Fast zwei Wochen lang hatten die Bundesligisten nach dem 31. Spieltag nun Pause, bevor die letzten drei Partien der Spielzeit anstehen. Ausgeruht geht es nun für alle in den Saisonendspurt. Wirklich für alle? Nicht ganz!
Nach der Zwangspause aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Berliner unter der Woche zweimal ran. Insgesamt stehen fünf Spiele binnen 13 Tagen auf dem vollgepackten Programm. Zwei davon hat die Hertha schon absolviert und damit plötzlich die unteren Tabellenregionen gründlich aufgemischt. Während die restlichen Teams nicht eingreifen konnten, sammelte die Hertha fleißig Punkte, schob sich von Platz 17 auf Platz 14 vor und hat noch immer ein Nachholspiel in der Hinterhand.
Das dürfte insbesondere Köln, Bielefeld und Bremen geschockt haben, die nun in noch größere Abstiegsnöte geraten sind. Insbesondere Bremen wähnte sich vor einigen Wochen vermeintlich schon in Sicherheit, sieben Niederlagen in Serie spülten die Hanseaten jedoch wieder ganz tief in den Abstiegsstrudel.
Bundesliga
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06/05/2021 AM 09:44
Die Wahrscheinlichkeit, dass neben Schalke 04 noch mindestens ein weiterer großer Klub den Gang in die Zweitklassigkeit antreten muss, ist groß. Eurosport.de ordnet die Chancen im spannendsten Rennen um den Klassenerhalt seit Jahren ein.

1. FSV Mainz 05 (Platz 12, 35 Punkte)

Wer zu Beginn der Rückrunde darauf gewettet hätte, dass Mainz drei Spieltage vor dem Ende auf Rang zwölf liegen würde, hätte wohl eine Menge Geld verdienen können. Nach den ersten 17 Spieltagen sahen die Nullfünfer wie ein sicherer Absteiger aus. Mickrige sieben Punkte bei einem einzigen Sieg hatte der FSV auf dem Konto, genauso viele wie Schalke 04. Dann aber kam Bo Svensson als neuer Coach und es folgte die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte. 28 Punkte holten die Mainzer innerhalb von 14 Spielen. Leipzig hat als Zweiter der Rückrundentabelle nur einen Punkt mehr auf dem Konto.
Restprogramm: Eintracht Frankfurt (A), Borussia Dortmund (H), VfL Wolfsburg (A)
Zugegeben, das Restprogramm liest sich schwer. Es geht gegen die drei Vereine, die unter sich die letzten beiden Champions-League-Plätze ausmachen werden. Normalerweise winken hier nicht viele Punkte, doch die seit acht Spielen ungeschlagenen Mainzer können für jeden der drei Klubs einen Stolperstein darstellen. Aber selbst bei drei Niederlagen stehen die Karten gut, dass die fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz ausreichen, um die Klasse zu halten.
Eurosport-Prognose: Platz 12

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FC Augsburg (Platz 13, 33 Punkte)

Die Augsburger wähnten sich vor einigen Wochen schon in einer besseren Position, rutschten aber durch einen Negativlauf von fünf Spielen (u.a. gegen Schalke, Bielefeld und Köln) mit nur einem Punkt wieder in die Nähe der Abstiegsplätze. Diese Phase kostete Trainer Heiko Herrlich den Job, doch auch Rückkehrer und Feuerwehrmann Markus Weinzierl musste am Freitag in seinem ersten Spiel an der Seitenlinie direkt eine 1:2-Niederlage in Stuttgart einstecken.
Restprogramm: VfB Stuttgart (A), Werder Bremen (H), FC Bayern (A)
Das wichtigste Spiel steht in der kommenden Woche an, wenn der FCA die Bremer empfängt. Gegen den direkten Konkurrenten darf Augsburg nicht verlieren, dann stehen die Chancen auf den Klassenerhalt gut, selbst wenn es am letzten Spieltag gegen die Bayern geht.
Eurosport-Prognose: Platz 14

Hertha BSC (Platz 14, 30 Punkte)

Still und heimlich hat die Hertha die ersten beiden von drei Nachholspielen genutzt, um sich von einem direkten Abstiegsplatz zu entfernen. Allerdings trennt sie auch nur das Torverhältnis vom Relegationsrang. Ein Spiel haben die Hauptstädter aber noch in der Hinterhand, um weiter Boden gutzumachen. Dass das durchaus realistisch ist, haben der Punkt gegen Mainz (1:1) und der Sieg gegen Freiburg (3:0) gezeigt. Trainer Pal Dardai hat vollstes Vertrauen in seinen gesamten Kader, was seine historische Rotationsmaßnahme gegen Freiburg, als er gleich neun Spieler austauschte, belegt. "Wenn das schiefgegangen wäre, hätten alle gelacht. Aber ich habe die Eier dafür", stellte Dardai klar.
Restprogramm: Arminia Bielefeld (H), FC Schalke 04 (A, Nachholspiel), 1. FC Köln (H), TSG Hoffenheim (A)
Die Alte Dame hat es eigentlich selbst in der Hand. Es geht in den letzten Spielen gleich gegen drei Vereine, die hinter den Berlinern in der Tabelle stehen. Das ist bei einem Tabellen-14. gar nicht so leicht. Auch Hoffenheim ist in dieser Saison keine Spitzenmannschaft. Auf dem Papier sind also noch viele Punkte gegen die direkte Konkurrenz möglich, wenn die Hertha ihre Form wahrt und der Belastung standhält. Der breite Kader bildet hier aber eine gute Grundlage.
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SV Werder Bremen (Platz 15, 30 Punkte)

