Torraumszenen weitestgehend Mangelware. Zu oft fehlte es den HSV-Akteuren an Genauigkeit beim letzten Zuspiel. Jeremy Dudziak versuchte es gleich zwei Mal mit flachen Querpässen von der linken Seite ins Zentrum, ohne dabei einen Mitspieler zu finden (11./18.). Zwischen den beiden Aktionen hatte David Kinsombi eine Flanke von Jan Gyamerah per Kopf links neben das Tor gesetzt - die erste Torannäherung der Hanseaten.
Premier League
ManCity feiert inoffizielle Herbstmeisterschaft - Arsenal dreht Spiel
26/01/2021 AM 22:20
Anschließend machte Sonny Kittel als Vorbereiter auf sich aufmerksam: Erst fand er mit einem hohen Ball aus dem Halbfeld Khaled Narey im Strafraum, der den Ball allerdings - wenn überhaupt - nur leicht touchierte. Dennoch musste Florian Kastenmeier eingreifen und parierte reflexartig mit einer Fußabwehr (19.). Zwei Minuten später köpfte Toni Leistner einen Kittel-Freistoß per Flugkopfball deutlich am Tor vorbei (21.) - mehr als Halbchance sprangen nicht heraus.
Auch den Hausherren gelang kaum etwas nach vorne. Ein Distanzschuss von Kenan Karaman (35.), der zwei Meter am linken Torwinkel vorbei ging, sowie ein Kopfball des Ex-Hannoveraners direkt in die Arme von Sven Ulreich waren die einzigen nennenswerten offensiven Akzente der Fortuna im ersten Durchgang (45.).
Leider entwickelte sich auch nach dem Seitenwechsel kein mitreißendes Topspiel. Eine symptomatische Szene: Kittel schoss kurz nach Wiederanpfiff einen Freistoß aus bester Position in die Mauer, doch Schiedsrichter Benjaminn Cortus hatte die Situation bereits abgepfiffen, da sich ein HSV-Akteur regelwidrig in der Fortuna-Mauer positioniert hatte (48.).
In der 55. Spielminute hatte Fortuna-Kapitän André Hoffmann die Führung auf dem Kopf, vergab nach einer Ecke aus guter Position aber knapp (55.). Der HSV ließ im zweiten Abschnitt jeglichen Zug nach vorne vermissen, was auch an der gut sortierten Hintermannschaft des Gegners lag. Ein abgeblockter Schuss von Narey (61.) sowie ein Terodde-Kopfball aus Abseitsposition (70.) blieben die einzigen Offensiv-Szenen der Hanseaten.
Es schien, als ob beide Teams mit dem 0:0 leben konnten, doch in den Schlussminuten kamen die Hausherren noch mal etwas auf: Nachdem Karaman und der eingewechselte Brandon Borrello jeweils in die Arme von Ulreich geköpft hatten (90./90.+2), zwang Luka Krajnc den HSV-Schlussmann mit einem weiteren Kopfball zu einer Glanzparade in der Schlussminute (90.+3), welche die torlose Punkteteilung besiegelte.

Die Stimmen:

Sven Ulreich (Hamburger SV): "Wir können mit dem 0:0 am Ende zufrieden sein. Die erste Halbzeit war sehr reif und gut, aber in der zweiten Halbzeit haben wir uns schwerer getan. Wir haben uns mehr erhofft, aber mit dem Punkt müssen wir leben."
Tim Leibold (Hamburger SV): "Über 90 Minuten war es eine ausgeglichene Partie, von daher im Endeffekt ein gerechtes Unentschieden. Wir hätten gerne gewonnen, aber das 0:0 ist in Ordnung."
Florian Kastenmeier (Fortuna Düsseldorf): "Wir haben es sehr heute sehr gut gemacht. In der zweiten Hälfte sind wir früher angelaufen, haben die Räume eng gemacht und somit auch den Gegner besser in den Griff bekommen. Das 0:0 gegen den Tabellenführer ist viel Wert und ein enorm wichtiger Punkt für uns. Wir sind nach wie vor Zuhause ungeschlagen."

Der Tweet zum Spiel:

Während die Vorfreude bei den Fans auf das Spitzenspiel groß war, hatten die beiden Teams andere Pläne. Es entwickelte sich eine unspektakuläre, aber dafür taktisch geprägte Partie mit wenigen Höhepunkten.

Das fiel auf: Defensivreihen stehen stabil, Serien ebenfalls

Der HSV setzte Düsseldorf immer wieder durch frühes Anlaufen unter Druck und provozierte auf diese Weise ein ums andere Mal lange Bälle der Hausherren, die wiederholt im Niemandsland landeten. Mit den Ballgewinnen wussten die Hanseaten doch verhältnismäßig wenig anzufangen, lediglich Dudziak und Kittel konnte man in Durchgang eins als Aktivposten bezeichnen. Düsseldorf gelang ebenfalls wenig. Bezeichnend war auch, dass Fortuna-Keeper Kastenmeier nach 35 Minuten die meisten Ballkontakte bei den Gastgebern hatte.
Ein ähnliches Bild bot sich auch in Durchgang zwei: Beide Defensivreihen standen gut sortiert, lediglich nach Standard-Situationen gab es Torchancen. Düsseldorf hatte zwar die Lufthoheit, doch war zu ungenau im Abschluss. Somit halten beide Teams ihre Serien aufrecht: Der HSV ist seit acht Spielen ohne Niederlage, Fortuna hat seit neun Begegnungen nicht verloren.

Die Statistik: 0

Durch das 0:0 gegen den Spitzenreiter aus Hamburg bleibt Fortuna Düsseldorf - gemeinsam mit dem 1. FC Heidenheim - das einzige Team der Liga, das nach 18 Spieltagen noch ohne Heimniederlage ist.
Das könnte Dich auch interessieren: Konkurrenz für Bayern: Lockt Tuchel Upamecano zu Chelsea?

Karriereende: Die größten Eskapaden und Erfolge des Kevin Großkreutz

Coppa Italia
In Minute 97: Inter wirft Milan aus dem Pokal - Zlatan fliegt vom Platz
26/01/2021 AM 22:09
2. Bundesliga
HSV schenkt Sieg her - St. Pauli bleibt weiter ungeschlagen
01/08/2021 AM 14:42