SID

Zu viele Querelen: Bierofka schmeißt bei 1860 hin

Zu viele Querelen: Bierofka schmeißt bei 1860 hin
Von Eurosport

06/11/2019 um 00:08Aktualisiert 06/11/2019 um 00:17

Der TSV 1860 München muss sich einen neuen Trainer suchen. Der ehemalige Nationalspieler Daniel Bierofka hat seinen Posten am Dienstag wegen interner Querelen zur Verfügung gestellt. Fan-Liebling Bierofka, der einen Vertrag bis 2022 besaß, vermisste bei den Löwen allem Anschein nach den Rückhalt der Vereinsführung. "Es ging einfach nicht mehr. Ich kann nicht mehr zurück", sagte Bierofka.

Bierofka hatte am Nachmittag das Klubgelände verlassen. Am Dienstagabend machte der Klub die Trennung per Pressemitteilung offiziell. Bis auf weiteres wird der bisherige Co-Trainer Oliver Beer die Mannschaft betreuen.

    "Die letzten zweieinhalb Jahre waren sehr kräfteaufreibend. Für mich gilt es jetzt erst einmal die Tanks wieder aufzufüllen", wurde Bierofka in der Klub-Mitteilung am Dienstagabend zitiert:

    "Dazu will ich viel Zeit mit meiner Familie verbringen, die zuletzt viel zu kurz kam. Mit etwas Abstand werde ich mich dann aber sicher wieder dem Fußball zuwenden."

    Bierofka beklagt Querelen

    München-Giesing genießt Bierofka schließlich Kultstatus. Zwischen 2000 und 2002 sowie von 2007 bis 2014 bestritt der ehemalige Nationalspieler 219 Begegnungen für die Löwen (29 Tore), danach bekleidete er als Trainer verschiedene Positionen im Verein.

    Dass er die erste Mannschaft nach dem Absturz in die viertklassige Regionalliga 2017 übernahm und wieder in den Profifußball führte, dürften ihm die Sechziger nie vergessen.

    Nach dem 4:2 gegen Viktoria Köln am Samstag hatte Bierofka Querschüsse beklagt, die nicht zum ersten Mal aus dem "inneren Zirkel des Vereins" gekommen seien.

    "Lange schaue ich mir das nicht mehr an", betonte der 40-Jährige. Schon im Sommer hatte er sich darüber beschwert, dass sich die Verantwortlichen nicht intensiv genug um neue Spieler bemühten.

    Zugleich musste er sich Diskussionen um sein angeblich zu hohes Gehalt erwehren. Bierofkas Vertrag lief bis 2022, er einigte sich mit der Klubführung aber auf eine Aufhebung der Arbeitsbeziehung. Die Sechziger sind seit Jahren in mehrere Lager gespalten.

    Investor Ismaik entrüstet

    Der umstrittene Investor Hasan Ismaik regierte mit Entrüstung auf die Nachricht.

    "Ich bin entsetzt, mit welchen Methoden Daniel Bierofka beim TSV 1860 beschädigt wird. Seit Monaten wird unser Trainer gemobbt. Für mich ist das eine Schande, die ich nicht in Worte fassen kann", schrieb der jordanische Geschäftsmann bei Twitter.

    Zudem behauptete er, "99 Prozent der Fans" stünden "geschlossen" hinter Bierofka.

    (SID)