Punktgleich mit den Berlinern liegt Bremen auf Rang 15. Nach der Last-Minute-Rettung im letzten Jahr über den Umweg Relegation sah es an der Weser lange Zeit eigentlich nach einer entspannten Saison aus. Mitte März hatten die Bremer noch neun Punkte Vorsprung auf Platz 16. Dann jedoch gelang der Mannschaft von Florian Kohfeldt fast nichts mehr. Sieben Niederlagen in Serie später ist es nur noch ein Zähler, der die Hanseaten vom direkten Abstiegsplatz trennt. Kohfeldt wurde angezählt, durfte aber nochmal weitermachen und Bremen überzeugte mit einem couragierten Auftritt im DFB-Pokal gegen RB Leipzig (1:2 n.V.). Ein großes Manko bleibt aber die Offensive. Dort agieren die Bremer weiterhin zu ungefährlich.
Restprogramm: Bayer 04 Leverkusen (H), FC Augsburg (A), Borussia Mönchengladbach (H)
Vor einigen Wochen richtete Kohfeldt einmal den gesamten Fokus auf die Partie gegen Mainz, erklärte sie zum entscheidenden Spiel. Das Duell ging verloren, die folgenden Spiele ebenfalls. Nun gilt Gleiches wohl wieder für die Partie gegen Augsburg. Hier muss fast zwangsweise ein Sieg her, zumal man in den anderen beiden Spiele auf Klubs trifft, die im Rennen um das internationale Geschäft ebenfalls jeden Punkt brauchen. Das gute Spiel gegen Leipzig könnte Bremen aber den entscheidenden Push gegeben haben.
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Arminia Bielefeld (Platz 16, 30 Punkte)

Für den Underdog aus Bielefeld darf es schon als Erfolg gewertet werden, dass sie nach 31. Spieltagen noch voll im Rennen sind und realistische Chancen auf den Klassenerhalt haben. Über die gesamte Saison fuhr die Arminia immer wieder Punkte ein, ohne dabei einen besonderen Lauf zu starten. Der Trainerwechsel von Uwe Neuhaus zu Frank Kramer machte sich spielerisch bezahlt. Die Bielefelder treten oft mutig und engagiert auf. Das kann aber wie zuletzt beim 0:5 gegen Borussia Mönchengladbach auch mal nach hinten losgehen. Solche Klatschen sind zu verschmerzen, da man in den Wochen zuvor acht Punkte aus den Spielen gegen Schalke, Freiburg, Mainz und Augsburg einfuhr.
Restprogramm: Hertha BSC (A), TSG Hoffenheim (H), VfB Stuttgart (A)
Das wichtigste Spiel kommt gleich zu Beginn des Dreierpacks. Ein Sieg gegen die punktgleichen Berliner wäre ein großer Schritt, auch ein Punkt könnte schon helfen. In den anderen beiden Spielen sind ebenso Punkte möglich. Dennoch könnte es für die Arminen am Ende nicht reichen, zumal Bielefeld das schlechteste Torverhältnis aller Vereine (ausgenommen Schalke) vorweist. Viel dürfte daher auch von den Bremer Ergebnissen abhängen.
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1. FC Köln (Platz 17, 29 Punkte)

Die Kölner hecheln weiter hinterher und dennoch hat sich die Situation in den letzten Wochen verbessert. Vier Punkte betrug der Rückstand zwischenzeitlich auf das rettende Ufer, die Kölner sahen nach neun sieglosen Spielen hintereinander wie ein Absteiger aus. Dann zog die sportliche Führung um Horst Heldt die Reißleine, entließ Trainer Markus Gisdol und installierte Friedhelm Funkel als Feuerwehrmann. Im ersten Anlauf klappte es noch nicht, doch dann fuhren die Geißböcke zwei Siege ein, darunter gegen RB Leipzig. Damit liegt der Effzeh nur noch einen Punkt hinter dem Dreiergespann Berlin, Bremen und Bielefeld.
Restprogramm: Freiburg (H), Hertha (A), Schalke (H)
Das Restprogramm meint es richtig gut mit den Kölnern. Alle Gegner sind schlagbar, zumal es für Schalke am letzten Spieltag nur noch darum geht, sich würdig aus der Liga zu verabschieden. Mit Hertha geht es zudem zu einem direkten Konkurrenten. Gut möglich, dass sich die Kölner auf den letzten Metern damit noch aus dem Windschatten heraus am einen oder anderen Verein vorbeischieben.
Eurosport-Prognose: Platz 15

Abstiegsrennen so offen wie seit Jahren nicht

Selten war in den vergangenen Jahren ein Abstiegskampf drei Spieltag vor dem Saisonende so offen. Vom Klassenerhalt bis zum direkten Gang in Liga zwei ist für einige Mannschaften noch alles möglich. Zusätzliche Spannung entsteht durch die vielen direkten Duelle der Mannschaften untereinander. Angesichts des Restprogramms und der derzeitigen Form könnten es die Bremer richtig schwer haben, während Köln noch für eine Überraschung sorgen könnte. Vorhersehbar ist in dieser Saison aber eigentlich nichts.
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