Ausgeglichen startete die womöglich letzte Chance des HSV gegen den 1. FC Nürnberg, doch noch den Aufstieg ins Oberhaus zu schaffen – die bereits geretteten Nürnberger gar mit einer leichten Überlegenheit zu Beginn. Doch den ersten gefährlichen Abschluss hatten die Hausherren. Amadou Onana köpfte nach einer Ecke auf den Querbalken (14.).
Nikola Dovedan vergab die beste Chance des Club in der Anfangsphase. Der Österreicher traf per direktem Freistoß das Außennetz (18.). Anschließend kamen die Hausherren immer besser ins Spiel und hatten kurz den ersten Torschrei auf den Lippen, doch Bakery Jatta stand bei der Kopfballverlängerung von Robin Meißner knapp im Abseits (26.). Nur zwei Minuten später bediente Jatta nach einer schönen Einzelaktion gegen überforderte Nürnberger Meißner, doch das Anspiel war nicht perfekt und somit schwer zu verarbeiten (28.).
Die Hamburger blieben dran. Wiederum nur zwei Minuten später gelang die Führung. Onana eroberte den Ball in der Nürnberger Hälfte, Sonny Kittel legte nach dessen Hereingabe perfekt ab für Meißner, der dann Glück im Abschluss hatte, dass Asger Sörensen den Ball ins eigene Tor abfälschte (30.).
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Anklage gegen HSV-Profi: Jatta-Anwalt meldet sich zu Wort
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Wenige Minuten später erhöhten die Hausherren. Diesmal legte Meißner im Zentrum quer auf Jatta, der nur noch einschieben brauchte (36.). Als es danach aussah, dass der HSV eine beruhigende Führung mit in die Kabine nimmt, schlugen die Nürnberger wie aus dem Nichts zu. Johannes Geis stellte mit einem Fernschuss Sven Ulreich vor eine eigentlich leichte Aufgabe, doch der ehemalige Bayern-Keeper ließ den Versuch nach vorne prallen. Erik Shuranov stand goldrichtig und staubte ab (41.).
Doch der ehemalige Bundesliga-Dino fand selbst noch eine Antwort vor dem Seitenwechsel. Simon Terodde tat sich zunächst schwer, den Ball zu kontrollieren, bekam aber Dank David Kinsombi eine zweite Chance, die er sich dann nicht mehr nehmen ließ (45.+2). Der 22. Saisontreffer für den Topstürmer.
Direkt nach der Pause vergab erneut Terodde nach Zuspiel Jattas die Chance, die Partie frühzeitig zu entscheiden (47.). Das Spiel flachte in der Folge etwas ab, bevor der HSV durch einen Lattenknaller Meißners erneut erwachte (62.). Doch nach zwei Alutreffern der Hausherren verkürzten die Nürnberger immerhin in dieser Statistik. Ulreich wehrte einen Hammer von Tom Kraus noch an den Querbalken (73.). Nur drei Minuten später besorgte der beste Mann auf dem Platz die Entscheidung. Kittel netzte unbedrängt im Sechzehner zum 4:1 (76.).
Wiederum nur zwei Minuten später wurde der kurz vorher eingewechselte Manuel Wintzheimer im Strafraum gehalten – Elfmeter. Den Ball schnappte sich natürlich Terodde, der vom Punkt seinen 23. Saisontreffer erzielte (80.).
Als sich beide Mannschaften schon auf den Ausgang der Partie einigten, legten die "Clubbere"“ nochmals nach. Linus Rosenlöcher setzte mit dem vielleicht schönsten der sieben Treffer den Schlusspunkt zum 5:2. Der HSV klettert mit dem Dreier auf Platz vier und hat nun noch drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

Die Stimmen:

Horst Hrubesch (Interimstrainer Hamburger SV): "Fußball ist ein Laufspiel, das haben die Spieler jetzt auch gemerkt und auf der Bank muss man auch bisschen was tun. Die Mannschaft hat das Vertrauen in sich selbst nicht gehabt. Wir haben noch einige Torchancen liegen lassen. Wenn du die Jungs im Training siehst, weißt du, was in der Mannschaft steckt. Jeder hat verstanden, dass es über die drei Spiele geht. Vielleicht haben wir eine Chance."
Toni Leistner (Hamburger SV): "Es ist leider die Lauerposition in der wir uns befinden. Wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen. Wir haben diese Woche extrem an den Basics gearbeitet. Wir haben ab und zu auch ein bisschen abgewartet. Wenn die Bälle in die Zone kommen, in denen wir zupacken können, sind wir da. Vielleicht können wir mit einem Sieg in Osnabrück nochmal Druck ausüben."
Robert Klauß (Trainer 1. FC Nürnberg): "Wir hatten guten Druck am Ball in den ersten 25 Minuten. Wenn der HSV in das letzte Drittel kam, haben wir nicht gut verteidigt. Es waren alles Fehler, die zu vermeiden sind und wir so nicht machen dürfen. Der HSV hat verdient gewonnen."
Christian Mathenia (1. FC Nürnberg): "Wir habe alle fünf Tore auf dieselbe Art und Weise bekommen, alle im Sechzehner. Wenn man im letzten Drittel so verteidigt, kann man nicht als Sieger vom Platz gehen. Verdiente Niederlage. Wir haben es zu selten geschafft, sie in ihrer eigenen Hälfte festzuschnüren. Das war einer der Gründe für die Niederlage. Sie haben viel Leidenschaft reingepackt und sich den Sieg verdient."

Der Tweet zum Spiel:

Die Unterstützung der Fans im Vorfeld scheint auf jeden Fall nicht geschadet zu haben.

Das fiel auf: Überragender Kittel

Sonny Kittel war an jedem der ersten vier Hamburger Treffer in der Entstehung direkt beteiligt und fiel dabei nicht nur durch sein Spielverständnis und seine starke Technik, sondern vor allem auch über seinen unermüdlichen Willen auf, die letzte Chance auf den Aufstieg zu wahren. Mit dem 4:1 krönte Kittel eine überragende Leistung. Im anschließenden Interview lobte Horst Hrubesch zudem seinen ehemaligen Schützling aus der U21-Nationalmannschaft in den höchsten Tönen

Die Statistik: 100

Das Spiel gegen den 1. FC Nürnberg war der 100. Einsatz des HSV im Unterhaus. Ein gelungenes Jubiläum für den einstigen Bundesliga-Dino. Zwei weitere kommen mindestens hinzu.
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