Schalke erwischte einen regelrechten Blitzstart. Simon Terodde konnte einen Freistoß von Thomas Ouwejan freistehend im Sechzehner per Volley über die Linie befördern und brachte die Königsblauen so früh in Führung (2.). Der Mannschaft von Trainer Dimitrios Grammozis gehörte die Anfangsphase. Speziell Neuzugang Ouwejan sorgte immer wieder für Torgefahr. Der holländische Außenverteidiger versuchte es nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit einem Distanzschuss aus gut 20 Metern, traf jedoch nur die Latte (16.).
Fünf Minuten später erhöhten die Schalker dann auf 2:0. Es war fast eine Kopie des ersten Treffers: Terodde lief freistehend in den Sechzehner und beförderte eine Freistoß-Flanke von Ouwejan aus kurzer Distanz durch die Beine von Keeper Ioannis Gelios ins Tor.
Die Kieler zeigten sich von dem frühen Schock jedoch wenig beeindruckt. Die Störche wurden in der Folge dominanter und rissen das Spiel an sich, während Schalke sich, wie schon in der Vorwoche gegen den HSV (1:3), fast nur noch aufs Verteidigen konzentrierte.
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01/08/2021 AM 14:42
Nach einer knappen halben Stunde zappelte der Ball dann im Netz der Knappen, als Steven Skrzybski aus der zweiten Reihe abzog und mit seinem abgefälschten Schuss S04-Keeper Michael Langer bezwang. Vorlagengeber Fabian Reese stand zuvor jedoch knapp im Abseits, weshalb der Treffer richtigerweise nicht zählte (28.). Kurz vor der Pause rutschte eine Kieler Ecke zum Ex-Schalker Reese durch, der aus kurzer Distanz im Sechzehner abzog, allerdings an Ouwejan hängen blieb (41.).
Kiel kam noch mal gefährlicher aus der Pause und machte ordentlich Druck. Doch zunächst wurde Schalke abermals durch einen Ouwejan-Freistoß gefährlich. Der 24-Jährige versuchte es aus rund 25 Metern direkt, doch Gelios fischte das Leder aus dem bedrohten Eck (48.).
Ansonsten spielten fast nur die Gastgeber: Nach einer Flanke von Mikkel Kirkeskov scheiterte zunächst Patrick Erras mit seinem Abschluss an Schalkes Verteidiger Malick Thiaw, der auch den Nachschuss von Skrzybski blocken konnte (53.). Schalkes Defensive wurde in dieser Phase ordentlich unter Druck gesetzt. Finn Bartels konnte wenig später freistehend von rechts flanken und fand den Kopf des eingelaufenen Alexander Mühling, der jedoch an Langer scheiterte (56.).
Kurz darauf stellte Schalke den Spielverlauf endgültig auf den Kopf. Kiels Innenverteidiger Hauke Wahl ließ sich im Spielaufbau zu viel Zeit vor dem eigenen Sechzehner und verlor den Ball an Marius Bülter, der unbedrängt in den Sechzehner dribbelte und trocken zur Vorentscheidung einschob (67.).

Marius Bülter

Fotocredit: Getty Images

Nur sechs Minuten später hätten die Knappen sogar auf 4:0 erhöhen müssen, als Bülter in den Sechzehner dribbelte und den jungen Mehmet-Can Aydin freispielte. Der 19-Jährige hatte im Sechzehner freie Schussbahn, doch anstatt den Abschluss zu suchen, wollte er noch einmal für Terodde querlegen, was die Kieler Defensive jedoch durchschaute und letztlich klären konnte.
Kiel machte in der Schlussphase weiter Druck, doch das Glück im Abschluss fehlte weiterhin. Zunächst verfehlte Joshua Mees mit seinem Kopfball nur knapp das linke Eck (75.). Der eingewechselte Ex-Unioner versuchte es in der 83. Minute noch einmal mit einem Schlenzer im Sechzehner, doch er traf nur den linken Pfosten.

Die Stimmen zum Spiel:

Ole Werner (Trainer Holstein Kiel): "Es waren jetzt zwei unterschiedliche Spiele, auch mit unterschiedlichen Ursachen für die Niederlagen. In beiden Fällen habe logischerweise festgestellt, dass uns was fehlt. Vor allem in der Defensive ist es die Art und Weise, wie wir verteidigen. Im Offensivverhalten greifen noch einige Abläufe noch nicht so, wie wir uns das vorstellen. Das ist natürlich zu erklären durch viele Personalwechsel, die wir hatten und neue Spieler, die wir integrieren müssen. Aber unterm Strich haben wir uns heute trotzdem sehr viele Torchancen erspielt, die müssen dann nur eben mal genutzt werden."
Hauke Wahl (Holstein Kiel): "Es hört sich vielleicht dumm an, aber wir haben heute ein richtig gutes Spiel gemacht. Wir haben zweimal Standards schlecht verteidigt, hatten dann einen individuellen Fehler zum 0:3, der uns dann das Genick bricht. Aber ich glaube, vor allem auch in der ersten Hälfte hatten wir eine große Drangphase, in der Zweiten dann auch, schaffen es bislang aber noch nicht, das dann in Tore umzumünzen."
Dimitrios Grammozis (Trainer Schalke 04): "Ich habe letzte Woche schon gesagt, dass wir nicht alles schlecht reden wollen und jetzt werden wir nicht alles perfekt reden. Wir wissen selber, dass wir noch Zeit brauchen, wir sind eine neu zusammengewürfelte Mannschaft. Wir wissen, wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber ich denke, wenn man 3:0 in Kiel gewinnt gegen eine wirklich gute Mannschaft, dann kann man auch zufrieden sein. Wir müssen das Selbstvertrauen jetzt mitnehmen und an unseren guten Dingen und unseren Schwächen weiter arbeiten."
Simon Terodde (Schalke 04): "Es war heute sicherlich ein, zwei Tore zu hoch. Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir unter anderem das glückliche Händchen mit der Abseitssituation, aber insgesamt sind wir ordentlich gelaufen, haben gut verteidigt und dann auch im richtigen Moment die Tore gemacht. [...] Kiel hat eine enorme Qualität, sie waren nicht umsonst in der Relegation. Es war heute nicht einfach für uns hier anzutreten, das hat man heute, glaube ich auch gesehen. Dennoch sind wir, wie schon gegen Hamburg, sehr gut als Mannschaft aufgetreten und es macht einfach Bock gerade."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Kiel belohnt sich nicht

Auf dem Papier ging der FC Schalke als klarer Sieger vom Platz - die Spielanteile spiegelt jenes Ergebnis allerdings nicht wieder. Lediglich 37 Prozent Ballbesitz und 15 Torschüsse weniger als die Störche (24:9) sprechen eine deutliche Sprache. Bereits in der Vorwoche gegen den Hamburger SV wurden die Königsblauen nach eigener Führung äußerst passiv und musste am Ende eine Niederlage hinnehmen. Gegen Kiel profitierte die Grammozis-Elf nicht zuletzt auch von der mangelnden Chancenverwertung der Gastgeber.

Die Statistik: 145

Mit seinem Doppelpack erzielte Simon Terodde seine Tore 144 und 145 in der 2. Liga. Damit schiebt er sich immer näher an Dieter Schatzschneider ran, der mit 154 Treffern im Unterhaus noch immer der erfolgreichste Torschütze der Zweitliga-Geschichte ist.
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