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FC Schalke 04: Kevin-Prince Boateng über seine S04-Zeit: "Faustschlag ins Gesicht"

Boateng über seine Schalke-Zeit: "Wie Faustschlag ins Gesicht"
Von SID

18/04/2018 um 15:34Aktualisiert 18/04/2018 um 15:43

Kevin-Prince Boateng denkt vor dem Halbfinale im DFB-Pokal mit Eintracht Frankfurt bei seinem Ex-Klub FC Schalke 04 mit Schaudern an seine Zeit bei den Königsblauen zurück. Auf Twitter hagelte es promt einen "Shitstorm". Die einhellige Meinung der User: Wäre er auf Schalke so stark aufgetreten wie seit Monaten im Trikot der Eintracht, könnte er immernoch beim Tabellenzweiten spielen.

Der 31-Jährige sieht seine zwei Jahre bei Schalke als Tiefpunkt seiner Karriere an. Bei "Sport1" sagte er:

" Dort habe ich am meisten nachgedacht, es war wie ein Faustschlag ins Gesicht. Es ist die Realität, dass wenn alles gut läuft, alles super ist. Und wenn nicht, wird man fallen gelassen. Das war für mich so der Zeitpunkt. Ich kann heute stolz sein, dass ich da wieder rausgekommen bin und diese ganze Kraft, Traurigkeit, Energie und Aggressivität in etwas Positives umwandeln konnte. Es hat mir die Augen geöffnet über dieses Fußballgeschäft, wie schnell es gehen kann."

Boateng war in der Saison 2013/14 vom italienischen Topklub AC Mailand zu Schalke gewechselt und absolvierte 60 Partien für den aktuellen Tabellenzweiten der Bundesliga. Im Mai 2015 wurde er vor dem 33. Bundesliga-Spieltag vom Verein beurlaubt. Der damalige Manager Horst Heldt begründete die Maßnahme aufgrund von "fehlender Körpersprache, die wir in den letzten 14 Tagen nicht gebrauchen können".

Video - "Egal wer du bist und wie du heißt": Boateng über den Tiefpunkt seiner Karriere

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Nach der Trennung von Schalke wechselte der Deutsch-Ghanaer zurück zum AC Mailand. Im Sommer 2017 verpflichtete Eintracht Frankfurt Boateng ablösefrei vom spanischen Erstligisten UD Las Palmas. Bei den Hessen spielt der Halbbruder des deutschen Nationalspielers Jérôme Boateng eine richtig gute Saison und ist mit für den Aufschwung verantwortlich. "Ich bin auf einem Level, das ich selbst nicht mehr für möglich gehalten hätte", sagte Boateng.

Boateng sieht Klopp als besten Trainer

Bei Schalke war das ganz anders. Dort konnte Boateng nie richtig überzeugen. Und zum Ärger für alle S04-Fans stichelte Boateng zuletzt nicht nur gegen Königsblau, er schwärmte auch noch vom Erzrivalen Borussia Dortmund und dessen Ex-Trainer Jürgen Klopp. "Er war der Beste, den ich je hatte", äußerte Boateng über seine Zeit beim BVB unter Klopp 2009: "Nicht nur als Trainer, sondern auch als Mensch."

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Was den Menschen Boateng angeht, so hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert. Um das zu erkennen, genügt ein Blick auf seinen Facebook-Auftritt. Das Familienglück kommt an erster Stelle. Ein Foto vom zurückliegenden vierten Geburtstag seines Sohns Maddox Prince, auf dem Boateng mit Kind und Frau Melissa Satta zu sehen ist, steht ganz oben. Weiter unten kann sich der User über das vielfältige Engagement Boatengs gegen Rassismus informieren.

Dass er aus seinem sportlichem Talent nicht alles herausgeholt hat, belastet Boateng nicht mehr:

"Ich weiß - ohne arrogant klingen zu wollen - dass ich bei Real Madrid hätte spielen können. Aber dafür habe ich nicht genug gearbeitet."

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