Reiseverbot für Weltfußballer Robert Lewandowski, ein Großaufgebot der Österreicher und große Angst vor neuen Ansteckungen bei den Bundesliga-Klubs: Vor dem Auftakt in die WM-Qualifikation sorgt die Corona-Pandemie einmal mehr für chaotische Zustände. Aufgrund der britischen Virus-Mutation verweigern zahlreiche Vereine die Abstellung ihrer Stars, um einer möglichen Quarantäne zu entgehen.
Lewandowski, so teilte Bayern München am Freitag mit, darf deshalb nur für die Spiele in Ungarn (25. März) und gegen Andorra (28. März) zur polnischen Nationalmannschaft reisen, nicht aber für die Partie in England (31. März). "Wenn es so bleibt, dass die Rückkehrer aus England in Quarantäne müssen, werden wir Lewa nicht abstellen können", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic.
Auch Krzysztof Piatek von Hertha BSC wird wie Robert Lewandowski vorzeitig von seiner Länderspielreise mit Polen zurückkehren. Der 25-Jährige verzichtet auf die WM-Qualifikationspartie seiner Mannschaft am 31. März in England, "um die anschließend erforderliche Quarantäne zu vermeiden", heißt in einer Mitteilung der Berliner.
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Aus demselben Grund wird auch David Alaba nicht mit Österreich zum Spiel nach Schottland (25. März) fliegen. Die beiden Bayern-Stars sind die prominentesten von etlichen Fällen in der Bundesliga.
"Wir befinden uns in einer sehr schwierigen Lage. Wir möchten, dass die Spiele der Nationalmannschaften wie geplant stattfinden können", sagte Gianni Infantino. Der FIFA-Präsident hofft weiter darauf, dass die Partien "mit den bestmöglichen Teams stattfinden". Deshalb bemüht sich der Weltverband derzeit in Gesprächen mit Regierungen um Ausnahmegenehmigungen bei den Quarantäne-Regeln.

Gladbach macht von Ausnahme Gebrauch

Bei Reisen in Virusvarianten-Gebiete wie Großbritannien oder Tschechien ist laut derzeitigen Einreisebestimmungen eine 14-tägige Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland vorgesehen. Daher nutzen die Klubs die gelockerten Regeln der FIFA. Bei verpflichtenden Quarantänen von mehr als fünf Tagen sind die Vereine von der Abstellungspflicht befreit.
So macht auch Borussia Mönchengladbach bei seinen österreichischen Nationalspielern Stefan Lainer und Valentino Lazaro von der Ausnahme Gebrauch - zum Leidwesen von Franco Foda. Österreichs Teamchef musste auf die Absagenflut für den Schottland-Trip reagieren und nominierte ein Großaufgebot von 43 Spielern. Für die Partien zu Hause gegen die Färöer (28. März) und Dänemark (31. März) stehen die Bundesliga-Legionäre um Alaba aber zur Verfügung.
Die Verantwortlichen in den Klubs beobachten die Lage angesichts der Mutationen und der steigenden Infektionszahlen derzeit genau. Bei nahezu allen Vereinen lautet die Ansage, dass Profis grundsätzlich für die Länderspiele zum Quali-Auftakt für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar abgestellt werden sollen, Virusvarianten-Gebiete sind allerdings tabu. Auch für BVB-Jungstar Jude Bellingham wird es deshalb wohl nichts mit seinem Debüt für die Three Lions.

Hoffenheim und Bielefeld äußern Bedenken

Der US-amerikanische Nationaltrainer Gregg Berhalter verzichtet bei den anstehenden Länderspielen wegen der derzeit geltenden Quarantänebestimmungen auf Tyler Adams von RB Leipzig. Der frühere Bundesligaprofi Berhalter strich den 22 Jahre alten Defensivspieler am Freitag aus dem Aufgebot für die Partien gegen Jamaika und Nordirland.
Aus der Bundesliga nominiert sind weiterhin Giovanni Reyna (Borussia Dortmund), John Brooks (VfL Wolfsburg), Chris Richards (TSG Hoffenheim) und Josh Sargent (Werder Bremen). Dieses Quartett wird die US-Mannschaft nach dem Spiel am 25. März gegen Jamaika in Wiener Neustadt allerdings gemäß Absprache verlassen und bei der Partie drei Tage später in Nordirland nicht mehr dabei sein.
Es ist ein regelrechter Balanceakt, um den Spielbetrieb der Auswahlteams zu gewährleisten. So wurden die tschechischen Bundesliga-Profis Vladimir Darida, Jiri Pavlenka, Pavel Kaderabek und Patrik Schick nicht für die Partien gegen Belgien (27. März) und in Wales (30. März) nominiert. Zur Partie in Estland (24. März) soll das Quartett laut "Kicker" aber per Privatjet eingeflogen werden.
Doch nicht nur die Quarantäne-Regeln bereiten Sorgen. Trainer Sebastian Hoeneß von der TSG Hoffenheim sieht die bevorstehende Länderspielpause aufgrund der Corona-Ansteckungsgefahr bei den Reisen quer durch die ganze Welt "mit einem Schuss" Sorge.
Auch Samir Arabi, Sport-Geschäftsführer bei Arminia Bielefeld, hat "kein gutes Gefühl". "Aber die Jungs wollen für ihre Nationalmannschaften spielen", sagte Hoeneß. Schließlich stehe auch die EM vor der Tür.
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