Gleich zu Beginn der Partie zeigten die Bremer, dass sie nicht nur vor heimischer Kulisse dominant auftreten wollen. Das Fünfermittelfeld präsentierte sich griffig in den Zweikämpfen und suchte nach Ballgewinn schnell das vertikale Zuspiel auf einen der beiden Wandspieler Marvin Ducksch oder Niclas Füllkrug.
Nach elf Minuten kam Ducksch nach einem einfachen Doppelpass auf Höhe des linken Fünferecks zum Abschluss. Christian Mathenia klärte mit einer Fußabwehr den Ball über die Latte. Mitten in die Drangphase der Werderaner fiel dann jedoch der Treffer für den Club aus Nürnberg.
Ausgangspunkt war Enrico Valentini, der am rechten Flügel Taylan Duman in die Tiefe schickte. Dieser flankte auf Nikola Dovedan, den die Bremer Hintermannschaft am zweiten Pfosten völlig übersah. Er musste zur 1:0-Führung nur noch den Kopf hinhalten (19.).
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Der Führungstreffer gab dem Spiel eine Wendung. Plötzlich dominierte der Gastgeber aus Nürnberg das Spielgeschehen und erspielte sich Chance um Chance. Die Nürnberger brillierten mit einem direkten Spiel in die Spitze, das ihnen Trainer Robert Klauß zu dieser Saison eingeimpft hat. Erst zehn Minuten vor Ende der ersten Halbzeit sendeten die Bremer wieder ein Lebenszeichen.
Eine Ecke von Romano Schmid wurde erst geklärt. Der zweite Ball landete bei Anthony Jung, der sich bis zum linken Fünfereck durchtankte, den Ball an Mathenia aber nicht vorbeibrachte (36.). Mit einem 1:0 für den 1. FC Nürnberg schickte Referee Tobias Welz die Mannschaften in die Kabinen.
Werder kam mit neuem Schwung aus der Pause und nahm fortan das Zepter wieder in die Hand. Im letzten Drittel fehlte es den Grün-Weißen jedoch an der nötigen Passgenauigkeit. Mit der Einwechslung von Leonardo Bittencourt bekam das Angriffsspiel der Bremer einen Kreativitätsschub. Folglich drückte der SVW auf den Ausgleichstreffer.
Ducksch zirkelte einen Freistoß aus halblinker Position zwar über die Mauer, der Ball klatschte aber nur an den Außenpfosten (71.). In der zweiten Hälfte spielte nur noch die Mannschaft von Werder-Coach Markus Anfang. Der Gastgeber aus Nürnberg beschränkte sich auf das Kontern. Zehn Minuten vor Schluss kam es zum erlösenden Ausgleichstreffer für die Werderaner.
Marco Friedl setzte Knipser Füllkrug mit einer präzisen Flanke aus dem linken Halbfeld in Szene. Dieser stieg im Strafraum höher als die Nürnberger Abwehr und köpfte aus fünf Metern zum verdienten Ausgleich für die Gäste ein. Das Unentschieden war den Bremern nicht genug. Kurz vor Ende belohnte sich der SVW für einen couragierten Auftritt in Hälfte zwei.
Das Muster war identisch zum ersten Bremer Treffer. Milos Veljkovic beförderte den Ball mit einer Halbfeld-Flanke in den Strafraum. Füllkrug nahm den Ball am linken Fünfereck mit der Brust an und traf Valentini, der unglücklich auf Bittencourt abfälschte. Werders Mittelfeld-Antreiber musste das Spielgerät nur noch zum 2:1-Sieg über die Linie drücken.

Die Stimmen zum Spiel:

Robert Klauß (Trainer 1. FC Nürnberg): "Wir sind enttäuscht, weil wir uns mehr vorgenommen haben. In Summe war das kein gutes Spiel von uns, wir haben die Chancen nicht gut verteidigt, obwohl wir wussten, dass viele lange Bälle kommen. Man kann dann nicht alles verteidigen, deswegen war es ein Mittel, selbst am Ball zu sein. In der zweiten Halbzeit hatten wir aber keine Spielkontrolle mehr. Wenn die Bälle alle vorne reinfliegen, dann rutscht irgendwann einer durch und deswegen haben wir dann am Ende verloren."
Mats Möller Daehli (1. FC Nürnberg): "Bremen hat heute verdient gewonnen. Wir haben es mit dem Ball nicht gut gemacht und auch zu tief verteidigt. Die Räume wären da gewesen, aber wir haben einfach zu schnell nach vorne gespielt. Es war heute kein gutes Spiel von uns. Wir haben keinen guten Tag erwischt."
Markus Anfang (Trainer Werder Bremen): "Wir haben heute sehr gut nach vorne gespielt und müssen eigentlich auch in Führung gehen. Nürnberg macht dann mit der ersten Aktion das 1:0. In der zweiten Halbzeit war es fast ein Spiel auf ein Tor, deshalb sind wir auch der verdiente Sieger. Ich freue mich sehr für unsere Fans und die Mannschaft. Ich habe ihnen gesagt, sie sollen das genießen."

Tweet zum Spiel:

Werder-Stürmer Füllkrug ist zurück an alter Wirkungsstätte. Er lief zwischen 2014 und 2016 für die Nürnberger auf und erzielte im FCN-Dress 18 Tore in 59 Spielen.

Das fiel auf: Sturm-Duo Füllkrug und Ducksch funktioniert

Die Hoffnungen der Bremer Anhängerschaft ruht in dieser Saison auf dem Angriff-Duo Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch. Beide haben ihre Qualitäten im Unterhaus bei vorherigen Stationen (u.a. Hannover, Kiel) bereits unter Beweis gestellt. Dennoch bleiben Zweifel: Passen die zwei Stoßstürmer, die sich in ihrer Spielweise äußerst ähnlich sind, zusammen? Die Antwort nach dem heutigen Spiel lautet: definitiv. Gemeinsam feuerten sie zehn Torschüsse auf das Nürnberger Gehäuse ab und machten im Angriffsdrittel immer wieder Bälle fest. Füllkrug erzielte außerdem den 1:1-Ausgleichstreffer.

Die Statistik: 13

Beide Teams konnten in der Vergangenheit zusammengenommen 13 Meistertitel in der ersten Bundesliga erringen. Nürnberg steht wie Bremen für den Glanz alter Zeiten und ist ein Symbol für die Attraktivität der zweiten Liga in diesem Jahr.
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