Ganze Felsbrocken fielen Daniel Thioune von der Brust. "Die Erlösung ist da", sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem trotz Überzahl schwer erkämpften 2:0 (1:0) im Spitzenspiel beim Tabellenführer VfL Bochum. Der HSV ist im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga nach schwierigen Wochen wieder voll im Geschäft.
Fünfmal war der HSV zuvor ohne Dreier geblieben, der Sieg war deshalb enorm befreiend, aber wenig glanzvoll. "Meine Mannschaft hat sehr robust und seriös verteidigt. Das war der Schlüssel zum Erfolg", sagte Thioune: "Die Erkenntnis war, dass man nicht den Ball braucht, um ein Fußballspiel zu gewinnen." Auch der frühere Bochumer Jan Gyamerah befand, dass "wir spielerisch schon bessere Leistungen abgeliefert haben".
Hamburg spielte in die Karten, dass der Bochumer Danny Blum die Grenzen der gesunden Härte überschritt, als er Amadou Onana von hinten in die Beine sprang und dafür völlig zurecht Rot sah (35.). Onana, Torschütze zum 1:0 (29.), konnte zunächst weiterspielen, musste später jedoch angeschlagen ausgewechselt werden.
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Dass, wie so häufig in der zweiten Liga, nicht die spielerischen Qualitäten über Sieg oder Niederlage entschieden, war für Thioune kein größeres Problem. "Wenn man erwartet hat, dass wir gegen zehn Leute ein Fußballfeuerwerk abfackeln, dann hat man das sicher nicht bekommen", gab der ehemalige Osnabrücker Trainer aber unumwunden zu.

HSV bleibt Bochum auf den Fersen

Ließ der HSV am vergangenen Montag beim 1:1 gegen Holstein Kiel noch beste Chancen aus, verwandelte Onana am Freitagabend gleich die erste Möglichkeit zum 1:0. In der Folge lieferten sich die Hanseaten einen Abnutzungskampf mit zehn Bochumern, die nach zuletzt drei Siegen leer ausgingen und laut Trainer Thomas Reis einen "sehr bitteren Abend" erlebten. Khaled Narey machte den Deckel drauf (89.).
"Es ist für uns ein richtig gutes Gefühl, dass wir wieder ein Fußballspiel gewonnen haben. Nichts ersetzt das Siegen", sagte Thioune. Drei besonders wertvolle Punkte im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga gingen an den HSV, "dementsprechend bin ich auch mit der Leistung einverstanden", so Thioune.
Im engen Aufstiegsrennen sind die Hamburger nun auf zwei Punkte an den VfL herangerückt und stehen vorerst auf Rang zwei. "Vielleicht noch ein bisschen geiler" als der Sieg war für Thioune der anschließende große Jubel: "Das zeigt, dass das nicht immer nur Gerede war, sondern dass wir zueinander stehen und füreinander da sind."
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(SID)

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